Neuer Kindergarten an Saliterstraße: Nach Wettbewerb drei Preisträger in der engeren Wahl

Die Ideen der Architekten

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Ideen zum Neubau des Kindergartens: Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell (links) und Bauamtschef Ralf Baur mit den Vertretern der drei Preisträger-Büros. Die Entwürfe der drei Preisträger sind ebenso wie die Vorschläge der anderen Architekten noch bis Freitag, 20. Oktober, zu besichtigen – und zwar im Nordflügel des Rathauses oben in der Galerie vor dem Sitzungssaal.

Marktoberdorf – 24 Büros aus Deutschland haben sich beim Architektenwettbewerb für das neue Gebäude des Kindergartens St. Martin beteiligt, der in Marktoberdorf an der Saliterstraße unterhalb der Buchel – einem bewaldeten Höhenzug – errichtet werden soll. Fünf Arbeiten gelangten in die engere Auswahl; am Schluss wurden von der Jury nach zwölfstündiger Klausur drei Büros als Preisträger ermittelt.

Bis der Neubau steht, wird noch viel Wasser die Wertach hinunter fließen. Als nächstes geht es darum, unter den drei Preisträgern das Planungsbüro zu ermitteln, das letztlich den Auftrag erhält. Dabei bewertet das Preisgericht, in dem fachliche Experten ebenso vertreten sind wie Kommunalpolitiker, Kriterien wie die Leistungsfähigkeit der Architekturbüros oder die Antworten zur Abwicklung der Baustelle. Dazu wird die Jury demnächst in einem zweiten Schritt intensive Gespräche mit den drei Preisträgern führen und schließlich ebenso Punkte zusprechen wie neulich für die Entwürfe selbst.

Zweimal ein zweiter Preis

Die Besonderheit ist, dass es bei diesem Architektenwettbewerb keinen ersten Preis gab. Dafür wurde der zweite Preis – mit 8500 Euro dotiert – doppelt vergeben. Bedacht wurde damit zum einen das Büro F64 Architekten in Kempten, das bereits beim Familienzentrum in Marktoberdorf vor einigen Jahren den Zuschlag erhielt. Zum anderen erhielt das Büro Freitag-Hartmann-Architekten (Berlin/München) einen zweiten Preis. Dem Büro Stadtmüller.Burkhard.Graf.Architekten aus Kaufbeuren wurde der dritte Preis (5000 Euro) zugesprochen. Die Preisträger arbeiten bei dem Projekt mit Landschaftsplanern zusammen.

Ralf Baur, Chef des Stadtbauamtes und im Preisgericht eingebunden, führte bei der Präsentation des Architektenwettbewerbs mit den Worten ins Thema ein, dass sich 24 Büros „um die beste Lösung gekümmert“ hätten. Nur die drei Preisträger bekämen eine Dotation, alle anderen gingen leer aus. Baur gab zu bedenken: „Welcher Berufsstand in unserer Gesellschaft bringt so viel Engagement ein!“

In die engere Wahl, sprich unter die letzten fünf, sind nach Baurs Schilderung auch zwei Büros aus Landsberg und Stuttgart gekommen. In der finalen Entscheidung wurden dann die Entwürfe der drei Architekten aus Kempten, Berlin-München und Kaufbeuren ausgewählt, wobei alle drei punktemäßig eng beieinanderlagen.

Die Aufgabenstellung sei „enorm schwierig“ gewesen, bekundete der Chef des Stadtbauamts. Damit meinte er die Lage unter der Buchel, dem bewaldeten Höhenzug in der Stadt, der am frühen Nachmittag das Gelände verschaffte. Wert lege man auf viel natürliche Belichtung. Ein weiterer Aspekt sei gewesen, viel Freifläche zu gestalten.

Beim dritten Preisträger, den Stadtmüller.Burkhardt.Graf.Architekten aus Kaufbeuren seien die Kubatur (Gebäudegröße) und die Verkehrsflächen deutlich unter dem Durchschnitt geblieben, was letztlich auch geringere Kosten bedeute. Die Tagesstätte sei gut in den Hang integriert, befand Baur.

Die beiden zweiten Preisträger haben das Gebäude in einer L-Form angeordnet. Der längere Riegel über circa 40 Meter verlaufe entlang der Saliterstraße, der kürzere hin zur Buchel. Während am Entwurf der F64 Architekten (Kempten) die „klare Ausrichtung“ gelobt wurde, gab es im Preisgericht auch Kritik daran, dass mit Blick auf eine „bespielbare Dachterrasse“ zwei Niveaus entstünden und damit zwei Aufsichtsbereiche im Kindergarten-Alltag notwendig würden.

Beim Entwurf der Bürogemeinschaft Freitag-Hartmann-Architekten wurde lauf Baur „der Kunstgriff“ vollzogen, den Innenhof ins Obergeschoss zu nehmen. Damit habe man mehr Platz für die Frei­fläche, die weiter in den Hang hineinreiche. Alle drei Gruppenräume seien im Obergeschoss nebeneinander angeordnet.

Ein Kindergarten mit drei Gruppen

2018 wird das Jahr der Planung sein, 2019 das Jahr, in dem der Neubau errichtet wird. Am meisten freut sich Angelika Streif – sie leitet den Kindergarten St. Martin – zusammen ihrem Team darauf, von den bisherigen alten Räumen in der Stadtmitte in einen Neubau umzuziehen. In der Tagesstätte St. Martin sind es nach den Worten von Angelika Streif drei Regelgruppen, in denen neun Beschäftigte derzeit 65 Kinder betreuen, einige davon in der Zwergerlgruppe. Mit dem Neubau soll die Zahl auf 75 Buben und Mädchen steigen.

In Marktoberdorf gibt es aktuell 990 Plätze in Kindertagesstätten, wie Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell bei der Präsentation erwähnte. Im Oktober sei die Zahl von 100 Kindern aus Flüchtlingsfamilien erreicht worden. Der Betreuungsbedarf nehme zu, ergänzte Hell. Kosten zum neuen Kindergarten werden noch keine genannt. Erfahrungsgemäß wird aber für eine neue Gruppe ungefähr eine Million Euro veranschlagt.

jj

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