Blumenwiese stärker fördern

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In einem Modelprojekt will der Landkreis Ostallgäu verstärkt ungenutzte Grünflächen naturnah gestalten und heimische Blumenarten fördern, um Heimatbezug und Wertschätzung der Natur im unmittelbaren Umfeld auszubauen.

Landkreis – Schaut man derzeit nach draußen, kann man sich schwer blühende Blumenwiesen und bunte Böschungen vorstellen. Dennoch bemüht sich schon jetzt das Landratsamt um ein Projekt zum „Modellhaften Grünflächenmanagement und Umweltbildung“ zum Schutz heimischer Blumenwiesen.

Die Leiterin des Sachgebiets Umwelt und Natur, Ulrike Wörz, stellte den Bürgermeistern der Landkreisgemeinden jetzt den aktuellen Stand vor, bei dem bisher 16 Gemeinden Interesse gezeigt hatten. Im Rahmen des Regionalentwicklungsprogrammes LEADER soll das Projekt noch im März 2017 beschlossen, ab Herbst dieses Jahres begonnen werden und bis Dezember 2019 laufen.

Grundgedanke war die Einbindung von nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt in den Gemeinden. Sarah Sagemann, Mitarbeiterin in der Unteren Naturschutzbehörde, erläuterte die Idee dahinter: „Die artenreichen Wiesen waren viele Jahrzehnte kennzeichnend für die Allgäuer Landschaft“. Durch die intensive Nutzung der Landschaft und einhergehende Technisierung drohe der Lebensraumverlust für viele Tiere und Pflanzen. „Daraus entstand die Idee, die Wiesen, Wegeränder und Böschungen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden, in ein Projekt zum Erhalt der heimischen Blumen einzubinden und damit auch Lebensräume und Verbindungselemente zwischen Biotopen zu schaffen“. Damit solle auch ehrenamtliches Engagement in den Gemeinden gefördert und mehr Heimatbezug und Wertschätzung der Natur erreicht werden.

Ziele festlegen

Zunächst wolle man in dem Projekt die relevanten Flächen erfassen und einen Handlungsleitfaden erstellen. In Workshops mit den Verantwortlichen vor Ort würden dann die Entwicklungsziele festgelegt. „Es geht auch um den Aufbau eines Netzwerkes von Akteuren der Umweltbildung. In Aktionen, wie Wanderungen mit Interessenten aller Generationen, können dann Kindergärten, Schulen und Vereine in ihrem unmittelbaren Umfeld Naturerfahrungen machen“, so Sagemann.

„Da dies ein Modellprojekt ist, kann leider nicht flächendeckend im Landkreis geplant werden“, erläuterte Wörz. Bisher hätten 16 Gemeinden aus dem Kreis Ostallgäu Interesse gezeigt, wodurch im Südlichen Landkreis der Raum um Füssen, Schwangau und Roßhaupten eingebunden werden kann. Marktoberdorf und einige umliegende Gemeinden bilden das mittlere Projektgebiet und im Norden beteiligen sich einige Gemeinden nordwestlich von Kaufbeuren, von Obergünzburg bis Rieden, und Oberostendorf an diesem Projekt.

Höhere Lebensqualität

Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) begrüßte das Projekt und versprach ergänzend eine Vernetzung mit den Flächen, die durch den Kreis betreut werden. Auch Mitarbeiter der Bauhöfe und die Umweltmitarbeiter im gesamten Landkreis sollen eingebunden werden. Beispiele aus anderen Kreisen würden zeigen, wie durch ähnliche Projekte erfolgreich die Lebensqualität ihrer Bürger und Gäste gesteigert werden kann. „Das ist auch gut fürs Marketing.“

von Wolfgang Krusche

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