Mobilfunk vom Glockenturm

Optimaler Standort von 4G/LTE-Funksendemast auf Kirchturm in Irsee

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Mobilfunk kommt künftig vom Turm von St. Stephan.

Irsee – Viele Jahre sind ins Land gezogen, bis sich der Irseer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung doch zu einer Premium Lösung für die 4G/LTE Mobilfunkversorgung des Marktes durchgerungen hat. Die Antenne soll im Turm von St. Stephan angebracht werden.

Laut Bürgermeister Lieb handelt es sich bei der in der Diskussion befindlichen Mobilfunkstrahlung, wie sie auch bei 4G genutzt wird, um elektromagnetische Strahlung. Viele Studien hätten sich bereits mit den Auswirkungen beschäftigt. „Eindeutig nachgewiesen ist bislang lediglich, dass die hochfrequenten Felder eine thermische, also wärmende Wirkung haben. Das kennt man ja auch von der Mikrowelle, doch im Mobilfunk fällt dieser Effekt allerdings viel geringer aus“, berichtete der Bürgermeister.

Um schädliche Wirkungen etwa von Smartphones auszuschließen, gibt es Grenzwerte, wie den sogenannten SAR-Wert, dessen empfohlener Höchstwert von zwei Watt pro Kilogramm am Kopf oder Ohr nicht überschritten werden sollte. Die jetzigen Funkmaststandorte in der Nähe des Sportplatzes der Betreiber Telefonica und Vodafone würden laut Lieb auf Grund der größeren Distanz den Smartphones viel mehr Sendeleistung abverlangen und somit auch eine höhere Strahlung am Kopf verursachen. 

Zentrale Standorte der Antennen trügen in jedem Fall zu einer Verringerung der Sendeleistung und somit auch zu einer geringeren Strahlenbelastung bei. Nach Aussage des Bürgermeisters ist die Netzanbindung im 4G-Netz wegen der hohen Frequenzen auf circa eineinhalb Kilometer begrenzt. Aus diesem Grund hat der Netzbetreiber Telefonica den Irseer Gemeinderat angesprochen und den optimalen Antennenstandort im Turm der Kirche St. Stephan vorgeschlagen.

Forderungen

Der Förderverein St. Stephan Irsee, dessen Ziel es ist, die Kirche weiter zu bewahren und regelmäßig Ergänzungsmaßnahmen im Bereich der Kirche und ihres Umfeldes zu unterstützen, übermittelte ein Schreiben an den Gemeinderat mit sieben Punkten, die in Gänze in die Beschlussformulierung eingegangen sind. Dabei fordert der Verein, Brandschutz und Denkmalschutz zu gewährleisten und die Substanz des Gebäudes durch Installation nicht zu beschädigen, auch nicht bei eventuellen Erweiterungen mit neuer Technik (5G) in der Zukunft. Darüber hinaus sollen nach Beendigung einer eventuellen Nutzung sämtliche Veränderungen auf Kosten des Mobilfunkanbieters vollständig zurück gebaut werden. 

Nichts zu sehen

Von außen sollen keine Elemente der Sendeanlage und weitere Module zu sehen sein. Wichtig sei, dass die Glocken weiterhin wie gewohnt in Betrieb gehalten werden und ihr Klang unverändert gehört werden kann. All das soll der Mobilfunkanbieter der Marktgemeinde mit Vertragsabschluss schriftlich zusichern. Zusätzlich unterliegt St. Stephan noch den Richtlinien des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege.

Nach Aussage von Bürgermeister Lieb ist man momentan nur mit dem Netzbetreiber Telefonica im Gespräch. Aus Sicht des Gemeinderates wäre es beim Zustandekommen der Kirchturmregelung sinnvoll, dass sich auch weitere Netzbetreiber an diesem zentralen Punkt konzentrieren, um so die Zahl an Sendemasten im Ort gering zu halten. In diesem Falle sollen die genannten Anforderungen auch für weitere Anbieter gelten.


Jürgen Wischhöfer

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