Weichen ausgezeichnet gestellt

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Oberst Dr. Volker Pötzsch (links) als Standortältester und Kommandeur der Abteilung Süd des Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe rückte in seine Ansprache die Themen Terrorismus und Flüchtlinge in den Fokus.

Kaufbeuren – Beim traditionell gemeinsamen Neujahrsempfang der Stadt Kaufbeuren und der Bundeswehr konnten die Gastgeber wie jedes Jahr eine große Zahl von Repräsentanten aus allen Teilen der Gesellschaft begrüßen.

In ihren Ansprachen gaben Oberst Dr. Volker Pötzsch als Standortältester und Kommandeur der Abteilung Süd des Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe sowie Oberbürgermeister Stefan Bosse einen Rückblick auf das vergangene Jahr und einen Ausblick auf 2017. Der OB sprach von „ausgezeichnet gestellten Weichen“ und kündigte ein „neues Konzept für den umfassenden Kontakt mit den Bürgern“ an. Aus Sicht des Kommandeurs war 2016 zwar der „Terrorismus das bestimmende Thema“, aber auch das Thema Flüchtlinge „war nicht weg“.

„Unverändert waren und sind die großen Krisen und Krisenherde der letzten Jahre in unseren Nachrichten präsent“, sagte Dr. Pötzsch in seiner Rückschau. Doch der Terrorismus sei das bestimmende Thema gewesen. Nicht zuletzt hätten die schrecklichen, menschenverachtenden Anschläge in der ganzen Welt und auch in Deutschland deutlich vor Augen geführt, dass Leben in Frieden leider eben doch kein natur- oder gottgegebener Zustand ist. Doch die Lösung von Konflikten sei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, bei der sich auch die Bundeswehr in einer Vielzahl von Auslandseinsätzen unverändert mit großem Personal- und Materialeinsatz beteilige. „Soldatinnen und Soldaten des Standortes Kaufbeuren haben daran 2016 mit fast 700 Einsatztagen ebenfalls wieder ihren Beitrag geleistet“, sagte der Kommandeur, obwohl Experten für den Kernauftrag der hoch spezialisierten Schule nur schwer zu ersetzen seien. Ebenso werde das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge durchgehend mit zwei bis drei Soldatinnen und Soldaten unterstützt.

„Im Tagesgeschäft Ausbildung wurden in mehr als 340 Lehrgängen wieder fast 3.000 Schülerinnen und Schüler ausgebildet“, resümierte Dr. Pötzsch, „daneben haben wir alle unsere Lehrgänge auf den Prüfstand gestellt und teilweise deutlich reduziert.“ Besonders stolz sei man auch auf die Etablierung moderner Ausbildungstechnologien wie virtuelle Flugzeuge und Flugplätze, Laptops und ActionCams sowie VR-Brillen. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken und Vergleiche – auch zu zivilen Einrichtungen – nicht scheuen“, stellte der militärische Führer fest. Besonders hob er die gute Zusammenarbeit mit der Stadt hervor, mit der zusammen „vieles ohne großes Aufsehen und Reibungsverluste gelingt, was an anderer Stelle mittelschwere Krisen auslösen würde“. Werbung in eigener Sache machte er für das Projekt „Helfen macht Schule“, bei dem bereits etliche Tausend Euro für soziale Projekte gespendet oder mit Arbeitsleistung unterstützt worden waren. In diesem Zusammenhang machte er den Vorschlag für ein Fußballspiel Stadt gegen Bundeswehr, dessen Erlös dem Projekt zufließen könnte.

„24-Stunden-Sprechstunde“

„Jeder Tag mit der Bundeswehr hier in Kaufbeuren ist ein guter Tag“, sagte OB Stefan Bosse eingangs seiner Ansprache, was mit spontanem Beifall quittiert wurde. Er freute sich über die Ansiedlung der DFS-Tochter „Kaufbeuren ATM Training GmbH“ und gab der Hoffnung Ausdruck, dass beim laufenden Verfahren für die Eurofighter-Ausbildung „etwas raus kommt, was wir hier behalten“. Bosse versprach für 2017 „eine 24-Stunden-Sprechstunde des OB, analog und authentisch, unmittelbar, vor Ort an jeder beliebigen Stelle im Stadtgebiet, kostenlos buchbar, kostenfrei stornierbar“.

Er sprach von einem „epochalen Meilenstein“ beim B12-Ausbau, streifte die Themen Wohnbau, neue Einzelhandelsflächen, Bahnhof, Behördenansiedlung und Fußgängerzone. Letztere werde über die neuen Lampen auch mit Lichtwellenleitern angebunden und ermögliche damit die Einrichtung von WLAN-Hotspots. „Die Weichen für Kaufbeuren sind ausgezeichnet gestellt“, lautete die Botschaft der Stadtspitze.

Für das Jahr 2017 formulierte Bosse drei zentrale Botschaften: kein Populismus, kein Risiko in der kommunalen Finanzplanung und gute Infrastrukturen für uns und unsere Kinder. Bosse endete mit einem Zitat des Bruders von Stevie Wonder bei dessen Besuch in Kaufbeuren im letzten Jahr, der gesagt habe: „What a wonderful and peaceful city!“

von Wolfgang Becker

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