Anwohner der Waaler Straße wehren sich

Neuer Ärger wegen Nachverdichtung in Buchloe

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Auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück an der Waaler Straße (auf dem Foto links) sollen fünf Mehrfamilienhäuser mit 102 Stellplätzen entstehen. Gegen Ein- und Zweifamilienhäuser hätten die Anwohner nichts einzuwenden.

Buchloe – In Buchloe droht neuer Ärger wegen einer Nachverdichtung, diesmal in der Waaler Straße. Ein Anwaltsbüro ist bereits engagiert. Neu ist das Problem allerdings nicht. Viele Städte und Gemeinden haben Probleme mit ihren Bürgern, wenn es um die sogenannte Nachverdichtung geht.

Um dem Mangel an Wohnraum zu begegnen, versuchen die Kommunen, jeden freie Platz für eine dichtere Bebauung freizugeben. Das aber gefällt oft den direkten Anwohnern nicht. Die Bauvorhaben seien zu groß und würden nicht in die Gegend passen, argumentieren sie. So auch in Buchloe. Jüngster Fall ist ein rund 5000 Quadratmeter großes Grundstück in der Waaler Straße, auf der ein unbewohntes Einfamilienhaus steht.

Die Entwurfsplanung eines Architekturbüros sieht nun statt des Einfamilienhauses den Bau von fünf Mehrfamilienhäusern samt 102 Stellplätzen vor. Der Bauausschuss hat von der Planung bereits Ende letzten Jahres Kenntnis genommen. Kenntnis hatten auch die Anwohner bekommen und waren empört. Die Anwohner kritisieren nicht zuletzt, dass mit ihnen nicht gesprochen wurde.

Voraussetzung für die Umsetzung der Pläne ist allerdings eine Änderung des bestehenden Bebauungsplanes. Der aber liegt noch nicht öffentlich aus, deshalb sind auch noch keine Einwendungen möglich. 16 Familien aber wollen gegen den Bebauungsplan vorgehen und haben bereits eine Augsburger Anwaltskanzlei engagiert.

Dass die Bebauungsplanänderungen noch nicht öffentlich ausliegen, hat nicht zuletzt ihre Ursache in einer artenschutzrechtlichen Prüfung, die die untere Naturschutzbehörde in Auftrag gegeben hat.

Es ist beileibe nicht der erste Fall, wo die Nachbarn wegen der Nachverdichtung auf die Barrikaden gehen. Erst kürzlich protestierten Anwohner gegen ein Bauvorhaben in der Alpenstraße, weil es ihrer Meinung nach zu groß geraten war. Auf dem 3300 Quadratmeter großen Gelände eines ehemaligen Bauernhofes sollen nach dem Willen von Bauträgern bis zu 30 Wohnungen entstehen. Hier geht es nicht zuletzt um die Bauhöhe. Der Kreisbote hatte darüber berichtet. Ähnlich gelagert ist auch ein Fall Am Hohen Weg. Auch darüber hatten wir berichtet.

Für viele Bürger fehlt in Buchloe eine städtebauliche Gesamtplanung. Sie kritisieren, dass der Stadtrat die Bauanträge von Bauträgern oft zu unkritisch durchwinke. Auch die Erschließungskosten sind immer wieder ein Ärgernis. Inzwischen gibt es in Buchloe drei Bürger­initiativen, die sich gegen die Nachverdichtung und Erschließungskosten wehren.

von Siegfried Spörer

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