Johannes Espermüller (FDP): "ÖPP ist eine große Chance"

Treffen mit Investoren

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Eine öffentlich-private Partnerschaft als Lösung für ein neues Stadion, um den Eissport in Kaufbeuren zu halten? Die Stadtspitze hält derzeit am Modell eines Kommunalunternehmens fest. Beim Bürgerenscheid am 18. Januar wird sich zeigen, ob der Neubau wie bisher geplant durchgeführt werden kann.

Kaufbeuren – Im Rahmen der Planungen für ein neues Eisstadion in Kaufbeuren hat die Stadt sich „ausführlich“ mit der Möglichkeit einer Finanzierung durch private Investoren beschäftigt und sich auch mit zwei möglichen Investoren getroffen.

Hintergrund ist das Engagement des gebürtigen Kaufbeurers und Münchner Unternehmers Claus Uwe Lehmann sowie Stadtrat Johannes Espermüller, möglicherweise Alternativen für einen Stadionneubau auf Kosten der Stadt zu finden. Derzeit gebe es aber keine Änderung in den Plänen der Stadt, ein neues Stadion wie beschlossen auf Basis eines ausgelagerten Kommunalunternehmens zu realisieren, wie Wirtschaftsreferent Siegfried Knaak gegenüber dem Kreisbote erklärt. 

Zwei große Unternehmen hatte Claus Uwe Lehmann mit dem Oberbürgermeister und weiteren Vertretern der Stadtspitze an einen Tisch gebracht. Der Münchener, der in Kaufbeuren geboren und aufgewachsen ist, sieht in der Beteiligung großer Investoren eine echte Chance, nicht nur das Stadion, sondern auch weitere Projekte in Kaufbeuren zu entwickeln. Als Basis schlägt er eine sogenannte „öffentlich-private Partnerschaft“ vor – „Kaufbeuren bietet Potenzial für finanzkräftige Investoren, die dann auch ein Stadion finanzieren könnten“, so sein Vorschlag. 

Auch Stadtrat Johannes Espermüller hält die Idee, private Investoren mit ins Boot zu holen, für gut. Er hat die Gespräche zwischen Lehmann und der Stadt vermittelt und sieht nun die Stadt am Zug: „Die Chancen müssen nun genutzt werden“, so Espermüller. Dass es tatsächlich Gespräche mit zwei Investoren gab, bestätigt Wirtschaftsreferent Siegfried Knaak. Man habe die Möglichkeit einer öffentlich-privaten Partnerschaft zudem unter anderem in den Stadtratssitzungen am 1. und 29. Juli „ausführlich dargestellt“. 

Als „wirtschaftlichste und schnellste Lösung“ sei vom Stadtrat aber der Bau und Betrieb des Eisstadions durch eine eigene Tochtergesellschaft (Kommunalunternehmen) beschlossen worden. Vorteile seien unter anderem optimale, nur der Kommune zur Verfügung stehende, Zinskonditionen und steuerliche Vorteile. „Fakt ist: Es liegt der Stadt kein auch nur annähernd besseres Konzept eines privaten Investors vor“, so Knaak. Bei den Gesprächen mit möglichen Investoren seien diese teilweise von „falschen Gegebenheiten hier in Kaufbeuren“ ausgegangen. Dies sehen Lehmann und Espermüller anders: „Die Chance, einen Investor zu finden, ist noch nicht vom Tisch”. 

Derzeit gibt es laut Lehmann ein weiteres Angebot eines möglichen Investors zu Gesprächen mit der Stadtspitze. Knaak bestätigt dies: „Wir werden jedes Angebot eines privaten Geldgebers weiterhin prüfen“, so der Wirtschaftreferent. von Michaela Frisch

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