Den Zug nicht abfahren lassen

Keine Route soll an Marktoberdorf vorbeigehen meint Axel Maaß. Foto: Bauer

Jeder kennt sie, die Marken Tirol oder Tannheimer Tal. Mit der Marke Allgäu ist nun eine dritte Region hinzugekommen, die sich einheitlich unter einem Dach präsentiert. Die Vermarktung des Allgäuer Tourismus- und Freizeitangebotes hat die Allgäu Marketing GmbH mit Sitz in Kempten übernommen. Voraussetzung für die Teilhabe von Städten und Gemeinden ist jedoch die Beteiligung an einem oder mehreren Strategiegeschäftsfeldern. Da die hierbei entstehenden Kosten nicht aus dem Budget des Touristikvereines zu stemmen sind, war der Stadtrat in seiner letzen Sitzung aufgefordert, die Größenordnung des Engagements festzulegen.

Sylvia Sterzenbach, die Vorsitzende des Touristikvereines versuchte gleich zu Anfang den Stadtrat für die Bedeutung einer Beteiligung von Marktoberdorf zu sensibilisieren: „Wir dürfen uns nicht ausklinken, sonst stehen wir auf einmal auf dem Abstellgleis!“ Gemeinsam mit Sarah Michna vom Touristikbüro empfahl sie den Räten, bei mindestens zwei Strategiegeschäftsfeldern mitzumachen. Zur Auswahl standen die Bereiche Städtetourismus, Radtourismus und die Wandertrilogie. Die verschiedenen Ausprägungsgrade der Beteiligung sind natürlich mit unterschiedlichen Beiträgen verbunden, erklärte Michna. So seien zum Beispiel beim Strategiegeschäfts- feld Städte 5000 Euro für das Basispaket, 8000 Euro für das Profipaket und schließlich 10000 Euro für das Premiumpaket aufzubringen. Keine leichte Entscheidung, aber die Vorteile lägen auf der Hand. So würden auch die örtliche Wirtschaft und die Bürger von den Maßnahmen profitieren, führte Michna ins Feld. Die Frage von Peter Grotz FW), ob man auch später noch aufspringen könne, musste Bürgermeister Werner Himmer verneinen. Es sei schwierig, im Nachhinein die Routen, an neu hinzugekommene Mitglieder anzupassen erläuterte Michna hierzu. Grundsätzlich standen die Räte dem Mitmachen recht positiv gegenüber. Gerhard Küster (Grüne) meinte gar: „Ganz oder gar nichts, das muss uns die Sache wert sein.“ Auch Wolfgang Hannig (SPD) stieß ins gleiche Horn, wenn er sich auch bezüglich der Forderung nach e-Bikes skeptisch zeigte. Viele Voraussetzungen seien bereits geschaffen, Wandern und Radfahren würden boomen, von diesem Engagement seinen viele Vorteile zu erwarten. Das Beteiligungsfeld Rad sei das heißeste Thema, allerdings stelle sich die Frage, warum das so teuer sei, warf Eugen Kögel (CSU) ein. Auch Axel Maaß (Grüne) war begeistert, wenngleich es sich um nichts grundlegend Neues handle, allerdings sollten keine Routen an Marktoberdorf vorbeiführen. Über die Empfehlung der beiden Touristik-Fachfrauen hinausgehend, votierte der Stadtrat für alle drei Strategiegeschäftsfelder, wenngleich er sich beim Paket Städte für die Basislösung- und bei der Wandertrilogie nur für den „Etappenort“ entschied. Die Räte sollten dann auch Ihre Zustimmung zum Haushalt geben, schob Bürgermeister Himmer abschließen nach.

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