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„Lange Nacht der Feuerwehr“: die Feuerwehr Obergünzburg zeigt, was sie kann

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Feuerwehr Löschübung mit CO2-Löscher
Bei der langen Nacht der Feuerwehr zeigte die Freiwillige Feuerwehr Obergünzburg einige Ausschnitte aus ihren Aufgaben bei der Unfallrettung und dem Brandschutz. © Krusche

Obergünzburg – Bei der bayernweiten „Langen Nacht der Feuerwehr“ beteiligten sich viele Feuerwehren aus ganz Bayern und zeigten bei Veranstaltungen die Fahrzeuge und ihr Leistungsangebot.

Auch die Freiwillige Feuerwehr Obergünzburg beteiligte sich an der Aktion, und trotz des leicht regnerischen Wetters waren zahlreiche Besucher und viele Kinder gekommen. Mit respektvollem Abstand sahen sie zu, wie die Feuerwehrler mit modernsten Spreiz- und Schneidewerkzeugen ein Unfallfahrzeug öffneten, die Dachstreben durch­trennten, das Dach abnahmen und einen „Verletzten“ aus dem Fahrzeug bargen. Zuschauerin Christine Zobel meinte fasziniert: „Jetzt haben wir das mit dem Auto Aufmachen endlich mal mit eigenen Augen gesehen.“ Einen gewissen Bezug zur Feuerwehr habe sie schon: Ihr Mann ist bei der Feuerwehr und auch Sohn Benedikt geht mit sechs Jahren schon zur Kinderfeuerwehr. „Die haben da sehr engagierte Leute bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr.“

Dann wurde es feurig und explosiv. Mit einem sogenannten „Firetrainer“ können im Freien kleine Brände in einer grill­ähnlichen Apparatur gezielt mit Gas befeuert werden, um das richtige Vorgehen beim Löschen mit Handfeuerlöschern zu üben. Wichtig ist dabei die richtige Wahl des Löschmittels bei der Bekämpfung eines Brandes. Weit verbreitet sind Handfeuerlöscher mit Wasser, und ein Besucher konnte sich – angefeuert von den Umstehenden – ausprobieren und selbst ein kleines Feuer löschen. Ein CO2-Löscher ist gut für das Löschen von brennenden Flüssigkeiten, aber gefährlich in engen Räumen, weshalb sie nicht in Haushalten zum Einsatz kommen.

Das Löschen damit wurde ebenfalls im Freien gezeigt. Schnell verbreitete sich eine dichte weiße Wolke und ließ das Feuer erlöschen. Deshalb war auch Matthias Schindele an dem Abend dabei: „Um die Arbeit der Feuerwehr den Kindern zu zeigen.“ Stolz meldete sich auch gleich Sohn Valentin, dass er auch bei der Kinderfeuerwehr Obergünzburg sei. Wie gefährlich Spraydosen werden können, wurde ebenfalls vorgeführt, indem eine kleine Spraydose in einem Sicherheitskäfig mit offenen Flammen erhitzt wurde. Mit lautem Knall und hoher Stichflamme explodierte die kleine Dose nach kurzer Zeit. Neugierig bestaunten Kinder und Erwachsene die übriggebliebenen Reste der Spraydose.

Die junge Selina Kerpf ist neu bei der Feuerwehr und war an diesem Abend das erste Mal offiziell dabei. Sie war durch Freunde zur Freiwilligen Feuerwehr gestoßen und startet demnächst mit der Feuerwehrausbildung. Rund zwei Jahre lang wird sie an einem Abend alle zwei Wochen an der Ausbildung mit verschiedenen Themen teilnehmen und sich verschiedenen schriftlichen und praktischen Prüfungen stellen müssen. Erst gut ausgebildet wird sie dann ihren ersten echten Einsatz haben.

Nach den ersten Vorführungen konnten sich Besucher und Feuerwehrler in der ausgeräumten Fahrzeughalle mit Pommes frites und mehr stärken. Zum Abschluss des Abends wurden Kinderträume wahrgemacht. Mit einem Feuerwehr-Oldtimer durften die Kinder durch den Ort fahren, und auf den letzten Metern zurück zur Feuerwache wurde sogar das Blaulicht eingeschaltet. Mit leuchtenden Augen wurden die Kleinen wieder wohlbehalten ihren wartenden Eltern übergeben.
Von Wolfgang Krusche

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