„Das neue Bürgermeister-Trio“

Neuer zweiter Bürgermeister von Kaufbeuren ist Oliver Schill von den Grünen

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Oberbürgermeister Stefan Bosse, die dritte Bürgermeisterin Erika Rössler und zweiter Bürgermeister Oliver Schill (v. li.) gehen nur corona-bedingt auf Abstand. Gemeinsam sind sie das Trio für Kaufbeuren.

Kaufbeuren – Vor wenigen Tagen wurde er mit 37 von 40 Stimmen zum ersten Stellvertreter des Kaufbeurer Oberbürgermeisters gewählt (wir berichteten). Oliver Schill (Bündnis 90/Die Grünen) ist der erste grüne Kommunalpolitiker, der in Kaufbeuren je zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt wurde.

Schill tritt in die Fußstapfen von Gerhard Bucher, der 24 Jahre lang dem OB den Rücken deckte.

Ein Ehrenamt also, das der 47-Jährige vor allem mit dem Ziel verknüpfen möchte, dem Stadtrat eine eigene Stimme, mehr Präsenz und mehr Harmonie zu verleihen. „Das neue Bürgermeister-Trio“, sagt Schill und spricht damit auch für OB Stefan Bosse und die dritte Bürgermeisterin Erika Rössler, „steht insbesondere für einen neuen politischen Stil. Gemeinsam mit den Stadträten bilden wir eine Mannschaft für Kaufbeuren.“

So ist ihm weniger die eigene Person als die gemeinsame Sache wichtig. Denn eigentlich könne er sich von dem Titel allein ja nichts kaufen. Er hoffe allerdings, dass ihm das Amt des zweiten Bürgermeisters mehr Gewicht verleihe, so Schill. Diesen Einfluss würde er gerne für mehr Verlässlichkeit in der Politik und Harmonie im politischen Diskurs verwenden. Ein erster Aufschlag sei gemacht – die konstituierende Sitzung des Stadtrats und die Bestellung der Beauftragten sei ungewöhnlich diszipliniert verlaufen. Auch Oberbürgermeister Stefan Bosse hatte im Nachgang der Sitzung das gute Miteinander der Räte gelobt (wir berichteten).

Stellvertreter

Die eigentliche Aufgabe eines zweiten Bürgermeisters ist es naturgemäß, den Rathaus­chef in Abwesenheit zu vertreten. Schill wird also – wie seine Vorgänger auch – bei Terminüberschneidungen in Bosses Stellvertretung Grußworte sprechen, Veranstaltungen besuchen oder unter Umständen auch dem Stadtrat vorstehen. Er werde zu Jubiläen gratulieren und für Sprechstunden zur Verfügung stehen. Dafür teilt sich Schill ein Büro im Rathaus mit der dritten Bürgermeisterin Erika Rössler, und die Rathausmitarbeiter haben Zugriff auf seinen elektronischen Kalender. 

Denn eines wird sich im Vergleich zu seinem Vorgänger Bucher sicher ändern. Als selbständiger, beratender Betriebswirt für den öffentlichen Sektor ist Schill nicht in gleichem Maß verfügbar wie es ein Pensionär eben war. So galt es für ihn zunächst, das Amt neu zu organisieren und auf die Belange von Rathaus und Beruf abzustimmen. Seinen ersten offiziellen Termin hat Schill im Übrigen schon absolviert: Es war die Rede des Stadtoberen zum „Tag der Befreiung“ und dem Gedenken zu 75 Jahre Kriegsende in Kaufbeuren.

„Miteinander“

Weiter geht es nun mit der Koordination der neuen zwölf Beauftragten der Stadt, die sich Schill und Rössler auf die Fahnen geschrieben haben. Die aus dem Kreis der Stadträte bestellten Beauftragten kümmern sich um verschiedene Belange, von Umwelt über Bildung bis Integration. Es werde zum ersten Mal, so Schill, eine offizielle Vorstellung dieser Beauftragten geben, die von den zwei stellvertretenden Bürgermeistern begleitet würde. „Wir wollen zeigen, dass der Stadt diese Themen und Belange wichtig sind.“ Und dass es die politischen Vertreter ernst meinen mit dem angekündigten „Miteinander“.

Angelika Hirschberg

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