Alles "handmade"

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An den Verkaufsständen aller Bereiche – hier die Glas- und Porzellanmaler – herrscht lebhafte Nachfrage.

Kaufbeuren-Neugablonz – „Yes, it’s handmade“ war das Motto des diesjährigen Tags der offenen Tür bei der Staatlichen Berufsfachschule für Glas und Schmuck in Neugablonz am vergangenen Samstag. Ein Meer von Besuchern nahm die Gelegenheit wahr, den künftigen Gold- und Silberschmieden, Glas- und Porzellanmalern sowie Graveuren – jeweils männlichen und weiblichen Geschlechts – bei ihrer kreativen „Handarbeit“ über die Schulter zu sehen und auch das eine oder andere begehrte Stück zu erwerben.

Auch prominente Gäste wie den schwäbischen Bezirkstagspräsidenten Jürgen Reichert, OB Stefan Bosse und Georg Renner, den Sachgebietsleiter für Berufliche Schulen bei der Regierung Schwaben, konnte Schulleiter Norman Weber im Laufe des Tages begrüßen. Zur Eröffnung bewies die Schulband schwungvoll, dass die Schmuckfachschüler auch auf musikalischem Gebiet begabt sind.

Bertram Knittl, Gesamtschulleiter der fünf staatlichen Berufsfachschulen in Kaufbeuren hieß die Gäste Willkommen und drückte seinen Dank dafür aus, dass die noch andauernde Sanierung des Schulgebäudes von der Stadt Kaufbeuren und dem Freistaat Bayern „nicht unwesentlich unterstützt“ werde. Darüber hinaus haben dieses Jahr die Fachschul-Absolventen erstmals die Chance auf den mit 3.000 Euro dotierten Förderpreis der Kaufbeurer Künstlerstiftung erhalten, der nur alle drei Jahre vergeben wird. Die Preisträger sind bereits ermittelt, sie werden jedoch erst bei der Verleihung am 16. Dezember bekannt gegeben.

Schließlich forderte Knittl die Besucher auf: „Entdecken Sie Schönheit und Innovation, Handwerk und Präzision, aber vor allem Talent und Passion!“ Und da gab es einiges zu entdecken. Die Goldschmiede – zuständig für die Anfertigung von Schmuck und kleineren Objekten wie Dosen und Flakons – zeigten im ersten Jahrgang Vorstudien zu Modeschmuck aus Papier und das Anfertigen von Anhängern aus Horn, was die Besucher auch selbst versuchen durften. Im zweiten Jahrgang führten sie die Technik des Sandgusses vor: Dabei wird das flüssige Edelmetall in eine Form aus fein gesiebtem, mit Öl vermischtem und stark verdichtetem Quarzsand gegossen. Der dritte Jahrgang demonstrierte die Fertigung von kleinen Naturabgüssen, die zu Ohrsteckern und Anhängern verarbeitet wurden, wobei winzige Muscheln als Muster dienten.

Bei den Silberschmieden – zuständig für die Anfertigung von Besteck, Pokalen, Kannen, Schalen und Dosen – durfte man der Fertigstellung von edlen Gefäßen zusehen. Die Graveure präsentierten 3D-Design am PC, prägten Pfandmünzen mit Sternzeichen-Motiv für den Einkaufswagen und formten Drahtschmuck und Lesezeichen. Die Glas- und Porzellanmaler unterhielten die jüngsten Besucher mit einem Glasmosaik-Workshop. Außerdem wurden Glasperlen in verschiedenen Techniken gewickelt und es gab gemeinsame Aktivitäten mit der Partnerschule in Gablonz an der Neiße.

In einem gesonderten Raum wurden auch die in diesem Jahr bei den Danner-Klassenwettbewerben prämierten Arbeiten gezeigt. Zur Erholung zwischendurch stand das Schulcafé mit süßen oder herzhaften Snacks bereit. Die bemerkenswerte Resonanz bei den Besuchern aller Altersstufen spiegelte das große Interesse der Menschen an dieser besonderen Fachschule wieder. So nimmt es auch nicht wunder, dass bereits jetzt der nächste Tag der offenen Tür am 18. November 2017 angekündigt wird.

von Ingrid Zasche

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