Ein "Glücksfall" für die Stadt

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Im Gespräch: Die stellvertretende Vorsitzende des Gablonzer Heimatkreises und Stadträtin Sylwia Pohl (v. re.), Heimatkreisbetreuer und Stadtrat Dr. Thomas Jahn, OB Stefan Bosse, der Vorsitzende der Stiftung Isergebirgs-Museum Dr. Martin Posselt, László Kasztner vom Städtepartnerschaftsverein und Viktor Polanski aus Ettringen (die beiden letzteren nicht auf dem Foto).

Kaufbeuren – Einmal mehr betonte Oberbürgermeister Stefan Bosse beim Neujahrsempfang der Sudetendeutschen Landsmannschaft, wie wichtig der Stadtteil Neugablonz für Kaufbeuren ist. Das Stadtoberhaupt und Heimatkreisbetreuer Dr. Thomas Jahn hatten auch dieses Jahr die Vertreter der Neugablonzer Vereine in den historischen Rathaussitzungssaal geladen, um ihnen für ihren ehrenamtlichen Einsatz für die Belange der Sudetendeutschen im vergangenen Jahr zu danken.

OB Bosse führte aus, dass die Stadt ohne Neugablonz nicht dort stünde, wo sie heute steht, Neugablonz sei ein Glücksfall für Kaufbeuren. Und er gab einen Ausblick auf die beiden 2016 anstehenden Jubiläen: Am Sonntag, den 11. September, sollen „70 Jahre Neugablonz“ im Beisein des Bayerischen Innenministers Joachim Herrmann im Gablonzer Haus „angemessen gefeiert“ werden. Und 14 Tage später finden die Festlichkeiten anläßlich des 150. Jahrestags der Stadterhebung von Gablonz a. d. Neiße dort im Rahmen des alljährlichen Herbstfestes statt.

Anmeldungen zur vom Städtepartnerschaftsverein organisierten Fahrt nach Gablonz werden laut László Kasztner ab 29. Februar möglich sein. Da es voraussichtlich einen Run auf die in Gablonz nur begrenzt verfügbaren Übernachtungsmöglichkeiten geben wird, ist eine frühzeitig Anmeldung empfehlenswert. Ebenfalls nach Gablonz reisen werden die Musikvereinigung Neugablonz, um erneut zusammen mit Mlada Dechovka, der „Jungen Blasmusik“ aus Gablonz aufzutreten, sowie „Mauke – Die Band“, die Gablonz und dessen Bürgermeister Petr Beitl bei ihrem Besuch 2015 im Sturm erobert hatten.

Außerdem konnten beim Neujahrsempfang erstmals die beiden stellvertretenden Bezirksobleute des Bezirksvorstands Schwaben der Sudetendeutschen Landsmannschaft begrüßt werden, Edmund Schiefer aus Mindelheim (u. a. Stiftungsratsvorsitzender des Böhmerwaldheimatkreises Prachatitz) und Viktor Polansky aus Ettringen. Auch Dr. Martin Posselt, der Vorsitzende der Stiftung Isergebirgs-Museum, hatte diesmal die anderthalbstündige Fahrt von seinem Wohnort auf sich genommen, um sich als frisch gewähltes Mitglied für Polzen-Neiße-Niederland in der Bundesversammlung der Sudetendeutschen vorzustellen.

Dr. Posselt berichtete über die Pläne zum Um- und Erweiterungsbau des Gablonzer Hauses mit Unterstützung der Stadt und mit Fördermitteln vom Land Bayern. Die Vollendung der letzten Etage des Gablonzer Hauses ist für 2017 geplant.

Daneben äußerten sich der OB und Dr. Jahn sehr kritisch über die aktuelle „Asylkrise“. Während Bosse für eine Rückführung der Flüchtlinge plädierte, sobald es in den Herkunfstländern wieder friedlich sei, betonte Dr. Jahn, dass man „auf keinen Fall die jetzige illegale Einwanderung mit dem Schicksal der Neugablonzer Vertriebenen gleich setzen“ dürfe. Immerhin gebe es inzwischen ein Rechtsgutachten, dass der unkontrollierte Flüchtlingszustrom definitiv illegal sei.

Zuletzt meldete sich Edmund Schiefer (Jahrgang 1957), der für den Böhmerwald ebenfalls soeben in die Bundesversammlung der Sudetendeutschen gewählt wurde, in reinstem Allgäuerisch zu Wort und brach eine Lanze für Verständnis, Hilfsbereitschaft und Integration, wofür er selbst – der sich trotz ursprünglicher „Huraflichtlings“-Vergangenheit als echter Mindelheimer fühlt – das beste Beispiel ist.

von Ingrid Zasche

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