Neue Wegführung Eisstadion: Treffen zwischen Stadt und SVK

Ein bitterer Beigeschmack bleibt

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Die lila markierten Flächen zeigen den neuen Weg vom Bahnhof (Treppe) kommend, am neuen Eisstadion (Terrasse) vorbei und zwischen Parkstadion und Kabinentrakt hindurch.

Kaufbeuren – Es war ein emotionsgeladenes Treffen zwischen Vertretern der Stadt und der SpVgg Kaufbeuren (SVK) zusammen mit Vertretern der Leichtathleten des TV Kaufbeuren. Dabei ging es vor allem um die Frage, inwieweit ein geplanter Zaun, der zukünftig das Areal des Parkstadions teilt (wir berichteten), dem Verein schaden kann beziehungsweise welche Probleme auf ihn dadurch zukommen. Am Ende des rund einstündigen Treffens steht die Erkenntnis, der Zaun kommt, wird jedoch um ein weiteres Tor erweitert. Ansonsten müssen alle Beteiligten schauen, was die Zukunft bringt.

Doch der Reihe nach: Wie berichtet, plant die Stadt im Zuge des neuen Eisstadions eine neue Wegführung vom Bahnhof über das Eisstadion entlang am Parkstadion zum Berliner Platz. Stein des Anstoßes seitens der Spielvereinigung Kaufbeuren war vor allem ein Zaun, der das Areal am Parkstadion für den Verein zukünftig teilt. Der Verein sieht damit große Probleme auf sich zukommen. Unter anderem hätten Fußballfans zukünftig die Möglichkeit, ein Heimspiel der SVK bei sehr guter Sicht auf den Platz auch kostenlos zu erleben. Damit würde dem Verein viel Geld durch die Lappen gehen. Aber auch der Umstand, dass der Kabinentrakt samt WC-Anlagen zukünftig vom Sportplatzareal durch den Zaun abgetrennt wird, stößt der SVK bitter auf. Denn hier wird ehemals geschlossener Raum zu öffentlichem. Insbesondere die Aufsichtspflicht bei Minderjährigen wäre dann nicht mehr gegeben. In der Kritik steht auch die fehlende Kommunikation seitens der Stadt. So sei der Verein laut Vorstand im Vorfeld nicht über das Vorhaben informiert worden.

Emotionsgeladenes Treffen

Bei dem Treffen am Donnerstag im Parkstadion sollten die Bedenken angesprochen und wenn möglich ausgeräumt werden. Neben dem Vorstand des SVK nahm unter anderem auch Baureferatsleiter Helge Carl teil. Beide Seiten räumen auf Nachfrage ein, dass sich der Anfang des Treffens sehr emotional gestaltet habe. Später wurde die Diskussion versachlicht, sagte Carl auf Nachfrage. So kam auch gleich zu Beginn die Frage auf, ob man die Wegführung nicht über den Jordanpark gestalten könne. Carl machte deutlich, dass die geplante Wegführung – als neue Städtebauliche Entwicklungsachse – schon seit Jahren so von der Stadt geplant gewesen sei und man daran auch nicht rütteln werde. Soll heißen, der Zaun kommt. Jedoch erhält der Zaun jetzt als Kompromiss ein zweites Tor auf Höhe des Umkleidetraktes, damit Spieler und Schiedsrichter auf direktem Weg das Stadtion betreten beziehungsweise verlassen können.

Auch werde aus Carls Sicht nicht die Aufsichtspflicht für Minderjährige, etwa Schüler, die dort ihren Schulsport betreiben, verletzt, wenn sie von einem geschlossen in einen öffentlichen Raum wechseln, wenn sie beispielsweise mal auf die Toilette müssen. „Nach Rücksprache mit dem Schulamt reicht es, dass eine Blickbeziehung besteht“, so Carl. Und diese sei hier gegeben.

