Richtfest für Buchloes neues Bahnhofsgebäude

Die Signale stehen auf Grün

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Sie brachten das Bahnhofsprojekt auf die Schiene: Bürgermeister Josef Schweinberger (li.) und Regionalbereichsleiter Bayern der DB Station & Service AG, Günther Pichler.

Buchloe – Der neue Buchloer Bahnhof nimmt langsam Gestalt an. Über dem Rohbau schwebt seit einigen Tagen der Richtkranz.

„Alles ist im Zeitplan und auch im Kostenrahmen“, konnte Günther Pichler, Regionalbereichsleiter Bayern der DB Station & Service AG, vor Bauarbeitern und geladenen Gästen beim Richtfest verkünden. „Wir sind eigentlich nur Gäste, denn die Bauleute stehen heute im Mittelpunkt“, betonte Pichler. 

Ein dickes Lob gab es nicht nur für die Mitarbeiter der Baufirmen sondern auch für Stadtbaumeister Herbert Wagner und sein Team: „Buchloe ist zwar nur ein kleiner Bahnhof, aber hier kann man lernen, wie man zusammenarbeitet.“ Das neue Empfangsgebäude ist für die Anwohner und Bahnkunden inzwischen gut zu erkennen. Die beiden Gebäudeteile mit den nach außen ansteigenden Pultdächern stehen in einem Winkel von 30 Grad zueinander. Dazwischen gibt es eine überdachte Halle auf dem trapezförmigen Grundriss. Der westliche Bauteil ist entlang der Gleisanlagen ausgerichtet, während der östliche Bauteil parallel zur Bahnhofstraße in Richtung Stadt weist und an den Kreisverkehr angrenzt. 

372 der insgesamt 820 Quadratmeter umfassenden Fläche sollen vermietet werden, darunter an das Reisezentrum der Bahn, an eine Buchhandlung, ein Fast-Food-Restaurant und einen sogenannten Convenience-Shop, darunter versteht man im weitesten Sinne einen Kiosk. 

Über die Verträge mit den Geschäften konnte Günter Pichler noch keine Neuigkeiten verkünden. Selbstverständlich wird es in dem neuen Bahnhofsgebäude mit Unterstützung der Stadt öffentliche Toiletten geben. Ein separates behindertengerechtes WC ist ebenfalls eingeplant. Insgesamt investiert die Bahn nach eigenen Angaben für das Gesamtpaket Buchloer Bahnhof inklusive Neubau und den Arbeiten an den Bahnsteigen, den Zugängen, Aufzügen sowie der Fahrgast-Information rund 6,5 Millionen Euro. 

Die Fertigstellung des neuen Bahnhofsgebäudes ist nach der Presse-Information für Frühjahr 2015 geplant. Das steht allerdings etwas im Widerspruch zu dem Bauschild auf dem Bahnhofsvorplatz. Dort ist als Fertigstellungstermin Mitte 2015 zu lesen. Ob der Neubau aber nun früher oder später fertig wird, die rund 9500 täglichen Aus- und Einsteiger wird es trotzdem freuen. 

Buchloe hat sich zu einem lokalen Drehkreuz entwickelt. Rund 600 Pendler aus dem Umland nutzen werktäglich Buchloe zum Umsteigen auf die Bahn – Tendenz steigend. Immerhin verkehren in Buchloe täglich 10 Züge im Fernverkehr und 171 im Nahverkehr. Buchloe ist ein Haltepunkt der EC-Linie München – Zürich. Bürgermeister Josef Schweinberger dankte den Bauleuten und meinte: „Wir schaffen hier ein gutes Werk“. 

Nachdem der Bahnhof nun Gestalt annimmt, gerät die Vorgeschichte fast in Vergessenheit. Schon vor 26 Jahren nach einem Brand im Bahnhofsgebäude hatte die Stadt gehofft, dass die Bahn ein neues Empfangsgebäude in Angriff nimmt. 2008 gab es dann schriftlich die Bestätigung, dass die DB das alte Gebäude, im Volksmund „Hasenstall“ genannt, durch einen Neubau ersetzen will. 2011 gab der Stadtrat grünes Licht für die Planungen. Dann stand das Projekt wieder einmal auf Messers Schneide, als die Bahn Nachforderungen stellte. Es war der Verdienst von Bürgermeister Josef Schweinberger und Günther Pichler von der Bahn, die den gordischen Knoten durchschlugen und das Projekt endgültig auf den Weg brachten. 

Im Stadtrat hatte es in Vergangenheit immer wieder Kritik an der Bahn gegeben. Doch das ist alles vergessen. Nun muss die Stadt ihre Hausaufgaben machen. Ein stolzer Rathauschef konnte verkünden, dass man in der nächsten Stadtratssitzung die Planungen für den neuen Busbahnhof (ZOB) auf den Weg bringen will. Josef Schweinbergers Ziel, den gesamten Bahnhofsbereich attraktiver zu gestalten, rückt ein Stück näher. Bauleiter Bernhard Assner blieb es vorbehalten, den „Akt des Richtfestes“ zu vollziehen. von Siegfried Spörer

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