Oberbürgermeister im Schulalltag

Was den ganzen Tag in der Schule gemacht wird, liegt für die meisten Menschen auf der Hand – es wird gelernt. Ein bisschen Schulbank drücken und den Nachmittag freihaben, so sieht für viele Außenstehende der Schulalltag aus. Welche Bedürfnisse, Sorgen und Pflichten die Schüler tatsächlich haben, die Lehrer und Sozialarbeiter vor Ort auffangen und fördern, das konnte Oberbürgermeister Stefan Bosse vergangen Mittwoch selbst erleben.

Als Gast der Gustav-Leutelt-Schule begleitete er die Schüler im Rahmen der „Aktion Rollentausch" für einen Vormittag. Es ist eine Aktion der Landes-Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern und des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Gesundheit und Familien im Rahmen des Forum Soziales Bayern. Dieses Projekt wurde ins Leben gerufen, damit sich Menschen aus Wirtschaft, Politik und anderen Bereichen ein klareres Bild in sozialen Einrichtungen machen können. Und dabei ist der Name „Rollentausch“ durchaus Programm. In der Gustav-Leutelt-Schule arbeiten die Lehrer und die Sozialarbeiterin Andrea Serwuschok, schon seit Jahren Hand in Hand und sorgen sich auch um die emotionale Befindlichkeit der Kinder und Jugendlichen, geben mit Programmen wie den Streit-schlichtern, dem Sozialtraining aber auch mit Einzelfallhilfe Halt und Struktur. „Gerade die Fünftklässler, die frisch aus der Grundschule in die fünfte Klasse kommen, müssen sich mit neuen Mitschülern, neuen Aufgaben orientieren und auch Ganztagsklassen sind ganz neue Situationen“, so Andrea Ser- wuschok. Gerade hier arbeitet die erfahrene Sozialarbeiterin präventiv und mit der Klasse lösungsorientiert. Durch das Sozialtraining von Andrea Serwuschok, welches im Schulalltag integriert ist, werden in der ganzen Gruppe Probleme und Themen bearbeitet, um die soziale Entwicklung der Schüler zu fördern und zu unterstützen. Zusammenhalt und Freundschaft sind dabei jüngste Themen, die zusammen mit der Sozialarbeiterin besprochen worden sind. Das Ziel vom Sozialtraining ist, Dinge zu verbalisieren, auch Probleme in der Klasse gezielt zu bearbeiten und einen gemeinsamen Lösungsweg zu finden. Mit der Streitschlichtergruppe und der Streitschlichterausbildung lernen die Jugendlichen selbst, Konflikte zu erkennen, geschult zu schlichten und neutral zu handeln. Wie die Schüler im Alltag die Streitschlichterausbildung nützen, konnte Stefan Bosse selbst erleben. „Ich finde es toll, dass ihr das macht. Mathe und Deutsch kann man lernen, aber im Leben kommt es oft auf das Miteinander an. Es ist schlau, sich mit dem Thema zu befassen“, lobt der OB die Schüler. „Wenn es Streit gibt, müssen die Streitschlichter sich beide Seiten anhören und eine Lösung finden, damit beide zufrieden sind. Es macht Spaß anderen zu helfen“, so Willi Blackowski, der seit diesem Schuljahr in der Streitschlichterausbildung ist und nächstes Schuljahr die Neuntklässler ablöst. Von dem Rollentausch und dem nahen Kontakt mit dem Oberbürgermeister waren auch die Schüler begeistert. „Ich finde es schön, dass Stefan Bosse jetzt weiß, was wir hier machen. Jetzt hat er einen Überblick und weiß, wir können etwas bewegen", erzählt die 14-jährige Gözde Uygun. BUS: Oberbürgermeister Stefan Bosse besuchte letzten Mittwoch im Rahmen der „Aktion Rollentausch" die Schüler der Gustav-Leutelt-Schule in Neugablonz und erlebte das Treffen der Streitschlichter.

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