Oberdorfer Fasnachtsabende

Fasnachter decken jede Schandtat des vergangenen Jahres schonungslos auf

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Zirkusdirektor und Altfasnachter Wolfi Bolz eröffnete die Manege für Narreteien aller Art.
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Lieber Fasnacht als Klima-Demo sagen die Jungfasnachter.
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Marktoberdorf – Akrobaten, Attraktionen und der eine oder andere närrische Spitzentanz. Manege frei für die Oberdorfer Fasnachter, die die Modeon Bühne in ein brodelndes Zirkuszelt verwandelten und Nummer für Nummer die Stimmung anheizten. Mit Standing Ovation belohnte sie das Premierenpublikum vergangenen Montag. Bis zum kommenden Samstagabend ist das närrische Zirkusvolk noch in der Stadt, ihren Bewohnern das Lachen zu lehren.

Nur Gutes haben sie im Sinn, die Fasnachter, die unter der Regie von Vanessa Puttner, Spitzfindiges und Lustig-Lästerhaftes zum Besten gaben: Sie haben sich heuer aufgemacht, die Erde zu retten – na, ja fast – die Ehe obendrein und ein bisschen auch die Bienen. Ganz sicher aber Greinwalds Kuchenbuffet und die Ehre der Kneischter. Letztere schickten zum ersten Mal gar ihre Weiber vor, die nicht weniger kneischtig und krätzig das Stadtleben kommentierten. Dagegen gaben die Sängerburschen als Beziehungsratgeber wohlklingend im Quintett ihr Bestes. Nicht um die Rettung der Erde, aber um Handyrechte, heiß Duschen und das tägliche Elterntaxi zur Schule kämpften die Fridays for Fasnacht-Schüler. Dumm eben, wenn Mama und Papa plötzlich ernst machen mit dem Klimaschutz. Um Blumenkreisel und ein Insektenhotel mit Weitblick ging‘s bei den drei Brummseln aus Sulzschneid. Und im Landratsamt schlug das Wahlometer für manchen Kandidaten das letzte Stündlein.

Kandidatenkür

Nicht nur Fliege und Falter, eine wilde Horde urzeitlicher „Udos“, fesche Skihaserl und akrobatisch-anmutige Aladins aus Tausend-und-einer-Nacht brachten Manege und Publikumsränge zum Toben. Ein weiterer Höhepunkt waren die leuchtenden Trommelwirbel der jungen Schlagzeuger um Max Kinker und die gleich doppelt dargebotenen Tanznummern um Annerose Schmalholz. Rund 150 Mitwirkende vor und hinter den Kulissen sorgten erneut für eine rasante Bühnenrevue.

Zum Finale dann ganz großer Zirkus: Die Fasnachter fühlten den vier Bürgermeisterkandidaten auf den Zahn und präsentierten Stark-Macher, Muntermacher, Schönmacher und Spaßmacher so übertrieben wahr, wie es nur die Fasnacht kann. Zum Schaulaufen der Kandidaten in der Manege lieferten sie passend die Songs „Hell-o again“, „Hopp, hopp, hopp, Elmer lauf Galopp“, „Schöner junger Mann“ und „Pobier‘s mal mit Gemütlichkeit“. Nicht gemütlich, sondern vergnüglich, vielmehr anzüglich und scharfzüngig endete der Premierenabend im 52. Jahr der Oberdorfer Fasnacht mit einem dreifachen Tusch und lang anhaltendem Applaus.

Angelika Hirschberg

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