Nothilfe für Mosambik

Nach Zyklon schickt LandsAid den Kraftisrieder Jörg Leggewie nach Afrika

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Jörg Leggewie bei einem früheren Einsatz.

Kraftisried/Kaufbeuren – Die Kauferinger Hilfsorganisation LandsAid bereitet sich nach dem Zyklon Idai aktuell auf einen Einsatz im Katastrophengebiet von Südostafrika vor. Am Dienstag flog Jörg Leggewie aus Kraftisried von München aus nach Beira, um den medizinischen Bedarf in der Region zu erheben und gemeinsam mit Kontakten vor Ort genau zu schauen, wo schnell Hilfe geleistet werden kann.

LandsAid plant, innerhalb der nächsten Tage ein medizinisches Team in das Katastrophengebiet zu entsenden, das für circa drei Wochen in mobilen Kliniken Nothilfe leisten wird. Das Ziel ist dabei ganz klar: weitere Todesopfer zu verhindern. Dafür wird Leggewie alles Notwendige vorbereiten. Der 50-jährige Allgäuer ist seit 2001 in vielen Krisen- und Kriegsregionen für unterschiedliche Organisationen unterwegs und sehr erfahren, was die Koordination der Hilfe und die Vorbereitung eines medizinischen Einsatzes angeht. „Die Erfahrung zeigt, dass nach einer derartigen Katastrophe Krankheiten wie Cholera ausbrechen werden. Neben der Versorgung von Verletzten hat die Eindämmung einer solchen Epidemie höchste Priorität“, sagt LandsAid-Geschäftsführer Sven Weber.

humedica sendet Ärzteteam nach Malawi

Auch die Kaufbeurer Hilfsorganisation humedica sendet ein dreiköpfiges Einsatzteam nach Malawi. Die humedica-Helfer sind noch am Sonntagabend aufgebrochen und erreichten die Katastrophenregion in Malawi am Montagabend. humedica steht in engem Kontakt mit Emmanuel International Malawi und wird die lokale Partnerorganisation bei einem Katastropheneinsatz vor Ort zu unterstützen. Für humedica haben Katharina Mayer (München) als Koordinatorin sowie Liesel Ruff (Bonn) und Astrid de Kuijer (Niederlande) als medizinische Einsatzkräfte die Reise nach Malawi angetreten.

Vor zwei Wochen richtete der Tropensturm Idai in Mosambik, Malawi und Simbabwe verheerende Schäden an. Der bisher stärkste Sturm in diesem Gebiet Afrikas, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde, hat die Hafenstadt Beira fast völlig zerstört. In Malawi sorgten heftige, anhaltende Regenfälle für massive Zerstörung. Die Zahl der Verletzten und der Todesopfer steigt stetig an – mehr als 1.000 Tote werden erwartet, wobei die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher sein wird.

Neben der akuten Lebensgefahr sind 400.000 Menschen ohne Obdach und Schutz vor dem Wetter. Über 100.000 Menschen sind in Notunterkünften untergekommen. Assessments von Partnern zeigen jedoch, dass die bisherigen Zahlen nicht annähernd dem tatsächlichen Ausmaß der Katastrophe entsprechen. Die UN schätzt, dass mehr als eine Million Menschen von Hilfe abhängig sein werden. „Es muss nun schnell gehandelt werden, damit aus tausend Toten keine Zehntausend werden“, warnt Weber. „Bitte helfen Sie uns, zu helfen.“

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