Neujahrsempfang des Ärztlichen Kreisverbandes Ostallgäu – Kaufbeuren bekommt Bereitschaftspraxis

Einzelpraxis bald ein Auslaufmodell?

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Im Namen der heimischen Politik überbrachten Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse (li.), die CSU-Landtagsabgeordnete Angelika Schorer (2. v. re.) und Kaufbeurens 3. Bürgermeister Ernst Holy dem Ärztlichen Kreisverband Ostallgäu und deren 2. Vorsitzenden Dr. Sabine Sprich (zweite von links) die besten Neujahrsgrüße.

Kaufbeuren – „Die Entwicklung im Gesundheitswesen schreitet immer rascher voran“, so Dr. Sabine Sprich, 2. Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbandes Ostallgäu, beim traditionellen Neujahrsempfang im Forum der Sparkasse Kaufbeuren.

Sie vertrat an diesem Abend die verhinderte Vorsitzende Dr. Marlene Lessel und ging in ihren weiteren Ausführungen auf den immer spürbar werdenden Strukturwandel im Gesundheitswesen näher ein, der mittlerweile auch das Ostallgäu erreicht habe. Eine wichtige Nachricht für Kaufbeuren hatte sie auch im Gepäck: Die Wertachstadt wird Ende Januar dieses Jahres offiziell eine Bereitschaftspraxis erhalten.

Kleine Praxen hätten nur noch geringe Überlebenschancen und müssten über kurz oder lang ihren Dienst einstellen, während größere Gemeinschaftspraxen wie „Pilze aus dem Boden schießen“. Diese Tatsache biete einerseits neue Möglichkeiten sowohl für Ärzte als auch Patienten. Andererseits werde die bis dahin vertraute Einzelpraxis mehr und mehr zum Auslaufmodell.

Bereitschaftspraxis für Kaufbeuren

„Die Zeiten ändern sich, wer nicht stehen bleiben will, muss mit der Zeit gehen“, so die zweite Vorsitzende weiter. Als positive Nachricht hob sie dabei hervor, dass Kaufbeuren Ende Januar dieses Jahres offiziell eine Bereitschaftspraxis erhalte. Diese werde von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB) geführt, wobei gleichzeitig die neue Bereitschaftsdienstregion Memmingen-Kaufbeuren-Mindelheim ihre Tätigkeit aufnehme und so werde es neben Kaufbeu­ren auch an den beiden anderen Standorten entsprechende Bereitschaftspraxen geben. Dies bringe entscheidende Vorteile, da wesentlich mehr Ärzte in diesem Raum erfasst wären und dadurch die Aufteilung des Bereitschaftsdienstes erheblich einfacher sei. Im Kaufbeurer Klinikum, in den Räumen der „Geniall-Praxis“ werde, so Dr. Sabine Sprich, die Bereitschaftspraxis unter dem alten Namen zu finden sein, jedoch sollen künftig Ärzte aus dem gesamten Bezirk in dieser Bereitschaftspraxis eingesetzt werden.

Ein sogenanntes „Dienstplanprogramm“, das im Allgäu als Pilotprojekt getestet wurde, habe sich laut Dr. Sprich bewährt und könne nun bayernweit übernommen werden. Somit würden sich gewisse Verbesserungen ergeben. Allein schon dadurch, dass Ärzte in Eigenregie zur Verfügung stehen und deshalb weniger belastet wären.

Oberbürgermeister Stefan Bosse überbrachte, wie er betonte, die Neujahrsgrüße vonseiten der anwesenden „Politik“. So weilten unter den Gästen unter anderem auch die CSU-Landtagsabgeordnete Angelika Schorer, Kaufbeurens Bürgermeister Ernst Holy, sowie mehrere Bürgermeister und Räte aus den umliegenden Gemeinden. Auch in deren Namen dankte Kaufbeurens Stadtoberhaupt den zahlreich erschienenen Medizinern für deren verantwortungsvolle Arbeit und betonte, dass die Ärzteschaft für alle ein „kostbarer Schatz“ sei und so werde die Stadt und der Landkreis auch weiterhin auf eine fruchtbare und erfolgreiche Zusammenarbeit allergrößten Wert legen.

Auch sprach OB Bosse in seiner Rede die bevorstehenden Veränderungen im medizinischen Bereich an und berichtete von einem Messebesuch. Dort stand das Thema „Senioren möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung zu belassen“ im Vordergrund. Hier würden sich in nächster Zeit noch sehr viele faszinierende Perspektiven auftun, um das Leben älterer und gebrechlicher Menschen erheblich zu erleichtern, war sich Kaufbeurens Rathaus­chef am Schluss seiner Ausführungen sicher.

Nach Überreichung kleiner Geschenke an den Leiter für Fortbildungsmaßnahmen beim AEKV, den Kassenprüfern, den Verantwortlichen der Webseite und den Damen am Empfang, ging es bei einem reichlich gedeckten Buffet und musikalischer Untermalung durch die Tiny-Schmauch-Band zum gemütlichen Teil über, an dem die Geselligkeit, angeregte Gespräche und Erfahrungsaustausch an erster Stelle standen. Kein Wunder, dass die rund 120 Gäste (neuer Teilnehmerrekord) noch lange beisammen saßen und standen.

von Klaus-Dieter Körber

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