Ende nach fast 30 Jahren

Zum 31. Oktober dieses Jahres schließt das Stadthotel Buchloe

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1991 wurde das Stadthotel Buchloe eröffnet, jetzt schließt es seine Pforten.

Buchloe – Die jüngste Bauausschusssitzung der Stadt Buchloe beschäftigte sich auch mit einer Teilnutzungsänderung des Stadthotels zu Wohnungen (wir berichteten). Für viele kam diese Information überraschend. Inhaber Martin Knie sprach mit dem Kreisbote über die Gründe für die Schließung.

1991 wurde das Stadthotel Buchloe eröffnet. In den fast 30 Jahren wurde es durchgehend von Martin Knie geleitet. Durch seine perfekte Lage in der Bahnhofsstraße mit Nähe zum Bahnhof war es vor allem für Geschäftsleute interessant. Umliegende Unternehmen aus Buchloe, Landsberg und der übrigen Region nutzten diese Gelegenheit. Firmen und Veranstalter profitierten von den integrierten Tagungs- und Konferenzräumen. Insgesamt 44 Zimmer mit über 90 Betten stehen im Hotel momentan zur Verfügung.

Ende des Jahres wird Rodo Schneider, der zusammen mit seiner Frau Traudl Besitzer des Gebäudekomplexes ist, die vorhandenen Räume zu insgesamt 20 Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen ausbauen.

Freude und Bedauern

Buchloes Bürgermeister Robert Pöschl (CSU) sprach in der Sitzung von einer optimalen Nachverdichtung in der Innenstadt, Dritte Bürgermeisterin Elfriede Klein (Grüne) brachte vor der Abstimmung ihren Zwiespalt zum Ausdruck. Sie freue sich zwar über die neuen Wohnungen, bedauere aber auch, dass das Hotel in Bahnhofsnähe nicht mehr zur Verfügung stehe.

Auch Knie hat die Entscheidung „schweren Herzens“ getroffen. „Ich bin seit 38 Jahren in der Gastronomie. Wer mich kennt, weiß, dass ich Gastronom mit Leib und Seele bin. Aber ich weiß heute auch, dass man in einem bestimmten Alter langsamer tun sollte“, so Knie. Dabei betonte er, dass die Entscheidung in keinem Zusammenhang mit der aktuellen Corona­lage stehe. 

Lange Planung

Die Schließung sei über zwei Jahre hinweg geplant worden und sei keine Sache des Geldes, sondern vor allem ein privater Entschluss. Auch während Corona sei die Belegung relativ stabil gewesen, insgesamt seien gerade die letzten drei Jahre durchweg positiv verlaufen. Knie schätzt dabei auch das gute Verhältnis zu Schneider. Dieser wolle ebenfalls aus Altersgründen keinen neuen Pächter suchen, zumal im Hotel einige Reparaturen anstehen würden.

In seiner Funktion als „Tor zum Allgäu“, als Sitz größerer Unternehmen und als wichtiger Eisenbahnknotenpunkt stellt sich mit der Schließung des Stadthotels auch die Frage, welche Übernachtungsmöglichkeiten in Zukunft in Buchloe noch zur Verfügung stehen. Der Wegfall des Stadthotels ermögliche den verbliebenen Betrieben eine noch bessere Belegung, meinte Knie. 

Neben privaten Ferienwohnungen und den Gasthöfen Post und Eichel, gibt es darüber hinaus im Stadtbereich das Alpenflair Hotel, das von Knies Sohn Christian geführt wird. Hier sei Corona nicht spurlos vorbei gegangen. Die geplante Erweiterung habe sich durch die Entwicklungen der letzten Monate um ein paar Jahre nach hinten verschoben, gerade viele Hochzeiten seien abgesagt worden. „Das ist momentan für alle ein Verlust. Aber es kommt auch wieder eine bessere Zeit“, so Martin Knie im Hinblick auf die Zukunft der Hotel- und Gastronomiebranche.

Agnes Reißner

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