Ein positives Jahr geht zu Ende

Oberbürgermeister Bosse und Stadtratsältester halten Ansprachen zum Jahresabschluss in Kaufbeuren

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Heuer gab es viele positive Nachrichten für Kaufbeuren. OB Stefan Bosse blickt daher auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

Kaufbeuren – Die letzte Stadtratssitzung des Jahres nutzt Oberbürgermeister Stefan Bosse traditionell zur Weihnachtsansprache. Er hält sowohl Rückschau als auch Ausblick, wobei ersteres diesmal den weitaus größeren Raum einnahm.

Auch dem Stadtrats­ältesten Hans Häußer stand es wie in jedem Jahr zu, noch ein paar Worte an die Kollegen im Gremium und die Besucher der Sitzung zu richten.

„Wir blicken auf ein außerordentlich positives Jahr für Kaufbeuren zurück“, betonte Bosse eingangs. Dies machte er zunächst an der Entscheidung fest, dass der Bundeswehrstandort Kaufbeuren erhalten wird. „Nach acht Jahren der Unsicherheit gibt es nun Klarheit für viele Beschäftigte, dass sie in Kaufbeuren bleiben können. Es gibt Klarheit, dass in den Standort wieder investiert wird. Und es gibt Klarheit, dass der wertvolle Beitrag, den die Bundeswehr und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Region leisten, erhalten bleibt“, freute er sich. Passend dazu wurde in derselben Sitzung die Patenschaft zwischen der Bundeswehr am Standort und der Stadt Kaufbeu­ren besiegelt (wir berichteten). Laut Bosse sei es nun das Ziel, dass möglichst viele Komponenten der Luftwaffe in Kaufbeuren bleiben können. Es gebe schon „ganz hoffnungsvolle Signale“, dass einmal getroffene Entscheidungen noch einmal überdacht werden. Zudem drückte er seine Freude über den im August fertiggestellten Naturlehrpfad entlang der Wertach aus, den die Bundeswehr gestaltet hat.

Positiv sei das Jahr 2019 aber auch gewesen, weil viele Projekte abgeschlossen worden oder deutlich voran gekommen sind, wie etwa das neue Technikum am Jakob-Brucker-Gymnasium oder die Kitas Am Leinauer Hang und in der Grünwalder Straße. Besonders hervor hob er den Einzug in das neu gebaute Feuerwehrhaus. In diesem Zuge dankte er auch den Feuerwehrleuten für ihren täglichen Einsatz (bis Dezember seien es 552 Einsätze gewesen) und schloss auch alle anderen Rettungs- und Hilfsorganisationen in seinen Dank mit ein.

Eine Menge Zahlen

Dass die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr, wie berichtet, auf 3,4 Prozent gesunken ist und damit den niedrigsten Wert seit mindestens 22 Jahren erreicht hat, erwähnte Bosse ebenfalls. „Das ist wichtig, weil mit Beschäftigung immer auch Chancen für ganze Familien entstehen die negativen Auswirkungen einer lang anhaltenden Arbeitslosigkeit oft nicht mehr in den Griff zu bekommen sind“, so der OB. Gegenüber dem Vorjahr wuchs die Einwohnerzahl nach Wohnsitzen laut Bosse um fast 500 Einwohner auf nun 46.177. Damit einher ging auch die gestiegene Zahl an Krippen- und Kita-Plätzen, ein Mehrbedarf von fast 300 Kindergartenplätzen sei gedeckt worden. „Dass wir ausreichend Erzieher und Räume gefunden haben, war alles andere als selbstverständlich.“ Mit einer Stadtratsentscheidung ist der Kindergartenbesuch zudem faktisch kostenfrei geworden.

Mehr Einwohner bedeuten aber auch mehr Fahrzeuge. Insgesamt seien in Kaufbeuren inzwischen 32.920 Fahrzeuge – davon 25.367 Pkws und 1665 Lkws – zugelassen, „mehr als jemals zuvor“. Einen verschwindend geringen Anteil machen dabei die reinen Elektrofahrzeuge (73) und Hybridfahrzeuge (301) aus. „All diese Fahrzeuge brauchen Platz, und sie müssen von unserem Straßennetz aufgenommen werden“, sagte Bosse. Das sei nicht ohne Einschränkungen möglich. Umso froher zeigte er sich angesichts des Rad- und Fußverkehrskonzepts, das 2019 angestoßen wurde.

