Schweinberger wünscht sich Regen und Schnee

Beim Neujahrsempfang 2020 in Buchloe sind die Bürgermeisterkandidaten ein großes Thema – Stadt ehrt Ehrenamt

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Vor rund 300 geladenen Gästen wurden auch beim diesjährigen Neujahrsempfang in Buchloe wieder zahlreiche ehrenamtliche Helfer geehrt.

Buchloe – Es gab viel zu diskutieren beim diesjährigen Neujahrsempfang. Eine Frage beschäftigte das politische Buchloe aber besonders: Welcher der sechs Kandidaten hat welche Chancen bei der kommenden Bürgermeisterwahl? Amtsinhaber Josef Schweinberger tritt bekanntermaßen nicht mehr an.

Übereinstimmende Meinung: „Das wird alles knapp und wahrscheinlich gibt es eine Stichwahl“.

Die Aula des Buchloer Gymnasiums war in diesem Jahr wieder der Treffpunkt für die geladenen Gäste des Neujahrsempfanges der Stadt, unter ihnen Landtags­abgeordnete Angelika Schorer und Landrätin Maria Rita Zinnecker (beide CSU).

Zu diskutieren gab es nach der letzten Rede in Josef Schweinbergers Amtszeit aber nicht nur Personalien. Der wünscht sich dringend Schnee und Regen und möchte gerne die Knallerei an Silvester verbieten lassen. Regen und Schnee deswegen, weil die Grundwasserreserven einen bedenklichen Mindeststand erreicht hätten, und weniger Knallerei, um die Feinstaubbelastung zu reduzieren. Auch in Buchloe entspricht die Feuerwerks-Feinstaubmenge an Silvester etwa 15 Prozent der gesamten Feinstaubmenge eines Jahres. Sein Appell, mit dem sich aber wahrscheinlich erst der neue Bürgermeister und der neue Stadtrat beschäftigen werden: „Lasst uns über ein bürgergesponsertes zentrales Feuerwerk oder eine Lichtshow nachdenken“.

Das sind aber nur einige Punkte aus der Liste für die „Nach-Schweinberger-Zeit“. Der neue Stadtrat, der ab dem 1. Mai im großen Sitzungssaal tagen wird, muss sich um die Sanierung der Dreifachturnhalle und den Neubau des Franziskus-Kindergarten kümmern. Auch die Sanierung der Kläranlage und die Planung für die Sanierung des Freibades stehen an. Nicht zu vergessen: die Fahrradstellplätze am Bahnhof müssen gekauft und errichtet werden. Und dann gibt es noch das große Thema der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Buchloe. Das Konzept für den Sozialen Wohnungsbau ist erstellt und auch die Grundstücke sind schon erworben, verriet der Rathauschef.

Nicht ganz so erfreulich sei, so der Bürgermeister, dass das bundesdeutsche Wirtschaftswachstum im letzten Jahr gesunken sei und auch Buchloe einen Warnschuss abbekommen habe, was sich an der Gewerbesteuer deutlich ablesen ließe. Das habe natürlich auch Auswirkungen auf den Haushalt. Trotzdem könne die Stadt positiv in die Zukunft blicken, neue Arbeitsplätze seien entstanden und die Arbeitslosenquote im Norden des Landkreises Ostallgäu liege nach wie vor im Bodensatzbereich.

Gut gerüstet

Untrennbar mit dem Namen Schweinberger dürfte der Hochwasserschutz in der Region verbunden bleiben. Derzeit entstehe, so der Bürgermeister, das letzte Rückhaltebecken bei Eurishofen und die allerletzte Maßnahme der Durchleitung bei Westendorf könne im Frühjahr begonnen werden. Damit dürften die Kommunen an Gennach und Hühnerbach gegen das sogenannte hundertjährige Hochwasser geschützt sein. Rund 22 Millionen Euro gab es an Zuschüssen durch den Freistaat und die Europäische Union.

Ehrung des Ehrenamtes

Fester Bestandteil des Buchloer Neujahrsempfanges ist die traditionelle Ehrung der ehrenamtlich engagierten Menschen in Buchloe. In diesem Jahr wurden geehrt:

Apollonia Götzfried, seit 16 Jahren Schatzmeisterin des Katholischen Deutschen Frauenbundes, Zweigverein Buchloe.

Hannelore Ludwig, seit 15 Jahren Schriftführerin und Ansprechpartnerin bei Sportbetrieb und Veranstaltungen beim VfL Buchloe e.V.

Renate Pfandzelter, seit 30 Jahren betreut sie die Frauengymnastik und die Seniorengruppe beim VfL Buchloe e.V. Insgesamt ist sie seit 60 Jahren in verschiedenen Bereichen beim VfL tätig.

Silvia Schwele, seit 31 Jahren als Übungsleiterin für das Mädchenturnen ehrenamtlich beim VfL Buchloe e.V. tätig.

Regina Waltenberger, ebenfalls seit 31 Jahren als Übungsleiterin für das Mädchenturnen beim VfL Buchloe e.V. aktiv.

Rita und Wolfgang Frei, das Ehepaar betreut seit 19 Jahren als Hausmeister das Vereinsheim der Musikkapelle Honsolgen e.V.

Günter Förg, seit 30 Jahren Kassier der Jagdgenossenschaft Buchloe beim Bayerischen Bauernverband.

Ulrich Herkommer, seit 26 Jahren Schriftführer bei der Jagdgenossenschaft Buchloe.

Jürgen Hermann, seit 16 Jahren Leiter der Big Band, seit sechs Jahren 2. und seit zwei Jahren 1. Vorsitzender der Stadtkapelle Buchloe e.V. Er ist Initiator der Bläserklasse MS am Gymnasium.

Gerhard Lang, seit 28 Jahren Kassier der Freiwilligen Feuerwehr Hausen.

Johann Port, seit 19 Jahren 1. Vorsitzender der Jagdgesellschaft Honsolgen-Hausen.

Jürgen Schwelle, seit 15 Jahren 2. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Buchloe

Josef Währinger, seit 27 Jahren Schriftführer der Sozialstation Buchloe-Germaringen-Pforzen.

Aus der Hand vom neuen Stadtpfarrer Dieter Zitzler erhielt der langjährige Gesamtkirchenpfleger Karl Kutter eine Urkunde anlässlich seiner Verabschiedung in den Ruhestand. Er will sich aber ehrenamtlich weiter für das „Haus der Begegnung“ engagieren.

Toller Empfang

In einem Punkt herrschte Übereinstimmung bei den Gästen. „Es war wieder ein toller Neujahresempfang“. Für die gute Stimmung sorgten nicht zuletzt die Sänger und Sängerinnen von „Vocappella“, einem Chor der VHS unter Leitung von Susanne Storz-Frischenschlager und die zum VfL Buchloe gehörende Showtanzgruppe „One Passion & Akrobatik Astral“. Für den reibungslosen Ablauf sorgte einmal mehr Josef Schweinbergers Sekretärin Gaby Hartl zusammen mit Hausmeister Markus Schwelle. Für Gaby Hartl ist es auch der letzten Neujahresempfang. Sie geht zusammen mit ihrem Chef in den wohlverdienten Ruhestand.

Siegfried Spörer

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