Einen Aufzug für das Rathaus

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Das Pflegerschloss in Obergünzburg soll zur Barrierefreiheit mit einem Aufzug ausgestattet werden. Eine baugeschichtliche Untersuchung lässt Lösungen innen und außen zu.

Obergünzburg – Die Marktgemeinde plant derzeit den Umbau des Pflegerschlosses zur barrierefreien Einrichtung. Dabei soll in dem Gebäude, wo Rathaus und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft untergekommen sind, auch ein Aufzug eingebaut werden. Der Einbau sei sowohl innen als auch außen möglich.

Denkmalschützer und Architekt David Grüner stellte kürzlich nun die baugeschichtliche Untersuchung dazu im Marktgemeinderat vor. Als Architekt David Grüner aus Untrasried in seiner abschließenden Masterarbeit zum Denkmalschützer über den Dachstuhl der Sankt Martin Kirche schrieb, ahnte er noch nicht, dass seine Fachkenntnisse auch gleich von Oberbürgermeister Lars Leveringhaus für den Umbau des Pflegerschlosses genutzt werden sollten. 

Grüner wollte seine baugeschichtliche Untersuchung des Dachstuhles von Sankt Martin abrunden, in dem er zeitliche Vergleiche zum Dachstuhl des Pflegerschlosses herstellen wollte. Zusammen mit Hermann Knauer, dem ehemaligen Kirchenpfleger, fragte er seinerzeit beim Büro des Bürgermeisters um Erlaubnis zur Ansicht und Einsicht in die Unterlagen. Hier wurde er sogleich von Bürgermeister Leveringhaus „vereinnahmt“ und mit einer bauhistorischen Untersuchung des Gebäudes mit Blick auf den geplanten Umbau beauftragt. 

Zusammen mit der Denkmalschützerin Martina Weidt aus Bullenheim in Franken untersuchte er baugeschichtliche Unterlagen und sichtete Gebäude und Dachstuhl. Daraus erarbeiteten die beiden Experten einen detaillierten 20-seitigen Bericht, den Grüner nun in Auszügen dem Marktgemeinderat zur Kenntnisnahme vorstellte. 

Zur Baugeschichte berichtete der Architekt vom Neubau 1570 und einer kompletten Erneuerung des Dachstuhles 1670, verschiedener Umbauten bis zum Umbau als Rathaus 1977. „Im zweiten Obergeschoss existieren an der Ost- und Westfassade Ausbauchungen von zwölf, beziehungsweise fünf Zentimetern, die aber nicht bedenklich sind, wenn sie nicht mehr in Bewegung sind“ erklärte Architekt Grüner. Weiterhin gebe es auch leichte Verformungen der Decken, die aber weitestgehend aufgefangen seien. Es ergeben sich aus seiner baugeschichtlichen Sicht durchaus Möglichkeiten für den Einbau des geplanten Aufzugs. 

Auf Nachfrage von Bürgermeister Leveringhaus nach einem Einbau des Aufzugs innen oder außen, favorisierte David Grüner nach seiner persönlichen Einschätzung den Einbau innen: „Egal wo sie den Aufzug einbauen, sie müssen immer irgendwo durchbrechen, entweder in jedem Stock durch die Außenwand oder durch die Decke.“

 Auf Nachfrage aus dem Marktgemeinderat zur Notwendigkeit des Einbaus eines Aufzugs und wie oft denn Bewegungseinschränkungen im Rathaus vorkommen, meinte Lars Leveringhaus: „Bewegungseinschränkungen kommen täglich vor. Bisher gehen die Mitarbeiter dann ins Erdgeschoss und erledigen dort den Service am Bürger.“ Dort könne aber wegen der fehlenden Räumlichkeiten nicht die entsprechende Diskretion gewährleistet werden. 

Abschließend schlug Ratsmitglied Dr. Günter Räder (Grüne) dem Gremium vor, den vorgelegten Bericht doch für eine heimatkundliche Veröffentlichung zu nutzen. Diese Idee wurde angesichts der umfangreichen Vorarbeit von Architekt David Grüner allseits positiv aufgenommen und Bürgermeister Leveringhaus kündigte hierzu entsprechende Unterstützung an.

von Wolfgang Krusche

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