Neuer Elbseesteg ist eröffnet

Nach dem Richtspruch durch den Zimmerer zerschnitt unter anderem Landrat Johann Fleschhut das traditionelle „rote Band“ und eröffnete damit offiziell den neuen Bohlenweg auf dem Elbseerundweg. Foto: Frisch

„Nur was man kennt, das schützt man auch.“ Mit diesen Worten eröffnete Johann Fleshhut, Landrat und Vorsitzender der Allgäuer Moorallianz, am vergangenen Freitag den neuen Bohlenweg am Südwestufer des Elbsees. Der neue Steg ist ein wichtiges Glied im Elbseerundweg und nur der erste Teil des Projekts „Moorerlebnis“ der Ostallgäuer Gemeinden Aitrang, Ruderatshofen und Unterthingau.

Im zweiten Schritt fände nun eine „Ideensammlung“ statt, erklärte Gwendolin Dettweiler, Regionalmanagerin der Allgäuer Moorallianz. Eingerichtet werden sollen weitere Naturerlebnis-Angebote um den Elbsee, eine Festlegung auf bestimmte Maßnahmen gebe es aber momentan noch nicht. Die Zielgruppe „Familien und Kinder“ werde aber voraussichtlich bei der Planung neuer Projekte besonders berücksichtigt. Der nunmehr als Bohlenweg gestaltete Teil des Weges ist 240 Meter lang und erleichtert den Besuchern zukünftig den Durchgang durch ein Gelände mit hohem Schilf und sumpfigem Untergrund, die Kosten für die Errichtung belaufen sich auf rund 50.000 Euro. Gefördert wurde das Projekt mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Der gesamte Elbseerundweg führt in weiten Teilen durch eine Moorlandschaft mit vielfältiger Tier- und Pflanzenwelt. Beispielsweise kommt der Blauschillernde Feuerfalter vor, der bundesweit vom Aussterben bedroht ist. Auch zwei Biberfamilien haben sich in dem Gebiet niedergelassen. „Der Elbsee ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Bürger aus der Region und unsere Gäste“, so hob Fleschhut den Stellenwert des Gebiets rund um den See hervor. „Wir haben den See bewusst in unser Projekt einbezogen, weil hier das Nebenein- ander von Mensch und Natur besonders gut vereinbar ist. Der gezielte Naturschutz erhält die Moorlandschaften mit ihren seltenen Tier- und Pflanzenarten und steigert gleichzeitig den Erlebniswert dieser großartigen, attraktiven Landschaft.“ Die Allgäuer Moorallianz sehe er als Vorsitzender als einen „Partner für nachhaltigen, naturverträglichen Tourismus in der Region“. Die Punkte „Nachhaltigkeit“ und „Verträglichkeit“ liegen auch den betroffenen Grundbesitzern und Nutzern sehr am Herzen, wie Werner Holderried in einem Gespräch nach der Eröffnung betonte. Der Landwirt im Ruhestand ist einer der Besitzer des an den Rundweg angrenzenden Gebiets, seine Mutter bewirtschaftet die „Seealpe“ die für viele Besucher den Startpunkt für ihre Spaziergänge bildet. Dieser Weg habe sich im Laufe der Zeit durch die Spaziergänger als kleiner „Trampelpfad“ gebildet und sei dann immer bekannter geworden. „Wir Landwirte haben das Gebiet ja über die letzten Jahre und Jahrzehnte so schön gehalten, nun bitten wir darum, dass die Besucher der Natur und den anderen Spaziergängern mit Respekt entgegen treten.“

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