Jetzt ein Grüner 

Oberbürgermeister a.D. Dr. Andreas Knie wandert von den Freien Wählern ab

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Dr. Andreas Knie

Kaufbeuren – Dr. Andreas Knie war Vorsitzender der Freien Wählergemeinschaft Kaufbeuren und Mitglied im Vorstand der Freien Wähler Schwaben. 1992 wurde er zum Oberbürgermeister der Stadt gewählt, und 1998 zum Mitglied des Bezirkstags von Schwaben. Bei der Bürgermeisterwahl 2004 unterlag er dem CSU-Kandidaten Stefan Bosse.

Was aber tat er danach? Vor dem Hintergrund seiner Vita mag es ein wenig überraschen, ihn bei der Nominierungsveranstaltung der Grünen für den Oberbürgermeisterkandidaten zu treffen. Der Kreisbote hat nachgefragt.

Herr Dr. Knie, Sie stimmen mit ab, sind also Voll-Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. Wie kam es dazu? Und haben Sie Ambitionen auf eine Rückkehr in die Kommunalpolitik?

Knie: Ja, ich gehöre seit etwa einem Jahr zu den Grünen. Zuvor war ich 25 Jahre bei den Freien Wählern, aber dort bin ich vor sechs Jahren ausgetreten. Politische Themen, speziell kommunalpolitische, interessieren mich aber immer noch. Allerdings liegt mein Lebensmittelpunkt jetzt in meiner Tätigkeit als Betriebsarzt und Berater. Das soll auch so bleiben. Nach meiner Amtszeit als OB wollte ich auch nicht den Titel „Alt-Oberbürgermeister“ tragen, das klang so nach Endphase. Ich nenne mich jetzt, wenn danach gefragt wird, OB a.D. Nach 2004 habe ich mich dann völlig neu orientiert, auch einen Abschluss als Master of Arts für ethisches Management gemacht.

Und wie kamen Sie dann zu den Grünen?

Knie: 1998 hatte ich erst einmal eine Politik-Pause eingelegt. Aber so langsam wuchs das Interesse wieder, und die Politik der Grünen begann mir zunehmend zu gefallen. Sie thematisierten bereits sehr früh Umstände, die mich störten. So begann etwa damals bereits die Umwandlung der FW in eine One-Man-Show. Und die Gräben zwischen den Fraktionen wurden tiefer, ohne dass es dafür gute Gründe gegeben hätte. Das führte zu den ineffizienten Informationsflüssen, die Oliver Schill auch heute beklagte. Damit begannen dann die Fraktionen von CSU und KI mit Unterstützung der Stadtverwaltung zunehmend das Geschehen zu bestimmen. Das alles war und ist sehr unbefriedigend.

Außerdem hatte ich schon immer eine „grüne Seite“. So starteten wir etwa in meiner Amtszeit die Agenda 21 (für 21. Jahrhundert). Dazu gehörten auch Pläne für Radwege, wie sie kürzlich wieder diskutiert wurden.

Aber Sie wollen bei den Grünen aktiv mitarbeiten?

Knie: Ja, sicher. Die Grünen haben tolle Ideen, einen guten Politikstil und viele junge Leute, die das mit Begeisterung umsetzen wollen. Ich verfüge über Erfahrungen und Kenntnisse in der Kommunalpolitik, dürfte also einen guten Berater abgeben. Aber ein Mandat strebe ich nicht an. Meine Zeit als OB war schön, aber auch sehr anstrengend und fordernd. So etwas muss ich nicht wieder haben. Mit meinem Leben jetzt bin ich sehr zufrieden. Aber wenn ich als politisch interessierter Bürger etwas zum Allgemeinwohl beitragen kann, dann tue ich das gern.

Herr Dr. Knie, vielen Dank für die Auskünfte.


Ingo Busch

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