Ausbau des Mobilfunknetzes bis 2018 flächendeckend

Bürgermeister fordern mehr Dialog

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Damit das Ostallgäu bis 2018 flächendeckend über eine leistungsstarke LTE 800-Verbindung verfügt, werden noch Standorte für Mobilfunkmasten gesucht.

Marktoberdorf/Ostallgäu – Das Mobilfunknetz im Ostallgäu soll bis 2018 flächendeckend über eine leistungsstarke LTE 800-Verbindung (also eine Übertragungsrate von bis zu 50 Megabit pro Sekunde) verfügen.

Das versprachen jedenfalls Vertreter der drei Netzbetreiber Telekom, Telefonica und eplus jüngst im Landratsamt, wo sie gegenüber den Bürgermeistern im Ostallgäu um gute Stimmung bei der Standortsuche von Mobilfunkmasten warben. 

„Wir werden in unsere Netze investieren“, fügte Frank-Peter Käßler, Kommunalbeauftragter der Telekom, hinzu. Dies sei der ständig steigenden Nachfrage nach mobilen Diensten geschuldet. Auch Telefonica-Sprecher Thomas Lichten- berger bestätigte, dass bis Ende 2015 die Hälfte der 38 Telefonica-Mobilfunkstandorte im Landkreis auf die neue Technologie LTE 800 erweitert werden soll. „Fast jeder verfügt mittlerweile über ein Smartphone oder ein Tablet und möchte zuhause, im Garten oder unterwegs mit dem Internet verbunden sein“, unterstrich Käßler die Bedeutung des stetigen Ausbaus. Hier seien die Mobilfunknetzbetreiber jedoch auch auf die Zusammenarbeit mit den Gemeinden angewiesen, vor allem, wenn es um die Suche nach einem geeigneten Standort zur Aufstellung eines Mobilfunkmasten gehe. „Der Bedarf ist hoch, die Vermietbereitschaft gering“, so Käßler. 

Wenig Gegenliebe 

Die Werbung der Netzbetreiber stieß bei den Bürgermeistern auf wenig Gegenliebe. Reiner Friedl, Bürgermeister aus Rettenbach, bemängelte, dass seit Wochen Erweiterungsmaßnahmen am Funkmasten auf dem Weichberg zu beobachten seien, ohne dass die Gemeinde irgendeine Information dazu vonseiten der Telekom als Betreiber erhalten habe. Neben mangelnder Kommunikation war ein weiterer Kritikpunkt die unabgestimmte Haltung der Netzbetreiber beim Bau von Mobilfunkmasten. Denn alle drei Vertreter schlossen aus, dass es in Zukunft einen gemeinsamen Betrieb von Funkmasten geben könne. Als Wettbewerber auf dem Mobilfunkmarkt sei hier keine Zusammenarbeit vorgesehen, ant- wortete Lichtenberger auf die Frage von Obergünzburgs Bürgermeister Lars Leveringhaus. Wie viele neue Standorte tatsächlich in Planung seien, wenn von einem flächendeckenden Netz die Rede sei, wollte Leveringhaus darüber hinaus wissen. Doch er und seine Bürgermeisterkollegen erhielten nur vage Antworten. Man suche derzeit keine neuen Standorte, sagte Lichtenberger im Namen von Telefonica. Die Telekom wollte keine Prognose abliefern. Landrätin Maria Rita Zinnecker formulierte abschließend die Botschaft der Bürgermeister an die Vertreter der Wirtschaft: Sie forderte mehr Dialog und weniger schöne Worte. „Der Ausbau des Mobilfunks sollte insbesondere in Abstimmung mit den Gemeinden erfolgen“, sagte sie. von Angelika Hirschberg

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