Novum in Schwaben – Ulrike Devries ins Amt eingeführt – Remigius Kirchmaier verabschiedet

Erste Frau, die eine Berufsschule leitet

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Sie macht jetzt die Ansagen: Ulrike Devries, die erste Frau, die in Schwaben eine Berufsschule leitet.

Marktoberdorf – Mit Ulrike Devries ist im Regierungsbezirk Schwaben erstmals eine Frau zur Chefin einer staatlichen Berufsschule ernannt worden. Seit August ist die erfahrene Pädagogin mit der Führung der Berufsschule Ostallgäu betraut. Nun wurde sie im Dezember offiziell ins Amt eingeführt. Bei der gleichen Feier wurde ihr Vorgänger Remigius Kirchmaier (64), der immerhin 17 Jahre Chef war, verabschiedet.

Vor knapp 200 Gästen aus den Bereichen Schulen, Politik und Wirtschaft vollzog Abteilungsdirektorin Susanne Reif, bei der Regierung von Schwaben für den Bereich Schulen zuständig, den Stabwechsel. Am Wirken Kirchmaiers würdigte sie die „schiere grenzenlose Energie“. Er habe im Jahr 2000 in einer „schwierigen Zeit für Berufsschulen“ – Stichwort ist die Strukturreform mit dem Schaffen von Kompetenzzentren – in Marktoberdorf Verantwortung übernommen.

Besonders erwähnte die Abteilungschefin von der Regierung auch den Einsatz Kirchmaiers bei der Integration junger asylsuchender Menschen. Ein weiterer Punkt war der Status der MODUS-Schule, den die Ostallgäuer Einrichtung als einzige Berufsschule in Schwaben führe und der 2016 als Zeichen für einen hohen Qualitätsstandard (Stichwort Schulversuche) zum zweiten Mal zuerkannt worden sei.

Auf das „Allgäuer Urgestein“ Kirchmaier folgt an der Berufsschule Ostallgäu Ulrike Devries als „Nichtbayerin“ (Zitat von Susanne Reif). Sie stammt aus Nordrhein-Westfalen. 1989 kam sie nach Kaufbeuren, wo sie 25 Jahre an der Berufsschule tätig war. Drei Jahre war sie zuletzt in Memmingen stellvertretende Leiterin am kaufmännischen Berufsbildungszentrum.

Seit Herbst ist die Oberstudiendirektorin, von Abteilungsdirektorin Reif als „echte Powerfrau“ charakterisiert, verantwortlich für die größte Schule im Ostallgäu, wie auch Landrätin Zinnecker im Grußwort erwähnte. 1650 Schüler werden da von 80 Lehrkräften (haupt- und nebenberuflich) in 20 Ausbildungsberufen unterrichtet.

Zur Staatlichen Berufsschule Ostallgäu gehören zudem die Außenstelle in Füssen, wo sich die Fachschule für Metall befindet, und die Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung in Marktoberdorf. Zurzeit gibt es einen dritten Standort, nämlich in Räumen der Volksschule Biessenhofen; dort werden jugendliche Flüchtlinge in sechs Integrationsklassen an den Beruf herangeführt.

Direktor war „bestens vernetzt“

Anette Göllner, sie ist Hauptabteilungsleiterin Berufsausbildung bei der Handwerkskammer für Schwaben, hob an Kirchmaiers Wirken hervor, dass der langjährige Direktor „bestens vernetzt“ gewesen sei, vor allem auch zum Handwerk, zur Industrie und in die Landwirtschaft hinein. Thomas Rupp vom Personalrat des Lehrerkollegiums verglich die Schule mit einem „Berufsorchester“. Der Dirigent, sprich die Schulleitung, habe die anspruchsvolle Aufgabe, aus 80 Musikern (gemeint sind die Lehrer) ein Orchester zu formen. Schülersprecher Christoph-Ken Richter bescheinigte Kirchmaier, dass er Lehrer, Vorbild und zugleich Partner gewesen sei.

Nach den Abschieds- und Dankesworten von Remigius Kirchmaier war die neue Leiterin Ulrike Devries die letzte Rednerin. Sie befasste sich mit „Bildung in der digitalen Welt“. Online im Einzelhandel sei in den neuen Lehrplan eingebunden.

Devries unterrichtet zusätzlich zu den Leitungsaufgaben vier Stunden Ethik in der Woche. Auch ihre ständige Stellvertreterin, Dr. Angelika Bach, ist seit diesem Herbst neu an der Berufsschule Ostallgäu. So ist auf das Männer-Duo Kirchmaier/Traut das Frauen-Tandem Devries/Bach gefolgt.

jj

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