1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Kaufbeuren

„Der Marktplatz wird ein Highlight“

Erstellt:

Kommentare

Marktplatz Obergünzburg
Der Marktplatz mit seiner rissigen und fleckigen Oberfläche soll durch Granitkleinsteinpflaster ersetzt werden. © Krusche

Obergünzburg – Die aktuelle Entwurfsplanung für eine Sanierung des Marktplatzes wurde den Markträten vorgestellt und lebhaft diskutiert.

Die städtebauliche Sanierung des Kernbereiches des Marktes Obergünzburg soll gemäß der Ansage von Erstem Bürgermeister Lars Leveringhaus nach mehr als 20 Jahren zum Abschluss kommen. Seit Jahren ist die Neugestaltung des Marktplatzes ein Thema in den Haushaltsplänen. Nachdem das Museums­areal, der Bereich an der St. Martinskirche und der Alte Markt schon saniert und neugestaltet wurden, war nun in der jüngsten Marktratssitzung die Entwurfsplanung vorgestellt worden. Zeitlicher Hintergrund sind Gespräche mit der Regierung von Schwaben in den nächsten Wochen, bei denen die förderfähigen Kosten verbindlich geklärt werden sollen. Eine zukünftige E-Lade-Infrastruktur für Pkw und E-Bikes sind noch nicht enthalten, auch nicht die Form der Fahrzeugabstell- und Unterstellplätze. Ebenfalls sollen noch Zonen mit Aufenthaltscharakter eingebunden werden.

2018 waren bereits Untersuchungen des Untergrundes rund um das Rathaus und 2021 nochmals Materialprüfungen gemacht worden. Das schwäbische Ingenieurbüro Jellen & Co. war mit der Entwurfsplanung beauftragt worden. Diplomingenieur Peter Jellen rief den Markträten die Ergebnisse nochmals in Erinnerung, die in die Entwurfsplanung eingeflossen waren.

Die Materialprüfung hätte ergeben, dass die vorhandene Asphalttragschicht erhalten bleiben könne, wenn keine höhere Belastungsklasse als die momentane notwendig wäre. Lediglich die vorhandene Deckschicht sei auszubauen. Auch eine weitere Untersuchung aus dem vergangenen Jahr bestätigte, dass die festgestellten Schäden auf eine unzureichende Qualität der Asphaltdecke zurückzuführen seien, weshalb sich die Sanierung auf die Erneuerung des Belages beschränken könne.

Im neuen Plan ist ein Granitkleinsteinpflaster vorgesehen, ähnlich in der Art, wie es bereits in den anderen Bereichen verbaut wurde. Vorhandenes rotes Klinkerpflaster soll nach der Sanierung wieder eingebaut werden. Auch wegen der Barrierefreiheit wolle man keine Stufen mehr am Haupteingang zum Pflegerschloss verwenden, sondern das Gelände entsprechend anheben. Das Projekt mit knapp einer Million Euro Kosten soll im Jahr 2023 oder 2024 umgesetzt werden. Die mögliche Höhe von Fördermitteln ist deshalb für die zukünftige Haushaltsplanung wichtig.

Bei der anschließenden Diskussion zeigte sich eine gewisse Unzufriedenheit mit den vorgesehenen Parkflächen und den Bepflanzungen. Florian Ullinger (Freie Wähler) regte an, die bisherige Lösung zu optimieren. Sabine Schulz (Grüne) fragte: „Gibt es auch noch andere Ideen außer Parkplätzen?“ Der Rathaus­chef entgegnete, dass sich das erstellte Konzept an dem Nutzerverhalten und der Besucherfrequenz des Marktplatzes mit dem Rathaus orientiere. Das Konzept werde den Anforderungen gerecht und es gebe nicht wirklich Alternativen. Teilweise widersprach dem Dr. Günter Räder (Grüne) mit Aussicht auf ein geändertes, zukünftiges Nutzerverhalten: „Es fehlt der letzte Pfiff“. Leveringhaus entgegnete, dass man die Parkplätze für eine erhöhte Kundenfrequenz bräuchte. Jürgen Schad (CSU) sprang dem Ersten Bürgermeister bei, indem er auf die vielen Außenbereiche der Verbandsgemeinde verwies, wenn die dortigen Bürger bei Bedarf schnell mal ins Rathaus reinkommen müssten.

Der Forderung von Dr. Räder nach einem Marktplatz mit Aufenthaltscharakter für Fußgänger entgegnete Leveringhaus: „Alles was in den Marktplatz hineingebaut wird, muss für Veranstaltungen wieder weggeräumt werden“. Er beruhigte die Markträte vor der Abstimmung und versprach: „Der Marktplatz wird ein Highlight“. Die Entwurfsplanung wurde mit drei Gegenstimmen angenommen und wird nun mit der Regierung von Schwaben besprochen, um die nächsten Schritte vorzubereiten.

Von Wolfgang Krusche

Auch interessant

Kommentare