DFS baut neuen Ausbildungscampus für Militärlotsen

Spatenstich für Megaprojekt

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Lachende Gesichter: Über das erreichte Ziel freuen sich Bernhard Pohl (v. li.), Stefan Bosse und Franz Pschierer mit gemeinsamer Spezialschaufel, Prof. Klaus-Dieter Scheurle und Dr. Marcel Huber sowie Joachim Keck (KAT).

Kaufbeuren – Mit dem offiziellen Spatenstich startete am vergangenen Montag der Bau eines Ausbildungsgebäudes der Deutschen Flugsicherung (DFS) auf dem Gelände des Offizierheimes der Bundeswehr..

Neben einem dort entstehenden neuen Schulungszentrum werden auf dem 13.400 Quadratmeter großen Grundstück auch die verbliebenen zwei Unterkunftsgebäude vollständig saniert und an moderne Standards angepasst. In die gesamten Infrastrukturmaßnahmen investiert die DFS rund 18 Millionen Euro. Dieses Geld sei, so der Vorsitzende der DFS-Geschäftsführung, Prof. Klaus-Dieter Scheurle, „eine Investition in die Qualität der militärischen Flugsicherungsausbildung am Standort“. Die Eröffnung ist für Ende 2019 geplant.

Scheurle gab zusammen mit Dr. Marcel Huber, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten, und Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer sowie Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse und Joachim Keck, Geschäftsführer der DFS-Tochtergesellschaft Kaufbeuren ATM Training GmbH (KAT), damit den offiziellen Startschuss für die Bauarbeiten, die allerdings erst im Herbst beginnen. Zuvor erfolgen die Trennung aller Versorgungseinrichtungen vom Bundeswehrnetz und die Erstellung einer autarken Versorgung für den Ausbildungscampus.

Neuer Campus – moderne Technologie

In einem Rückblick ging Scheurle unter anderem auf die Entwicklung der Ausbildungsübernahme in „Rekordzeit“ ein. Die Sollstärke von 76 Mitarbeitern, darunter 23 dauerhaft beigestellte Lehrer und Simulationsassistenten, sei erreicht. Mit Blick auf die beschleunigte Eröffnung des neuen Campus 2019 sagte er, dass dies ohne die gute und enge Zusammenarbeit mit Bundeswehr und Stadt nicht möglich wäre. Neben den sanierten Unterkünften für 80 Lehrgangsteilnehmer entsteht auf dem Grundstück das neue Schulungszentrum. Auf drei Etagen und einer Fläche von rund 2.400 Quadratmetern befinden sich zukünftig Simulatorräume, Schulungsräume, Büroräume sowie eine Mensa für bis zu 100 Besucher. Der DFS-Vorsitzende betonte, dass bereits eine Million Euro in eine komplett neue Simulatortechnik geflossen sei. Analoge Geräte wurden durch digitale Simulatoren ersetzt und die Software erneuert. Besonders stolz sei man auf den neu installierten Towersimulator, einem hochmodernen Rückprojektionssystem mit 16 Laser-Beamern, die eine Auflösung von mehr als 36 Millionen Pixel liefern.

„Gebeutelter Standort“

OB Stefan Bosse, nach eigener Darstellung „stolzer Zaungast“, brachte seine Freude über „endlich in Beton gegossene Realität“ einer langjährigen Entwicklung zum Ausdruck. „Die Bundeswehr ist ein Identitätsfaktor der Stadt“, so der OB, „was hier ist, darf nicht einfach verloren gehen.“ Das gelte für die Ausbildung des Personals der Flugsicherung ebenso wie für die Ausbildung des Bodenpersonals. Das neue Kompetenzzentrum sei auch für befreundete Streitkräfte interessant und habe damit „nicht nur regionale, sondern internationale Bedeutung“. Staatsminister Huber bezeichnete das Bauvorhaben als einen „wichtigen Schritt“, der vor langer Zeit begonnen worden war. Kaufbeuren sei ja ein Beleg für einen „Bundeswehrstrukturgebeutelten“ Standort und man wäre bemüht, nach Kräften zu helfen. Der Einsatz habe sich gelohnt. Jetzt sei die Schließung bis 2022 verschoben. „Wer weiß, was bis dahin noch alles passiert“, so Huber, „zumal die Bundeswehr möglicherweise wieder vergrößert werden soll.“

Neben Landrätin Maria Rita Zinnecker waren auch die regionalen Mandatsträger MdB Stephan Stracke (CSU), MdL Bernhard Pohl (FW), MdL Dr. Paul Wengert (SPD) und Oberst Dr. Volker Pötzsch als Kommandeur der Bundeswehrschule sowie zahlreiche militärische und zivile Gäste anwesend. Die Fliegerhorstkapelle umrahmte die Veranstaltung musikalisch. Anfang des Jahres hatte die DFS-Tochtergesellschaft Kaufbeuren ATM Training GmbH (KAT), die Ausbildung der militärischen Fluglotsen von der Bundeswehr übernommen. Bis der neue Ausbildungscampus fertiggestellt ist, nutzt die KAT die vorhandene Infrastruktur auf dem Fliegerhorst.

Von Wolfgang Becker

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