Stadtrat besichtigt geplante Parksituation an der Georg-Fischer-Straße

Kontroverse Auffassungen

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So könnten sich Parken und Fahren in der Georg-Fischer-Straße einmal darstellen. Mittig schräg angeordnete Parkplätze sowie links und rechts jeweils gemeinsam von Fußgängern und Fahrzeugen genutzte Verkehrsflächen. Das rot-weiße Band rechts im Bild markiert die Grenze zu privaten Flächen, die ebenfalls mit in Neubauplanung einbezogen werden.

Marktoberdorf – Wie gestaltet sich die Fahr- und Parksituation in Marktoberdorf nach dem geplanten Ausbau? Einen Vorgeschmack darauf erhielten die Stadträte am Montag bei einem Ortstermin in der Georg-Fischer-Straße und konnten sich ein Bild machen, ob die von Bürgern oft geäußerte Kritik an den Plänen berechtigt ist.

Etwas Besonderes hatten sich die Stadtplaner für die Sitzung des Stadtrates am vergangenen Montag einfallen lassen. Um der andauernden Kritik gegen die Ausbaupläne für die Georg-Fischer-Straße zu begegnen, wurden Mitarbeiter des städtischen Bauhofes beauftragt, die Parkplätze und die Fahrbahnbegrenzungen auszutrassieren, um für die Stadträte ein einigermaßen realistisches Bild der Park- und Fahrsituation nach dem Ausbau zu zeichnen. Die Besichtigung fand auch großes, wenn auch nicht immer positives Interesse bei der Bevölkerung. Zwischenrufe wie „Jede Meinung ist verboten“ drangen aus den Rei- hen der Bürger, obwohl Bürgermeister Werner Himmer eine öffentliche Diskussion mit Hinweis auf den Sitzungscharakter der Veranstaltung als „unzulässig“ bezeichnet hatte. 

Die Ausbaupläne der Architekten Hein-Hoefelmayr und deren Umsetzung durch das Ingenieurbüro Bertram Mooser seien durch die Expertise der örtlichen Polizei (Klaus Wobst) und der Behindertenbeauftragten Waltraud Joa ergänzt worden, erklärte Himmer einführend, bevor er Mooser bat, die Ausbauplanung zu erläutern. Die grundlegende Idee bestehe in den gemeinsam genutzten Verkehrsflächen links und rechts der schräg geparkten Autos, denn für einen regelgerechten Ausbau sei die Georg-Fischer-Straße zu schmal, erklärte Mooser. 

Behindertenbeauftragte Joa sieht Pläne positiv

An einigen Stellen gebe es Einbuchtungen, was jeweils zu einer Beschränkung der Straßenbreite auf etwa drei Meter führe. Insgesamt solle das Niveau der Straße so angehoben werden, dass eine ebene Fläche entstehe. An den Hauseingängen könne dadurch mindestens eine Treppenstufe entfallen, so Mooser, was einen Zugewinn an Straßenbreite zur Folge habe. Die Planungen für jedes einzelne Haus lägen vor, somit könne man genau sagen welche Treppen entfallen würden. Durch entsprechende Pflasterung werde die Abgrenzung der unterschiedlichen Verkehrsflächen deutlich hervorgehoben. Auf die Frage eines Anwohners, wo denn im Winter der geräumte Schnee hinkomme, sicherte Himmer für „größere Mengen“ eine Abfuhr zu. 

Positiv empfand die Behindertenbeauftragte Joa die Pläne. Auf Nachfrage erklärte sie, sie habe die Details mit allen wichtigen Stellen abgeklärt und finde die aktuelle Planung gut. Auch das Pflaster, das jetzt verbaut werden soll, entspreche den Bedürfnissen von Rollstuhl- und Rollatornutzern und senke den Geräuschpegel. 

Was sagen die Bürger?

Günter Keller, der sich als Bürger ein Bild von den Planungen machen wollte, gefiel die Anordnung der Parkplätze in der Mitte nicht. Er halte links und rechts abwechselnd angeordnete Parkstreifen am Rande der Verkehrsfläche für besser, außerdem sei- en die Verkehrsflächen rund um die mittigen Parkflächen zu schmal. 

Gerda Liffers bewertete die geplante Anordnung wegen ihrer Unübersichtlichkeit beim Ausparken sogar als gefährlich, zumal ja alle Verkehrsteilnehmer konzeptbedingt gleiche Rechte hätten. Mit Blick auf weitere Aufgaben der Stadt, wie den Bau von Schulen, sei das Vorhaben insgesamt zu teuer. 

Die Gefährdung von Fußgängern wollte Ingenieur Bertram Mooser so nicht sehen, denn das Prinzip gemeinsam genutzter Verkehrsflächen beruhe auf gegenseitiger Rücksichtnahme. Angesichts der Geschwindigkeits- beschränkung ergebe sich damit eine „parkplatzähnliche Situation“.von Klaus Bauer

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