Wolkenhaus eingelagert

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Am Mittwoch bauten Thomas Ohr (v. li.) und Matthias Lang von der gleichnamigen Firma das Wolkenhaus des Künstlers Ulrich Vogl in der Fußgängerzone ab. Bis ein neuer Standort feststeht, wird es im Wertstoffhof der Stadt eingelagert.

Kaufbeuren – Nanu, wo ist denn das Wolkenhaus? Das Kunstwerk von Ulrich Vogl ist am Mittwoch im Zuge der Vorbereitungen auf die Neugestaltung des Fußgängerzone abmontiert worden. Nun wird es im Bauhof zwischengelagert, bis es einen neuen Standort gefunden hat. Eines ist sicher: In der Fußgängerzone wird es nicht wieder aufgestellt.

Der aus Kaufbeuren stammende Künstler Ulrich Vogl ist beim Abbau hautnah dabei. Am Vortag hat er die Aluminiumwolken aus dem Glashaus herausgenommen. Für den Abbau war am Mittwoch die Firma Matthias Lang aus Dinkelsbühl zuständig. Die Mitarbeiter kennen sich mit dem Wolkenhaus aus, denn sie haben es vor rund drei Jahren auch angefertigt und am Kaisergäßchen/Ecke Salzmarkt aufgebaut. Die Kosten für den Abbau übernimmt die Tiefbauabteilung der Stadt. Sie seien laut Vogl „sehr gering“.

Wo das Kunstwerk seine neue Heimat findet, ist noch unklar, sagte Vogl, der in Berlin lebt, dem Kreisbote. „Wir erarbeiten wegen des Urheberrechts im Dialog mit der Stadt Vorschläge.“ Fest stehe, dass die Glasskulptur nicht mehr in die Fußgängerzone zurückkehren wird. Der städtische Baureferent Helge Carl wolle eine „unmöblierte“ Fußgängerzone, so Vogl. „Ich finde das schade“, bedauert der Künstler. „Gerade nachts war das doch ein Lichtpunkt in der Altstadt.“

Er wisse, dass das Wolkenhaus „viele aufregt“. Das sieht er jedoch nicht als Misserfolg, wertet es stattdessen sogar als Erfolg. Dass verschiedene Menschen verschiedenen Ansichten hätten, spiegele sich in seinem Kunstwerk wider. So hinterlasse auch diese Zeit Spuren.

Als neuen Standort für das Wolkenhaus könne sich Vogl mehrere, aber noch nichts konkretes vorstellen. Er erhofft sich, dass das Wolkenhaus zusammen mit Bänken einen Platz bilden wird. Auch am bisherigen Standort hätte er das architektonische Gebilde gerne in die Umgebung „eingebunden“ gehabt. Stattdessen gibt es in der Umgebung immer mehr Leerstände, die nicht zur Aufwertung des Ortes beitragen. An der alten Stelle in der Altstadt war das Wolkenhaus am Straßenlaternensystem angeschlossen und demzufolge nur bei Dunkelheit beleuchtet. Das soll sich an der neuen Position ändern, denn dort soll es dauerhaft mit Strom versorgt werden, wünscht sich der Künstler.

Je nachdem, wann sich der Wahlberliner mit der Stadt Kaufbeuren auf einen neuen Standort einigt, werde das Wolkenhaus im Sommer dieses oder nächsten Jahres wieder aus der Zwischenlagerung im Bauhof geholt und am neuen Platz installiert, sagte Vogl.

von Martina Staudinger

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