Investor an Bahnhof interessiert

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Bahnhof Kaufbeuren: Eine unendliche Geschichte in Sachen Neubau und Barrierefreiheit.

Kaufbeuren – Eine positive Bilanz des vergangenen Jahres für Stadt und Landkreis zog vergangene Woche die Kaufbeurer CSU bei ihrem Neujahrsempfang. Doch auch der Blick in die Zukunft der Region fiel aus Sicht des MdB und Ortsvorsitzenden Stephan Stracke, der Landrätin Maria Rita Zinnecker und des Oberbürgermeisters Stefan Bosse ebenfalls optimistisch aus.

Insbesondere der in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommene vierspurige Ausbau der B12 von Kaufbeuren bis Kempten fand von „epochal“ über „bahnbrechend“ bis „sensationell“ eine entsprechende Würdigung. Doch nicht nur regionale Themen standen auf der Agenda: Stracke sprach aus nationaler Sicht von „ungewöhnlich großen Herausforderungen“.

Vor zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Vereinen zog der Ortsvorsitzende in der Kolping Akademie ein Resümee des vergangenen Jahres. Auch wenn vieles gut gelungen sei, wolle mancher das Jahr 2016 angesichts von Anschlägen sowie Unglücken sicher überblättern. Mit Blick auf die anstehenden Wahlen stellte Stracke die Frage: „Wie geht es weiter mit Europa und Deutschland?“ Offenheit, Sicherheit und Werte seien aufeinander bezogen und müssten miteinander in den Blick genommen werden.

Er warnte vor einer Spaltung der Gesellschaft. Dazu bedürfe es einer „ehrlichen Politik“; in der Flüchtlingspolitik müsse die Rechtsstaatlichkeit bei der Zuwanderung gelingen. Gerade der Familiennachzug werde beispielsweise bei Kitas und Wohnraum spürbarer. Bezug nehmend auf die Bundestagswahlen sagte Stracke: „In der SPD gibt es keinen Hemmschuh mehr für ein ‚Rot-Rot-Grünes Bündnis‘!“ Innere Sicherheit, aber auch die soziale Sicherheit spiele eine wichtige Rolle. „Soziale Gerechtigkeit muss aber durch Leistungsträger erwirtschaftet werden“, so das Fazit des Abgeordneten. Stracke sieht zudem einen starken Euro („der Euro darf nicht zur Lira werden“) als wesentlichen Stabilitätsanker. Den B12-Ausbau bezeichnete er als „epochal für die wirtschaftliche Prosperität der Region“.

„Bahnbrechend“

Nach den Worten von Landrätin Maria Rita Zinnecker hat der Landkreis im abgelaufenen Jahr ebenfalls „gute Erfolge“ zu verzeichnen. Die Ortsumfahrungen von Marktoberdorf und Pforzen wären seitens des Bundes in den vordringlichen Bedarf aufgenommen worden. Doch zweifellos der größte Erfolg sei der vierspurige Ausbau der B12. „Das ist bahnbrechend für die Entwicklung der gesamten Region“, freute sich die Landrätin. Als eigenen Auftrag betrachtete sie mit Blick auf die B12 die interkommunale Entwicklung unter anderem bezüglich der Abfahrten und Gewerbegebiete. Für die Flüchtlingssituation gelte das Motto „Fördern und Fordern“, denn Integration müsse von beiden Seiten stattfinden. Bezogen auf den „Brexit“ und die Trump-Wahl sagte sie abschließend: „Die bei uns seit Jahrzehnten Stabilität garantierende Demokratie ist kein Selbstläufer!“

„Neuer Bahnhof“

Für OB Stefan Bosse stellte der B12-Ausbau neben anderen Meilensteinen einen „sensationellen Erfolg“ dar. „Die meisten ahnen gar nicht, was das für die Region bedeuten wird“, so seine Worte. Die Fluglotsenausbildung und eine Außenstelle der Staatskanzlei seien etabliert und die bisherige „Fachhochschule für Finanzen“ habe sich nunmehr zur „Hochschule für den öffentliche Dienst“ gewandelt. Bosse verkündete zudem eine Neuigkeit. Für den Bahnhof seien Veränderungen zu erwarten; da die Bahn ihn wohl verkaufen möchte. Es gebe einen Investor, der interessiert sei. Auch die Barrierefreiheit würde dann umgesetzt. Mehr könne er momentan nicht sagen, aber „das Projekt ist in Arbeit“.

von Wolfgang Becker

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