„Ohne Protz und Schnickschnack“

Neues Feuerwehrhaus in Pforzen feierlich gesegnet

In der Fahrzeughalle des neuen Pforzener Feuerwehr-Gerätehauses Segnung und Weihe
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In der Fahrzeughalle des neuen Pforzener Feuerwehr-Gerätehauses fand unter Einhaltung aller Corona-Schutzvorschriften in abgespeckter Form die Segnung und Weihe statt.

Pforzen – Eigentlich war bereits im vergangen Jahr die Segnung des neuen Pforzener Feuerwehr-Gerätehauses geplant, doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Vergangenen Sonntag war es nun endlich so weit, dass Pfarrer Dr. Pius Benson die feierliche Segnung des Hauses vornehmen konnte. Coronabedingt natürlich in einem deutlich kleinerem Rahmen.

In seiner Predigt ging der Geistliche ganz gezielt auf den oft schweren und gefahrvollen Dienst am Nächsten ein und bat um Schutz und Beistand für die Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen. „Bei allem Unglück und damit verbundenen Leid“, so Dr. Benson, „ist stets die Feuerwehr die erste Adresse von der Hilfe zu erwarten ist. Das verlangt Hingabe und Bereitschaft Hab und Gut des Nächsten zu retten und zu schützen. Das bedeutet aber auch Berufung und nicht nur Beruf. Und deshalb schlafen unsere Rettungskräfte oftmals nur mit halb geschlossenen Augen, weil für sie der Schutz ihrer Heimatgemeinde stets an erster Stelle steht“. Mit der Segnung aller Räume und des gesamten Gebäudes endete der kirchliche Teil und es folgten Grußworte der reichlich erschienenen Ehrengäste.

Pforzens Bürgermeister Herbert Hofer erinnerte in seiner Ansprache, dass es höchste Zeit gewesen wäre, für die Pforzener Wehr ein neues Gerätehaus zu errichten. Das alte Feuerwehrgebäude im Ortszentrum habe schon längst nicht mehr den Erfordernissen entsprochen. Zukunftsorientiert habe man nach einem neuen, vor allen Dingen auch verkehrstechnisch besser gelegenen Standort Ausschau gehalten. Und dabei wäre man im Gewerbegebiet „Wertachauen“ auf eine nicht mehr genutzte ehemalige Zimmerei gestoßen. Wie Pforzens Gemeindeoberhaupt erklärte, ein echter Glücksfall. Mit dem beauftragten Architekten Sebastian Geiger habe man den richtigen Mann gefunden, der die vorgetragenen Wünsche und Anregungen in ein modernes und bestens durchdachtes Feuerwehrgebäude umsetzen konnte. Dabei wurden keine „goldenen Hähne“ gefordert, vielmehr ein funktionales, zweckmäßiges Gebäude das alle gesetzlichen Bestimmungen und Erfordernisse erfülle. Dies sei in hervorragender Weise bei 1,9 Millionen Euro Gesamtkosten gelungen.

Pfarrer Dr. Pius Benson segnete das neue Feuwerwehrhaus in Pforzen.

Architekt Sebastian Geiger bezeichnete den Umbau als eine große und nicht ganz einfache Herausforderung und dankte diesbezüglich für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Gemeinsam habe man letztendlich ein zeitgemäßes öffentliches Gebäude ohne Protz und unnötigen Schnickschnack geschaffen. Stellvertretender Landrat Lars Leveringhaus und Kreisbrandrat Markus Barnsteiner beglückwünschten die Gemeinde Pforzen für dieses überaus gelungene und anspruchsvolle Feuerwehrhaus, „Planung ist das Eine – aber was dann allein durch viel ehrenamtliches Engagement am Schluss herauskommt“, so Markus Barnsteiner, „das ist das Andere“.

Ein glücklicher und zufriedener Feuerwehrkommandant, dankte in seiner Rede, zunächst seinem Amtsvorgänger Rainer Plevka für die vielen Stunden die dieser zur Verwirklichung des Projektes eingebracht und geopfert habe. Dank spendete Bernd Nather, aber auch seinen 51 Aktiven und elf Jungfeuerwehrlern für die rund 1200 ehrenamtlich am Bau geleisteten Arbeitsstunden. Dabei blieben auch die Ehefrauen und Familien nicht unerwähnt, die während des Umbaus oftmals auf „ihre Feuerwehrler“ daheim verzichten mussten. Dies alles habe sich aber gelohnt, denn herausgekommen sei am Ende ein wirklich „schmuckes neues Feuerwehrzuhause“ und so schloss Nather voller Stolz seine Ausführungen mit den Worten: „Unser Feuerwehrhaus ist nicht nur gut – nein, es ist sogar sehr gut ausgefallen!“

Mit Ehrenzeichen wurden anlässlich der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses in Pforzen sechs verdienstvolle Feuerwehrleute ausgezeichnet - für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit: Ehrenkommandant Johann Springer und für 40 Jahre aktiven Dienst: Karl und Manfred Haug, Johann Hofer, Werner Klöck und Winfried Schmid. Desweiteren sind auf unserem Foto noch einige Ehrengäste dieser Feierstunde unter den Geehrten

Zum Abschluss dieser Feierstunde konnten noch sechs verdienstvolle Brandbekämpfer mit Ehrenzeichen des Freistaates Bayern ausgezeichnet werden: Ehrenkommandant Johann Springer für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit und für jeweils 40 Jahre aktiven Dienst: Karl und Manfred Haug, Johann Hofer, Werner Klöck und Wilfried Schmid.

Wolfgang G. Krusche

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