Kosten

Ein großer Dorn im Auge ist dem SVK aber, dass kostenpflichtige Spiele in der Landesliga entlang des neuen Weges kostenfrei angeschaut werden können (wir berichteten). Rund 15 bis 20 Prozent des Gesamtbudgets der SVK werden laut Geschäftsführer Jens-Uwe Homann durch Zuschauereinnahmen generiert. „Sollte das existenzbedrohend für den Verein werden, kann dies zur Folge haben, dass wir Mannschaften abmelden oder schlimmstenfalls den Verein auflösen müssen“, erklärte SVK-Vorstandsmitglied Stefan Günter auf Nachfrage. Die Idee der Stadt, dass man mit dem Hut durchgeht und im Bereich des öffentlichen Raumes Geld einsammelt, hält der SVK-Vorstand für „blauäugig“. Das funktioniere vielleicht auf dem Dorf, wo jeder jeden kennt, aber nicht in einer Stadt, ergänzte Homann.

Baureferatsleiter Carl indes glaubt nicht, dass es zu solch großen Einnahmeverlusten kommen wird. „Es wird kein Massenphänomen“, dass sich plötzlich die Mehrheit der Zuschauer das Spiel vom Weg aus anschaut. Die bisher im Raum stehenden Zahlen seien „gefühlte“. Erst die Praxis werde zeigen, wie es sich tatsächlich darstellt. Sollte es zu großen Problemen kommen, sei die Stadt „jederzeit Gesprächsbereit“. Außerdem sei in einigen Jahren ein neuer Kabinentrakt geplant, dann wieder im Areal des Parkstadions. Somit würden sich viele prognostizierte Probleme in Wohlgefallen auflösen. Einen zeitlichen Rahmen wollte Carl nicht nennen. Es handle sich aber um „mehrere Jahre“. Der SVK ist sich indes sicher, dass es schwer sein wird, über die noch ausstehenden Jahre hinweg das Defizit auffangen zu können, so Homann.

Sauberkeit

Die SVK hat zudem Befürchtungen, dass der Weg nach Spielen des ESVK verschmutzt werde und es dadurch zu Beeinträchtigungen kommen könnte. Laut Carl sei hier das Kommunalunternehmen Eisstadion gefordert, bei Bedarf auch diesen Weg im Umgriff der anderen Aufräumarbeiten sauber zu halten. Doch auch hier müsse sich das erst einspielen.

Fehlende Kommunikation

SVK-Vorstandsmitglied Stefan Günter.

Die SVK-Führung erkennt mit dem Treffen zwar an, dass die Stadt Bereitschaft zum Gespräch gesucht hat, „allerdings wäre uns mehr geholfen gewesen, wenn wir davor umfangreich über die Maßnahmen informiert geworden wären. Es ist immer nur Stückwerk“, so Günter. So auch der Umstand, dass VWEW im Parkstadion schon Baumaßnahmen durchführt. So wird eine Gasleitung entlang des Zaunes verlegt, um die Beleuchtung des Weges sicherzustellen. „Wir wussten davon nichts“, so Günter.

Auch der Umstand, dass die Stadt behauptet, dass die ehemaligen Vorstände Heinz Burzer und Alfred Riermeier über die neue Wegführung informiert gewesen wären, stimme nicht. „Keiner von beiden wollte uns das bestätigen“, so Günter. Die anwesenden Vorstände wussten davon nur imaginär. In die Pläne sei keiner explizit eingeweiht gewesen. Außerdem hätte man das Gefühl, dass die Mitarbeiter der Stadt beim Thema neues Eisstadion und ESVK eine andere Gangart an den Tag legen, als bei Anliegen anderer Vereine.

Carl indes sieht dies nicht so. Informationen seien an den Verein herausgegangen. Mit Blick auf die andere „Gangart“ gibt der Baureferatsleiter zu bedenken, dass es sich um eine riesige städtische Baumaßnahme handelt, die auch nach außen hin ausstrahlt und entsprechende Kräfte in der städtischen Verwaltung bindet. Er machte auch klar, dass das Stadion nicht nur für den ESVK gebaut werde, sondern durch seine multifunktionale Nutzung auch allen anderen zugute komme.

von Kai Lorenz

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