Eisstadion Neubau: Stadträte fordern Statement des OB zum ÖPP-Modell

"Ohne Vorurteile prüfen"

+
Die Stadträte Johannes Espermüller (li.) und Bernhard Pohl (re.) sind dafür, ein ÖPP-Modell beim Neubau eines Eisstadions nicht vorschnell zu verwerfen.

Kaufbeuren – Die beiden Stadträte Bernhard Pohl (FW) und Johannes Espermüller (FDP) haben OB Stefan Bosse in einem gemeinsamen Schreiben aufgefordert, für die Finanzierung eines neuen Eisstadions eine Öffentlich-Private Partnerschaft, ein so genanntes ÖPP-Modell (wir berichteten), nicht weiter „kategorisch auszuschließen“.

OB Bosse antwortete prompt – es habe „in der Stadionfrage von Anfang an Offenheit für das ÖPP-Modell“ bestanden, sieht jedoch weiter wenig Chancen für eine solche Lösung. Solle sich jedoch dagegen „das Wunder“ ereignen, so der OB, dass ein Investor ein Stadion „ohne jede kommunale Mietgarantie“ bauen, würde die Stadt dem „offen gegenübertreten“. Kaufbeuren braucht „ohne Wenn und Aber eine profitaugliche Arena“, so die Meinung des FW-Fraktionsvorsitzenden Bernhard Pohl. Aber: „Wir habe Verantwortung für Steuergelder. Deshalb müssen wir die günstigste Lösung finden“, so FDP-Stadtrat Johannes Espermüller. 

Die beiden Räte haben sich daher zusammengetan und ein Schreiben an Oberbürgermeister Bosse formuliert. Sie forderten ihn darin am Mittwoch auf, für die Finanzierung des neuen Stadions eine Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP-Modell), nicht weiter kategorisch auszuschließen und noch vor dem Bürgerentscheid am Sonntag öffentlich zu erklären, dass die Stadt alle Angebote potenzieller Investoren vorurteilsfrei und sachlich prüfen sowie einer wirtschaftlicheren Lösung bei gleicher Qualität den Vorzug geben werde. Wenngleich man einmal gefasste Beschlüsse grundsätzlich nicht einfach über den Haufen werfen dürfe, stelle sich „hier doch die Frage, warum von vorneherein eine Alternativlösung ausgeschlossen werde“, heißt es im Schreiben der Stadträte nicht zuletzt im Hinblick auf das Engagement des Münchener Unternehmers Claus Uwe Lehmann (wir berichteten). 

Als wirtschaftsfreundliche Kommune solle auch Investoren von außen „nicht das Gefühl vermittelt werden, sie seien hier nicht willkommen, so Pohl und Espermüller weiter. Oberbürgermeister Stefan Bosse stellte in seiner darauffolgenden Erklärung dar, dass in der Stadionfrage von Anfang an Offenheit für das Modell einer ÖPP bestanden habe. Jedoch erwarte ein Investor immer eine Gegenleistung, bei der dieser einen Gewinn für sich zu erwirtschaften versuche, „den dann der Bürger bezahlt“, so Bosse. Er hält das Zustandekommen einer ÖPP beim Stadion-Neubau für nicht realistisch. Denkbar wäre für ihn allerdings, wie er sagt, „jederzeit eine ganz andere Variante“: „Ein Investor baut ein Stadion ohne jede kommunale Mietgarantie. In diesem Fall könnte die Kommune selbstverständlich Eiszeiten anmieten und sich den Bau eines Stadions sparen. Diesen Weg habe allerdings bislang kein Investor auch nur annähernd gehen wollen. 

„In jedem Fall würde die Stadt aber einem solchen wunderbaren Angebot offen gegenübertreten, so wie dies die Stadträte Pohl und Espermüller fordern“, erklärte Bosse. In einem Gespräch mit dem Kreisbote am Donnerstag betonte Pohl, es gebe „zig Beispiele für funktionierende ÖPPs im Landkreis und Bayern“. „Der Gedanke an solch eine Option ist keine Träumerei, wie von Bosse erklärt“, so Pohl. von Kreisbote/Michaela Frisch

Auch interessant

Meistgelesen

Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Neuer Lebensabschnitt wartet
Neuer Lebensabschnitt wartet
"Von Bürgern für Bürger"
"Von Bürgern für Bürger"

Kommentare