Höhen und Tiefen beim Jahresrückblick – OB Stefan Bosse optimistisch für 2014

"Ein Jahr voller Dynamik"

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Oberbürgermeister Stefan Bosse will in 2014 „das große Potenzial der Stadt“ nutzen. 

Kaufbeuren – Ein bewegtes Jahr haben die Kaufbeurer hinter sich: Der Beschluss zum Abzug der Bundeswehr und das Gezerre um das "Forettle" sorgten bei den Bürgern für Unmut. Oberbürrgermeister Stefan Bosse richtete seinen Blick bei der obligatorischen Jahresabschlussrede aber lieber auf die Chancen der Zukunft.

Eine alte Tradition ist es, dass der Oberbürgermeister in der letzten Stadtratssitzung des Jahres einen Rückblick hält. Zwar gab es in 2013 so manches schmerzhafte Kollektiverlebnis – Fliegerhorst, „Forettle“ und ESVK – dies hielt Stefan Bosse (CSU) jedoch nicht davon ab, die vergangenen 365 Tage in guter Stimmung Revue passieren zu lassen. Schließlich zeigt der Beginn des neuen Jahres, dass es immer weiter geht – „Die Stadt hat großes Potenzial, und das gilt es zu nutzen“, so Bosses Worte. Auch habe es im Gegenzug zu den Einschnitten viel Erfreuliches gegeben. 

Ein Jahr voller „Dynamik und Aktivitäten“ sei 2013 gewesen, so der Rathauschef. Vor allem über die Fertigstellung vieler – mehr oder weniger langandauernder Projekte – habe man sich freuen können. Besonders hervor hob Bosse hier die Eröffnung des Stadtmuseums nach zehn Jahren der Schließung. Gleich als „Bonus oben drauf“ habe es dann kurz darauf den Bayerischen Museumspreis gegeben. Zwar wurde mittlerweile bekannt, dass die Leiterin des Stadtmuseums, Dr. Astrid Pellengahr nicht zuletzt aufgrund ihrer hochwertigen Arbeit die neue Leiterin der Landesstelle für nichtstaatliche Museen wird und deshalb am 1. März Kaufbeuren verlässt – das hätte Bosses Freude zum Zeitpunkt seiner Rede aber wohl nicht getrübt. „Ich bedaure den Weggang von Dr. Astrid Pellengahr, persönlich finde ich es aber toll dass ihre Fähigkeiten nun auf diese Art gewürdigt werden“, so die Stadtspitze vor wenigen Tagen (wir berichteten). 

„Nicht ganz so einhellig wie das Stadtmuseum, aber doch überwiegend mit großer Freude“ sei laut Bosse ein anderes langjähriges Projekt aufgenommen worden: Die Freigabe des Reifträ- gerwegs, um die die Stadt „fast 30 Jahre lang“ gekämpft habe. 

Als besonders positive Fortschritte im vergangenen Jahr nannte Bosse zudem den neuen P&R-Platz an der Schelmenhofstraße, das „Kinderhaus am Klosterwald“, die Fertigstellung der Josefsthaler Brücke, die anvisierte Ansiedlung von „Möbel Roller“ am Bavariaring, sowie die Zusage von Staatsminister Dr. Markus Söder bezüglich Verbleib und Aufstockung der Kaufbeurer Studienplätze an der Hochschule für Finanzen, wo zukünftig 340 Studenten Platz finden. 

Und auch mit Blick auf 2014 sieht der Kaufbeurer Oberbürgermeister so manchen Grund zur Vorfreude. So stehe bereits im März der Abschluss der Bauarbeiten am Klinikum bevor. Allerdings gebe es darüberhinaus noch „viel zu tun“, bis man in wirtschaftlicher Hinsicht zu einem tragfähigen Ergebnis der Kliniken komme. Anders bei der Unternehmensansiedlung von „Hawe“: Hier habe schon das Richtfest gezeigt, „wie kraftvoll das neue Unternehmen in Kaufbeuren agiert“. Freuen dürfe man sich laut Bosse auf das Ergebnis der Verbesserungen, die derzeit an der FOS/BOS, an der Josef-Landes-Schule und an der Schmuckfachschule für weit über zehn Millionen Euro durchgeführt werden. Danach gehe es weiter mit der Sanierung des Jakob-Brucker-Gymnasiums und der Modernisierung der Berufsschule. 

Mittlerweile kann man laut dem OB in der Stadtverwaltung sogar den Abzug der Bundeswehr am Fliegerhorst als „Chance“ begreifen. Hinsichtlich des freiwerdenden Areals müsse nun zuerst eine Lösung für die zivil-militärische Organisation der Flugsicherungsausbildung gefunden werden. Hier sei er „sehr zuversichtlich“, bald gute „Nachrichten“ zu erhalten. Positiv sehe er den Umstand, dass sich der Abzug der Soldaten offenbar weiter nach hinten verschiebe. „Jetzt sollte eine Lösung gelingen, die einerseits einen Verbleib der Bundeswehr so lange wie möglich unterstützt und auf der anderen Seite neuen Entwicklungen Raum gibt“. 

Bevor Bosse zum Abschluss seiner Ansprache allen Mitarbeitern und Akteuren dankte, die in 2013 die Stadt vorangebracht haben, wollte er aber noch an einen Menschen erinnern, dessen unnötiger Tod die Stadt schockiert hat: Den jungen Spätaussiedler und Familienvater, der an den Folgen einer Schlägerei beim Tänzelfest starb. Besonders berührt habe ihn das Verhalten der Witwe, erklärte Bosse: „Sie sagte, sie liebe diese Stadt und wolle hier nie wieder weggehen – daran habe auch das schreckliche Ereignis nichts geändert“. von Michaela Frisch

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