Obergünzburgs Bürgermeister stellt klar

„Frage nach Waldkindergarten gegen Bauernhofkindergarten stellt sich nicht“

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Erster Bürgermeister Lars Leveringhaus wies die Kritik und die Verknüpfung der Sachverhalte zwischen der Schließung eines Bauernhofkindergarten 2016 und des neu angedachten Waldkindergartens zurück.

Obergünzburg – Kritik und Leserbriefe veranlassten Bürgermeister Lars Leveringhaus zu einer Klarstellung in der jüngsten Marktratssitzung. Er wies alle Vorwürfe zurück und begründete die früheren Entscheidungen mit Fakten und Zahlen. Im Fokus: Die Pläne für einen neuen Waldkindergarten.

In der Marktratssitzung im Januar hatten Mitarbeiterinnen der gemeindlichen Kindergärten in Obergünzburg und Ebersbach von sich aus den Markträten ein Konzept präsentiert, einen Waldkindergarten einzurichten. Der Marktrat hatte sich wohlwollend geäußert, beschloss aber, den echten Bedarf und weitere Schritte vom Ergebnis einer Bedarfserhebung unter den Eltern abhängig machen (wir berichteten). Die Befragung der Eltern wurde inzwischen durchgeführt, eine Veröffentlichung der Auswertung steht noch aus. In einigen Antwortschreiben und auch in Leserbriefen hatten sich inzwischen einige Eltern kritisch zur Idee eines Neuaufbaus eines Waldkindergartens geäußert. Insbesondere wurde bemängelt, dass man vor drei Jahren einem dauerhaft defizitären Bauernhofkindergarten die finanzielle Unterstützung durch den Markt versagt hätte, worauf dieser schließen musste. Jetzt plane man etwas ähnliches Neues und teilweise wurde in den Kritiken Zusammenhänge zwischen den Projekten konstruiert.

Der Rathauschef bezeichnete die vorgebrachten Argumente als „böswillig“ und wies jeglichen Zusammenhang zwischen der Schließung des Bauernhofkindergartens und der positiven Willensbekundung zum Waldkindergarten durch den Markt­rat zurück.

„Der Markt Obergünzburg hat den Bauernhofkindergarten in der Nachbargemeinde in der Zeit seines Bestehens von September 2010 bis August 2016 jederzeit nach den gesetzlichen Vorgaben unterstützt und selbstverständlich und zügig die gesetzlich vorgeschriebenen Gastkindergartenbeiträge bezahlt“, so Leveringhaus. In dieser Zeit seien aus Obergünzburg sieben beziehungsweise zuletzt acht Kinder pro Kindergartenjahr betreut worden. Dazu hätte der Markt Obergünzburg in dieser Zeit kindbezogene Förderungen in Höhe von rund 140.500 Euro geleistet, wovon er rund 75.000 Euro als staatliche Fördergelder erhielt. Er erklärte weiter: „Die Trägerschaft eines Kindergartens ist unter Berücksichtigung der Abschreibungen, des notwendigen Unterhaltes der Gebäude, der sonstigen laufenden Kosten und einer tarifkonformen Bezahlung der Mitarbeiter bei gleichzeitiger staatlichen Förderung immer defizitär. Dieses Defizit kann nur durch Elternbeiträge ganz oder teilweise ausgeglichen werden“. Gerade auch ein privater Träger wie beim Bauernhofkindergarten unterliege diesen wirtschaftlichen Gegebenheiten. Eine adäquate Erhöhung der Elternbeiträge sei jedoch vom privaten Träger damals abgelehnt worden.

Weiterhin hätte der Markt Obergünzburg vor der Situation gestanden, dass von 2010 bis 2016 im Schnitt über 20 Kindergartenplätze jährlich in gemeindlichen Einrichtungen nicht belegt waren, sodass keine Notwendigkeit oder Verpflichtung bestand, Plätze eines freien Trägers über das gesetzlich notwendige Maß hinaus finanziell zu fördern. Dies führte im Juni/Juli 2015 zu der Haltung des Marktgemeinderats, dass eine dauerhafte Defizitvereinbarung nicht abgeschlossen werden könne.

„Mit dem Angebot zur Errichtung eines Waldkindergartens reagiert die Marktgemeinde jetzt auf eine Initiative von Erzieherinnen aus den eigenen Einrichtungen“, so der Erste Bürgermeister. Man reagiere damit auch auf die seit 2016 wieder gestiegenen Geburtenzahlen. Die Frage nach einem Waldkindergarten versus Bauernhofkindergarten stelle sich aus seiner Sicht nicht. Daher wies er eine Verknüpfung dieser Sachverhalte als objektiv nicht veranlasst zurück.

von Wolfgang Krusche

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