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Theaterverein „D´Oberbeurer Bühne“ spielt „Bodschamperlspuk“ 

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Ensemble „D´Oberbeurer Bühne“ Vorhang Bodschamperlspuk
Authentisch besetzt: das Ensemble „D´Oberbeurer Bühne“ zog sein Publikum in den Bann. © Krusche

Oberbeuren/Kaufbeuren – Vorhang auf! Endlich ist es wieder so weit. Nach zwei Jahren Corona-Pause wird im Theaterverein „D´Oberbeurer Bühne“ wieder gespielt.

Im rustikalen Bühnenbild, der Wohnstube des seit 30 Jahren unbewohnten Dusterhofes, gibt es nur Spinnen und Spinnweben. Und angeblich soll es dort spuken. Das ist die Umgebung für einen Schwank in drei Akten von Ralph Wallner, von Monika Schmid in Szene gesetzt und mit dem Ensemble des Oberbeurer Theatervereins und zahlreichen stillen Helfern auf die Bühne gebracht.

Theater Oberbeuren: Marina Bachman und Claudia Richter als Gigi undMina.
Marina Bachman und Claudia Richter als Gigi undMina. © krusche

Die bodenständige Mina Sonnhofer (Marina Bachmann) begleitet ihre etwas leichtgläubige Freundin Giggi (Claudia Richter) während der Rauhnächte auf den scheinbar verlassenen Dusterhof, um dort in einem mystischen Ritual Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen. Neben typisch weiblichen Abnehmwünschen wie „Bauch, Beine, Po“ kommt aber auch der Wunsch nach Mannsbildern auf. Dafür sucht man nun ein Gefäß, in das man die “Wunschzettel“ einlegen muss, einen Nachttopf, ein „Bodschamperl“. Der Langfinger Jockl (Jürgen Wittek) und sein Sohn Abstauber-Bartl (Tobias Klenk) wollen den Hof aber auch als Unterschlupf nutzen. Und so entwickelt sich eine amüsante Geschichte mit vielen Lachern, allerlei knackigen Sprüchen und Schäkereien. Die jungen Leute umwerben sich noch liebevoll mit Schmeicheleien. Beim Brauereichef Malz-Beppo (Walter Hartmann) und der Sonnhoferin (Ulla Foldenauer), die beide scharf auf den Hof sind, hört sich das weniger zart an. Tschacko (Daniel Hölter), der etwas einfältige Brauereiknecht, nimmt sogar in der Rauhnacht, nackt und jodelnd ein Fußbad im Märzenbach auf sich, um endlich eine Frau zu kriegen. Das macht die sehr vom Intellekt beherrschte Lehrerin Adelheid Amsel (Petra Schneiderat) aufmerksam: „Luftleerer Raum trifft auf Lexikon“.

Der Spuk nimmt Fahrt auf

Immer wieder fallen Gegenstände um und ein Bodschamperl fliegt vom Schrank. Dazu soll den Mädels ein, oder besser mehrere Schnapserl helfen, die Geister zu vertreiben. Den Rest erledigt ein seltsames Pulver aus dem Schnupftabakfläschchen – die Gespräche entgleiten. Als die Mädels aus einem tiefen Schlaf erwachen, wird es richtig hitzig und die einzelnen schüchternen Charaktere entwickeln sich plötzlich. Ein Jahr später ist wieder Rauhnacht und einige Wünsche sind noch unerfüllt. Also spukt es wieder, und der gute Geist des Dusterhofes läuft zur Hochform auf. Als sich gegen Ende die Familiengeschichte offenbart wird es ergreifend. Gespukt wird aber bis zum Schluss!

Die Personen des Stücks sind authentisch besetzt und werden gut und sicher dargestellt. Manchmal wird auch kräftig geflucht. Von Anfang an wird man in die Geschichte hineingezogen und markige Sprüche beschreiben die Gedanken der gespielten Personen. Theaterpräsident Walter Hartmann freut sich über die kleinen Tricks in dem Stück und lässt es sich nicht nehmen, die Spukereignisse hinter den Kulissen persönlich auszulösen: „Da haben wir lange dran getüftelt“. Ein amüsanter Abend mit vielen Lachern und Szenenapplaus im Pfarrsaal von Oberbeuren. Karten für die verbliebenen acht Vorstellungen sind noch im Vorverkauf zu erhalten.

Vorn Wolfgang Krusche

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