Obergünzburger Arbeitskreis Heimatkunde feiert Geburtstag

100 Jahre und noch immer aktiv

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Der Freundeskreis für Heimatkunde und Hobbyforschung wurde als Ortsgruppe nach dem Vorbild des Heimatwerkes des Kuraten Franck aus Kaufbeuren 1919 gegründet. Auf dem Bild, vermutlich entstanden auf einer Exkursion in den zwanziger Jahren, sind noch ein paar Gründungsmitglieder zu sehen: Josef Neher (v. li.), Georg Reiter, Hans Bäuerle, Hans Rogg, Michael Dietrich, Dr. Bartholomäus Eberl, Wilhelm Fischer, Josef Anzenhofer, Benedikt Reiter und Robert Wasserrmann.

Obergünzburg – Am 10. April 1919 trafen sich in der Kaffeestube des Herrn Konditor Rogg in Obergünzburg engagierte Hobbyforscher um eine Ortsgruppe des Kaufbeurer Vereins „Heimat“, dessen Leiter damals Curat Frank war, zu gründen.

Zu den Gründungsmitgliedern der „Heimatlergemeinde Obergünzburg“ gehörten neben Benefiziat Bartholomäus Eberl auch Kapitänleutnant d.R. Carl Nauer sowie der Distriktstierarzt Dr. Carl Pomayer. Erster Obman wurde Hans Rogg, Buchmeister (Schriftführer) wurde Josef Specht. Für das Jubiläumsjahr 2019 sind nun verschiedene Vorträge und Veranstaltungen geplant.

Hauptzweck des Vereins soll die „Pflege der gesamten Heimatkunde“ werden. Den anwesenden Gründungsmitgliedern Josef Anzenhofer, Hans Bäurle, Karl Birker, Michael Dietrich, Wilhelm Fischer, Benedikt Reiter, Josef Neher, Karl Schmid und Scheppach wurde auch gleich Aufgaben zugeteilt. Es sollten alle Gebäude im Ort genau erfasst werden samt deren Nutzung, Lichtbild und Plan, allen bekannten Besitzern bis hin zu geschichtlichen wichtigen Details wie die Erfassung von Urkunden, Türsteinen und alten Briefen sowie dem Wunsch, wichtige Sachen für das Distriktsmuseum zu erwerben.

Mit ein Grund für die Gründung war sicher die Heimkehr der Männer aus dem 1. Weltkrieg. Jahrelang im Feld und viel schreckliches erlebt hat den Gedanken, was wohl von der Heimat noch erhalten ist, sicher stark geprägt. Von den damals festgelegten Zielen wie Hausnamen- und Gebäudeforschung, Archäologie, Flurnamenbestimmung, Urkundensichtung und Distriktsmuseum hat sich bis heute nicht viel geändert. Der kleine Kreis der Obergünzburger Hobbyforschern wurde in den Anfängen stark von den geologischen Vorträgen und Exkursionen mit Dr. Bartl Eberl geprägt.

Hinter der Namensliste der Gründerväter stehen aber auch interessante, heute teilweise verschwundene Berufe wie: Rotgerber, Zinngießer, Wegmacher, Maler, Tierarzt, Küfer, Sattler, Schuhmacher, Buchdrucker, Uhrmacher, Konditor usw.. Diese Aufstellung zeigt aber auch die stark gemischte Vielschichtigkeit des Vereins. Aus jeder Gesellschaftsschicht war jemand vertreten, der Interesse an Kulturgut, Natur, Volkskunde, Brauchtumsforschung und Umwelt zeigte, und das bis heute.

Aus der „Heimatlergemeinde Obergünzburg“ ist im Jahr 1998 der „Arbeitskreis Heimatkunde“ entstanden. Der Name wurde modernisiert, die Ziele und Aufgaben sind dieselben geblieben. Noch heute trifft man sich jeden zweiten Monat zur Monatsversammlung um die Ergebnisse der Arbeit der einzelnen Mitglieder oder Ausschüsse zu hören oder um weitere gemeinsame Aktivitäten zu beschließen. „Ein großes Problem des Vereins ist das fehlen von jüngeren Mitglieder“ so der Sprecher Peter Pfister. Zu den Monatsversammlungen sind daher jederzeit Interessierte eingeladen.

Für das Jubiläumsjahr 2019 sind verschiedene Vorträge und Veranstaltungen vorgesehen:

" 27. März: um 20 Uhr im Hirschsaal Vortrag von Christoph Wegner „Historische Naturgärten“

" Im April ist ein Sparziergang durch den Marktflecken mit Karl Fleschutz geplant (genauer Termin wird noch bekanntgegeben)

" 29. Mai: Vortrag von Roger Mayrock „Allgäuer Burgen“ im Hirschsaal, Beginn ist 20 Uhr.

" Im September wird es eine Exkursion mit Johan Krempl geben (Termin wird noch bekanntgegeben)

" 27. November: Festabend im Hirschsaal, Beginn 20 Uhr.

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