Digitales Zeitalter

Bosse konnte noch mit weiteren Zahlen aufwarten: Die 1.043 Mitarbeiter der Stadt arbeiteten an 750 Computern mit einem Speichervolumen von 100 Tera­byte, „das sind 100 Millionen Megabyte“, betonte er. An den Schulen seien 1.500 Computer im Einsatz und es würden noch mehr. Das „Digitale Klassenzimmer“ werde in Kaufbeuren also Realität, denn 2020 sollen alle Schulen an das Glasfasernetz angebunden werden.

Die Arbeit des Bauhofes unterstrich Bosse in besonderem Maße. 80.000 einsetzte Blumenzwiebeln versprächen jedes Jahr eine Blütenpracht in der Stadt. An vielen Stellen haben die Mitarbeiter des Bauhofs zum Schutz der Artenvielfalt insektenfreundliche Pflanzen eingesetzt und weitere Blühwiesen, unterstützt von Dr. Christoph Greifenhagen und Kaufbeurer Bürgern, angelegt. 3600 Quadratmeter Blühwiesen würden jetzt vom Bauhof betreut, zudem kümmere er sich um 58.000 Quadratmeter Grünfläche und 86.000 Biotope, in denen besonders viele zu schützende Tierarten lebten. Er appellierte an die Bevölkerung, beim Silvesterfeuerwerk darauf zu achten, von den Rückzugsorten der Wildtiere, also von Grünbereichen, Bäumen und Hecken, Abstand zu halten.

„6.514 Tonnen Restmüll, 17.490 Tonnen Wertstoffe und mehr als 5,1 Millionen Kubikmeter Abwasser werden von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern klaglos entsorgt“, setzte Bosse seinen Dank fort. Der Bauhof sei auch wichtiger Akteur bei der ökologischen Optimierung von Abläufen und Prozessen, was sich beispielsweise bei der Straßenbeleuchtung zeige. Durch bessere Leuchtmittel und Steuerung könne im Vergleich zu vor 20 Jahren 40 Prozent der Energie eingespart werden, und das, obwohl es heute mehr Leuchtpunkte als damals gebe. Die verbrauchen aber nur noch 1,6 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, damals waren es noch 2,7 Millionen. „Allein von 2017 auf 2018 liegt die Einsparung bei mehr als 60 Tonnen Kohlenstoffdioxid“, unterstrich Bosse. „Auf diesem Pfad wollen wir weitergehen, hier lohnen sich Investitionen für das Klima, aber auch für den Haushalt.“

Bosse versäumte es auch nicht, an das Haus der Demokratie zu erinnern und sich bei den verschiedenen Personen und Institutionen für die Bemühungen um die Städtepartnerschaften mit Gablonz an der Neiße, Ferrara und Szombathely zu bedanken. Als großartig bezeichnete er zudem das vielfältige ehrenamtliche Engagement der Kaufbeurer Bürger und sprach seinen Dank auch allen Stadträten, den Beschäftigten der Stadtverwaltung und den Mitarbeitern, Vorständen und Geschäftsführern der städtischen Unternehmen aus.

Stadtratsältester hat das Wort

Auch Hans Häußer, der als Stadtratsältester nach Bosses Ansprache das Wort ergriff, schloss sich diesem Dank an und hob den Verbleib der Bundeswehr in Kaufbeuren hervor. Auch die Nachricht, dass Kaufbeuren es unter die Top 10-Aufsteigerregionen geschafft hat, bezeichnete er als erfreulich. „Dies sind Nachrichten, die für die Stadt Kaufbeu­ren und ihre Bürger von großer Bedeutung sind. Das heißt aber auch, dass der eingeschlagene Weg, gezielte Maßnahmen für diese positive Entwicklung fortzusetzen, richtig ist“, so Häußer. Er sei überzeugt, dass das gelingt, insbesondere zusammen mit den Bürgern, die sich in vielen Workshops und Veranstaltungen mit guten Ideen und Beiträgen eingebracht hätten. Sein Dank galt daneben auch den Vereinen, vor allem deren Jugendarbeit. Dass sich junge Kaufbeurer in der Stadt wohlfühlten und hier gerne lebten – worüber übrigens auch der Kreisbote nach einem Gespräch mit Mitgliedern der „Generation KF“ berichtet hatte – stimme ihn sehr froh.

Seinen Stadtratskollegen gab er den Rat, im Kommunalwahlkampf fair zu bleiben und den politischen Gegner nicht als Feind zu sehen. „Denn sollten Sie bei der Wahl erfolgreich sein, müssen Sie unter Umständen mit ihm zusammenarbeiten“, sagte er und erntete verhaltenes Gelächter. „Versprechen Sie Ihren Wählern auch nichts, was Sie später nicht halten können.“

Martina Staudinger

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