Oberbürgermeister Stefan Bosse zieht positive Zwischenbilanz aus seiner 24-Stunden-Tour

Eine "coole Aktion"

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Erneuerte Schilder auf den Spielplätzen in Hirschzell sind nur eine der initiierten Veränderungen.

Kaufbeuren – Da waren sich viele Bürgerinnen und Bürger Kaufbeurens einig: Die 24-Stunden-Tour von Oberbürgermeister Stefan Bosse Ende Juni war eine abgefahrene Sache – das fand selbst der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, auf den Bosse beim Bayerischen Sparkassentag in Erlangen traf, und der den OB für seine „coole Aktion“ lobte. Nun zog Bosse ein kleines Fazit, welche der Anliegen in der Zwischenzeit umgesetzt werden konnten, was bisher erreicht wurde und welche Projekte geplant sind.

Den Impuls für eine grünere Stadt mit dem Ziel, gemeinsam 1000 Bäume zu pflanzen, bekam der OB auf einer Station seiner Tour von Landschaftsarchitektin Beate Römlein. Die Stadt pflanze laut Bosse nun zwischen Crescentia- und Wertachbrücke Bäume nach, die frühzeitig für Nachersatz bei den alten Bäumen sorgen. Für die Verschönerungsaktion sollen Vereine zusammenarbeiten, um Bürger beim Anpflanzen zu beraten und zu unterstützen, damit durch vereinte Kräfte das Vorhaben erreicht werden kann. Sogar ein Projekt-Seminar dazu an Schulen sei denkbar.

In ihrer Spielfreude getrübt sahen sich die Kinder der Kita Regenbogen in Hirschzell durch die verwirrende Beschilderung auf den örtlichen Spielplätzen: Die Altersangabe „von 6-18 Jahren“, die darauf zu lesen war, gab Eltern und Erziehern Anlass zur Sorge, dass Kinder unter sechs Jahren dort nicht spielen dürfen. Solche Warnungen, so klärt OB Bosse auf, seien aber lediglich als Hinweise von Versicherungsseite an die Erwachsenen gedacht, dass viele der Spielgeräte für Kleinkinder gefährlich sein können. Inzwischen wurden die Schilder ausgetauscht und es herrsche nun hoffentlich mehr Klarheit. Auch haben über 14-jährige keinen Zutritt mehr zu den Spielplätzen, womit man den geäußerten Befürchtungen, dass junge Erwachsene die Orte verwüsten und als Trinkgelage missbrauchen, entgegenwirke.

Unter den Tagesmüttern, mit denen Bosse sprach, wurde der Bedarf nach einem runden Tisch geäußert, an dem sich Tagesmütter und Eltern treffen und austauschen können. Der OB sagte dem Anliegen zu – einmal im Monat soll nun solch ein Treffen stattfinden. Mobilen Rat gebe es darüber hinaus beim Pädagogischen Fachdienst „PFIFF“, der Kitas bei der Früherkennung und Integration von Kindern mit Entwicklungsrisiken unterstützt. Pädagogische Fachkräfte und Familien können die Hilfsangebote kostenlos in Anspruch nehmen.

Nachdem im Anschluss an seinen Besuch bei somalischen Frauen in ihrer Asylunterkunft unter dem Facebook-Post des OB Kommentare von Einzelpersonen zu lesen waren, die ihrem Unmut über die aktuelle Flüchtlingssituation freien Lauf ließen, lud er diese kurzerhand zum offenen Austausch zu sich ins OB-Büro ein. Dabei informierte Bosse, beantwortete Fragen und klärte so gut wie möglich dort auf, wo Missverständnisse herrschten.

Ins Gespräch käme er auch immer mehr mit jüngeren Leuten; eine Zielgruppe, die sich üblicherweise nicht so sehr für politische Belange interessiere. Umso mehr freue er sich auf weitere zwanglose Begegnungen mit jungen Erwachsenen, die sich mit ihren Anliegen an ihn wenden.

Interessant fand er außerdem die Einblicke, die er in seiner Tour beim Besuch der Lebenshilfe erhalten habe, und „wie diese Menschen das Stadtgeschehen wahrnehmen“.

Trotz allen Bemühungen ist es natürlich auch für den OB nicht möglich, jedes der Probleme und Problemchen der Bürger kurz- oder längerfristig aus der Welt zu schaffen, allen Menschen immer gerecht zu werden. So zum Beispiel im Fall der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge im Kolpinghaus, die eine Station auf seiner Tour bildeten. Bosse empfand es als bedauerlich, dass selbst diejenigen unter ihnen, die „gute Sprachkenntnisse vorweisen können und Anstrengung bewiesen haben“ bei einer nicht hinreichenden Bleibeperspektive auch keinen Ausbildungsplatz bekämen. Leider könne er da nichts machen, da dies nicht in seiner Zuständigkeit liege.

Vieles, das er im Laufe seiner 24-Stunden-Tour an Input mitnahm, konnte aber erfolgreich angestoßen werden. Eine Wiederholung in dieser oder ähnlicher Form sei auch für das nächste Jahr geplant.

von Mahi Kola

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