Höhepunkte und Zukunftsperspektiven

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In seiner Ansprache erklärte OB Stefan Bosse die Standortsicherung als ein primäres Ziel der Stadtpolitik.

Kaufbeuren – Beim traditionell gemeinsamen Neujahrsempfang von der Stadt Kaufbeuren und der Bundeswehr konnten die Gastgeber wie jedes Jahr eine große Zahl von Repräsentanten aus allen Teilen der Gesellschaft begrüßen. In ihren Ansprachen gaben Oberst Dr. Volker Pötzsch als Standortältester und Kommandeur der Abteilung Süd des Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe sowie Oberbürgermeister Stefan Bosse einen Rückblick auf das vergangene Jahr und einen Ausblick auf 2016.

Der OB sprach von der „beliebten Bundeswehr“ und dem „primären Ziel der Stadtpolitik, den Bundeswehrstandort dauerhaft zu sichern“. Aus Sicht des Kommandeurs war 2015 in Teilen zwar ein „unschönes Jahr“, welches für Kaufbeuren aber auch „Highlights“ bereithielt. Dr. Pötzsch sprach in seiner Rückschau mit Blick auf die Ereignisse in der Ukraine und die Taten des IS von einem „unschönen Jahr“. Man habe zwar kleine Fortschritte im Kampf gegen den Terror erzielt, aber angesichts der Attentate seien das keine echten Erfolge, und auch die Bundeswehr sei nunmehr aktiv beteiligt.

Die Vorgänge in der Ukraine hätten zu einem veränderten Bewusstsein in der Gesellschaft geführt. Dies bilde sich auch in der für 2016 angekündigten Auflage für ein neues „Weißbuch“ zur Sicherheitspolitik und Zukunft der Bundeswehr ab. Über 1.000 Akteure in zehn Experten-Workshops hätten in der Neuauflage zu einem breiten Konsens als Ergebnis geführt.

"Highlights"

Das Jahr enthielt aus Sicht des Kommandeurs zwei „Highlights“: die verschobene Verlagerung der Ausbildungseinrichtung auf 2022 und die Übernahme der Flugsicherungs-Ausbildung durch die Deutsche Flugsicherung (DFS). Mit Blick auf die Terminänderung sagte Pötzsch: „Jeder wusste, dass es nicht funktionieren konnte. Diese schöne Nachricht gibt uns Planungssicherheit und ist sicher auch für die Stadt nicht schlecht.“

Der Ausbildungsbetrieb sei im Kerngeschäft mit über 3.000 Lehrgangsteilnehmern in rund 330 Lehrgängen in vollem Umfang weiter gelaufen. Zusammen mit anderen Dienststellen waren in der Spitze täglich über 1.500 Personen im Fliegerhorst anwesend. Die Kooperation mit der DFS sei „sehnlichst erwartet und ungemein positiv aufgenommen worden“ und stelle die „qualitativ hochwertige Ausbildung“ weiter in Kaufbeuren sicher. Der Weg werde bereits aktiv in Form von personeller und fachlicher Verflechtung von Bundeswehr und DFS beschritten.

Mit dem Projekt „Helfen macht Schule“ sind nach den Worten des Kommandeurs durch soziales Engagement im vergangenen Jahr mehr als 14.000 Euro an verschiedene Organisationen geflossen. Auch im Rahmen der Flüchtlingssituation habe sowohl die Stadt als auch die Bundeswehr „zu einem guten Stück ihren Beitrag geleistet“.

"Gute Nachricht" 

„Stoßen Sie mit uns auf die wohl längste Standortschließung der Bundeswehr an. Wir gehen hier in Kaufbeuren also in die Verlängerung, bis mindestens 2022. Das ist eine gute Nachricht für die Stadt und die Region und eine frohe Botschaft für die Beschäftigten hier am Standort“, so der OB zu Beginn seiner Ansprache.

Er bedankte sich bei allen Mandatsträgern der verschiedenen Ebenen und betonte, dass es ein primäres Ziel der Stadtpolitik sei, mit deren Unterstützung den Bundeswehrstandort Kaufbeuren dauerhaft zu sichern. Dazu gehöre auch die Ansiedlung der DFS. „Ich freue mich sehr über die Ansiedlung dieses neuen Unternehmens hier auf dem Gelände“, sagte die Stadtspitze. Ebenso erfreut zeigte er sich über die Initiative des Bayerischen Landtages zur Ausbildung von zivilen Drohnen am Standort Kaufbeuren, die jüngst von den Freien Wählern angestoßen worden war (wir berichteten).

In seiner äußerst launigen Rede („Das war fast faschingsreif“, sagte ein Teilnehmer später) streifte Bosse die Themen Bürgerentscheid, Investitionen, neue Bahnhalte und die Ansiedlung von Behörden. Außerdem suche die Stadt noch einen Namenssponsor für die neue Eisarena. Abschließend bezeichnete er Kaufbeu­ren als „Potenzialstadt“, die dank engagierter und professioneller Verwaltung für die Zukunft gut gerüstet sei.

von Wolfgang Becker

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