Von Neonparties und Hasen auf dem Motorrad

Oberbürgermeister Bosse 24 Stunden on Tour

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Im Zoigl fand eine offene Gesprächsrunde zur Innenstadtentwicklung statt.
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Im Zoigl fand eine offene Gesprächsrunde zur Innenstadtentwicklung statt.
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Im Zoigl fand eine offene Gesprächsrunde zur Innenstadtentwicklung statt.
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Sichtlich Spaß hatte der OB bei der 1. Kaufbeurer Neon-Party im Melodrom.
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Sichtlich Spaß hatte der OB bei der 1. Kaufbeurer Neon-Party im Melodrom.
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Sichtlich Spaß hatte der OB bei der 1. Kaufbeurer Neon-Party im Melodrom.
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Sichtlich Spaß hatte der OB bei der 1. Kaufbeurer Neon-Party im Melodrom.
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Sichtlich Spaß hatte der OB bei der 1. Kaufbeurer Neon-Party im Melodrom.

Kaufbeuren – Als Oberbürgermeister der Stadt Kaufbeuren zu nächtlicher Stunde beim Partyvolk im „Melo“ vorbeischauen, sich mit Motorradfahrern im Hasenkostüm austauschen, beim Taekwondo eine gute Figur abgeben oder die Entbindungsstation des Klinikums erkunden: Diese und viele weitere Stationen absolvierte Stefan Bosse von Freitag auf Samstag bei der dritten Auflage seiner außergewöhnlichen 24-Stunden-Tour, und erlebte allerhand kuriose, überraschende und eindrucksvolle Situationen in der Begegnung mit den Bürgern der Stadt. Der Kreisbote begleitete den OB bei seinem abenteuerlichen Unterfangen.

„Einkaufserlebnis“ Altstadt?

Für hitzige Diskussionen in der offenen Gesprächsrunde beim Zoigl sorgte wieder einmal das Thema Leerstand in der Altstadt: Für diesen Umstand sei laut Bosse allerdings nicht die Stadt, sondern die Marktsituation verantwortlich, denn die Stadt könne nur unterstützend wirken, beispielsweise durch Flächenmanagement oder Fassadensanierungsprogramme, der Rest aber liege bei den Händlern und insbesondere in den Händen der Verbraucher. Denn das Kaufverhalten erfahre durch den Onlinehandel zunehmend eine Veränderung. Hinzu kommt, dass viele Gebäude in der Altstadt marode sind oder unter Denkmalschutz stehen und keine Nutzung erlauben.

Einbuße an Attraktivität müsse die Stadt zudem hinnehmen, weil sie keinen Autobahnanschluss aufweisen kann, und im Vergleich zu Städten wie Kempten auch keine Hochschulstadt ist.

In der Runde wurden außerdem Hinweisschilder angeregt, die ortsfremden Besuchern den Weg zur Altstadt weisen sollen, zum Beispiel beim Hallenbad-Vorplatz. Ein anderer Bürger fühlte sich in diesem Zusammenhang vom Plakat am Rathaus-Parkhaus, das das „Einkaufserlebnis Altstadt“ bewirbt, veräppelt und fand die Bezeichnung „irreführend“. Stattdessen solle lieber die historische Komponente der Altstadt hervorgehoben werden, so der Konsens.

Gefahren im Verkehr und Belästigung durch Raser

Im Adlerkeller wurden beim Gespräch in kleiner Runde verschiedene Gefahrenstellen angesprochen, wie der Zebrastreifen beim Kemnater Kreisverkehr oder Radfahrer, die den Berg in der Kemnater Straße in hohem Tempo und auf der falschen Straßenseite hinunterfahren und dadurch Unfälle provozieren. Hier kam der Wunsch nach vermehrten Kontrollen auf.

Außerdem wurden Beschwerden über Fahrer laut, die mit ihren „aufgemotzten“ Autos und „Proletengehabe“ durch die Stadt flitzen und Lärm verursachen. Die Polizei führe Geschwindigkeitsmessungen durch, um Rasern, die sich mit getunten Fahrzeugen Rennen liefern, auf die Schliche zu kommen – allerdings sei dies nicht so einfach, wie Bosse bekräftigte, da sich diese untereinander schnell via Smartphone warnen würden.

Der OB mischt sich unters Feiervolk

Bei all den ernsten Themen wollte es sich Bosse nicht nehmen lassen, durch einen Szenewechsel in lockeren Atmosphäre und zu später Stunde bei der 1. Kaufbeurer Neon-Party im Melodrom mitzumischen. Auch die Warnungen im Vorfeld wegen des erwarteten Aufkommens an alkoholisierten Jugendlichen, konnten den OB nicht von seinen Partyplänen abbringen. Mit entsprechender Vorfreude stürzte sich Bosse in Begleitung von Peter Igel als Leiter des OB-Büros ins Getümmel, ließ sich kurzerhand mit fluoreszierenden Wasserfarben schminken und stattete der Tanzfläche einen kurzen Besuch ab. Der ein oder andere entdeckten den OB unter den Feiernden und fragte nach einem Selfie. Auch Bosse selbst fand den Discobesuch „megacool“.

Positive Resonanz

In rund 30 Stationen begegnete OB Bosse auf seiner Tour den Menschen der Stadt, berührenden Schicksalen, nahm vielfältige Anregungen mit und erlebte aufschlussreiche wie skurrile Momente: Ob bei seiner Radtour nach Pforzen, dem Treffen mit der Streetbunny-Crew Allgäu, die im Hasenkostüm mit ihren Motorrädern für einen guten Zweck fahren (und ihm ein Bündel Karotten sowie „Hasenbier“ mit auf den Weg gaben), der Besuch im Family Store, in dem der soziale Gedanke im Vordergrund steht, im Laden von Renate Stallmann und Susanne Biglmaier, die unter dem Label „bi.st“ edle Stoffe und Capes für Rollstuhlfahrer anbieten, oder im Schockraum des Klinikums mit den unermüdlichen Einsatzkräften.

Dabei scheint sich beim OB schon ein Gewöhnungseffekt eingestellt zu haben, denn diesmal habe er trotz der Terminfülle keinen spürbaren „Tiefpunkt“ gehabt. Falls es ihm die Bürger ermöglichen, freut sich Bosse auf eine vierte Runde im nächsten Jahr.

von Mahi Kola

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