Bezahlbarer Wohnraum

Neues Wohnquartier auf dem ehemaligen „Wünstel“-Gelände: Stadt Kaufbeuren stößt großes Bauprojekt an

Bauprojekt Wohnviertel Wünnstel Blasius Blick Werkausschuss. Kaufbeuren
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Zwischen der Kemptener Straße und dem Blatterbachweg in Kaufbeuren soll ein neues Wohnviertel entstehen.

Kaufbeuren – Um dem steigenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum zu begegnen, plant die Stadt Kaufbeuren auf dem ehemaligen „Wünstel“-Gelände zwischen Kemptener Straße und Blatterbachweg Mietwohnungen zu errichten. Das Bauprojekt war Thema in der jüngsten Sitzung des Werkausschusses. Einig waren sich die Stadträte, dass das neue Quartier „das Gesicht Kaufbeurens mitprägen“ wird.

Durch das Bauvorhaben sollen insbesondere Haushalte aus den mittleren Einkommensschichten erreicht werden. Referatsleiterin Caroline Moser bezeichnete das Vorhaben als „städtebauliches und wohnungswirtschaftliches Leuchtturmprojekt“. 80 Wohnungen könnten im altstadtnahen „Wohnviertel Blasius Blick“ entstehen – „mit spektakulärer Aussicht und Blick auf den Blasius­turm“, wie Baureferent Helge Carl erläuterte. Auch durch eine gute Anbindung an den ÖPNV und attraktive grüne Außenräume könne der Standort glänzen, so Carl. Neben dem Gelände des ehemaligen Autohauses Wünstel hat die Stadt auch einen Teil des früheren Minigolfplatzes gekauft. Entlang des Märzenbaches könnten ­Carls Schilderungen zufolge zwei drei- und ein viergeschossiges Gebäude entstehen. Ob an der Stadtmauer auch ein Gebäude mit fünf Geschossen realisierbar ist, soll noch geprüft werden.

Zeitplan für Bauprojekt

Im weiteren Vorgehen soll 2022 eine detaillierte Entwurfsplanung folgen. Ehe es mit der Bebauung losgehen kann, müssen außerdem Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Als Baubeginn sei Carl zufolge 2023 anvisiert, mit der Fertigstellung sei frühestens 2025 zu rechnen. Mindestens 21 Millionen Euro wird das Projekt voraussichtlich kosten. Dazu kann die Stadt Mittel aus einem kommunalen Wohnraumförderungsprogramm in Anspruch nehmen, mit dem der Freistaat die Kommunen dabei unterstützt, selbst Wohnraum für einkommensschwächere Haushalte zu planen und zu bauen.

Kreative Ideen gefragt

Wegen der vielfältigen Herausforderungen des Grundstücks und der verschiedenen Planungsziele biete sich laut Carl die Durchführung eines Planungswettbewerbs als nächsten Schritt an. Auf diesem Wege könnten lokale Architekturbüros ihre Entwürfe für das Projekt vorlegen, die dann eine Jury bewertet. „Wir brauchen viele Ideen von kreativen Planern“, begrüßte auch Christian Sobl (CSU) die Vorgehensweise. „So können wir möglichst viele Projektziele, die den Zeitgeist treffen, erreichen“, äußerte sich Sobl trotz des herausfordernden Bauvorhabens zuversichtlich.

Vielfältige Ziele

Bürgermeister Oliver Schill (Grüne) hob die in den Planungszielen festgelegte Schaffung von Freiräumen mit hoher Aufenthaltsqualität hervor und regte an, eine klima­freundliche Bauweise mit zu berücksichtigen. Ökologisches Aufwertungspotenzial sah Carl beim Märzenbach, der die Grundstücke mittig durchfließe. Durch eine Renaturierung könnte laut Carl die Aufenthaltsqualität im Quartier gesteigert und ein Beitrag zur Artenvielfalt sowie der Klimaresilienz geleistet werden. Robert Klauer (KI) unterstützte den „schönen ökologischen Gedanken“ und freute sich über das angestoßene Bauprojekt. Klauer bezeichnete das Areal als jahrelang ungenutzten „Schandfleck“ und begrüßte umso mehr, „dass sich da was bewegt“. Auch Pascal Lechler (SPD) erachtete das neue Wohnviertel als ein „für die Stadtentwicklung wichtiges Projekt“. Weitere Ziele sind unter anderem die Reduzierung des motorisierten Verkehrs im Quartier sowie eine gute soziale Durchmischung, die durch einen Mix von Wohnungsgrößen und eine ausgewogene Wohnungsvergabe sichergestellt werden soll.

von Mahi Kola

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