SPD Ortsverein Kaufbeuren-Stadt feiert 25-jähriges Jubiläum 

"Stets Flagge gezeigt"

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Beim SPD-Jubiläum: Ralf Nahm (stellv. Vorsitzender; v. li.), Catrin Riedl (Vorsitzende), Michael Schäfer (Kassier), Dr. Maria-Elisabeth Angst (Beisitzerin), Bundestagskandidat Pascal Lechler, (vorne) Renate Matthes, dahinter Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr, Landtagsabgeordneter Harald Güller und Dieter Matthes.

Kaufbeuren – Zu einer Feierstunde anlässlich seines 25-jährigen Bestehens hatte der SPD-Ortsverein Kaufbeuren-Stadt ins Hotel „Hasen“ seine Mitglieder und Freunde eingeladen. Vorsitzende Catrin Riedl konnte dabei eine ganze Reihe von Ehrengästen begrüßen: unter anderem MdB Ulrike Bahr, MdL Harald Güller, die ehemaligen Kaufbeurer Landtagsabgeordneten Martin Gaiser und Dr. Helmut Simon, Alt-Oberbürgermeister Rudolf Krause und die Vertreter der benachbarten SPD-Ortsvereine sowie der Kandidat für den Bundestag Pascal Lechler.

Ulrike Bahr überbrachte Glückwünsche aus dem Bundestag sowie dem SPD-Bezirk Schwaben und plädierte in ihrem Grußwort für ein solidarisches und vor allem friedliches Europa. Als Vertreter des Bayerischen Landtags übermittelte Harald Güller Grüße der übrigen SPD-Landtags-Abgeordneten und betonte, dass in guten wie auch schwierigen Zeiten mit dem Ortsverein Kaufbeuren-Stadt – dank der tief greifenden Beziehungen zur Familie Matthes – stets eine innige Verbindung bestanden habe. In all den zurück liegenden Jahren habe man „stets Flagge gezeigt“. Obwohl im Zeitalter von Internet und Wikipedia „die Welt frei Haus geliefert“ werde, sei es besonders wichtig, so Güller, sich auf den Wahrheitsgehalt der Meldungen und Informationen verlassen zu können und da sei es wichtig in nächster Nähe einen Ansprechpartner zu wissen, dem man vertrauen könne. Deshalb würden Ortsvereine, wie in Kaufbeuren, mit ihrer Kompetenz auch in 25 und mehr Jahren nach wie vor aktuell und notwendig sein.

Catrin Riedl hatte einen mit Bildmaterial ausgeschmückten historischen Rückblick auf 25 Jahre SPD-Ortsverein Kaufbeuren-Stadt zusammen gestellt. Dabei ging die Vorsitzende auf zahlreiche wichtige Ereignisse in anstehenden Wahlkämpfen, der Zusammensetzung des Kaufbeurer Stadtrates, aber auch gemeinsame Weihnachtsfeiern und Begebenheiten im zwischenmenschlichen Bereich unter Parteifreunden im Verlaufe eines Vierteljahrhunderts näher ein.

So schlug am 28. Dezember 1992 im alten SPD-Büro in der Gutenbergstraße die Geburtsstunde des neu gegründeten Ortsvereins. Man war sich damals im Klaren, aufgrund unüberbrückbarer Differenzen, die bereits im vorangegangenen Kommunalwahlkampf zutage getreten waren, eine Trennung von der SPD Kaufbeuren und Neugablonz herbeizuführen und fortan in einem eigenen Ortsverein mit zunächst zehn engagierten Gründungsmitgliedern neu zu beginnen. Das erste Jahr war in erster Linie der Konsolidierung geschuldet. Aber bereits im Jahre 1994 – einem sogenannten „Superwahljahr“ – war man schon voll aktiv. Die damalige SPD-Spitzenpolitikerin Renate Schmidt machte in Kaufbeuren Station und sprach auf einer Großveranstaltung auf dem Kirchplatz. Im selben Jahr war auch Manfred Stolpe zu Gast und erwies sich als Publikumsmagnet. Hier konnte Riedl noch weitere klangvolle Namen nennen, die einen Zwischenstopp in Kaufbeuren eingelegt hatten. So beispielsweise Rudolf Scharping, dessen Besuch trotz einer eingegangenen massiven Bedrohung friedlich über die Bühne gegangen war, oder Walter Riester, Johannes Rau und noch einige Male Renate Schmidt, sowie Franz Maget und Christian Ude.

Im Jahre 2003 ging eine Ära, wie Riedl betonte, zu Ende. Dieter Matthes, „der bis dahin großartige Pionierarbeit geleistet hatte“, übergab die Führung des Ortsvereins in neue Hände. Riedl selbst fungiert seitdem als „Chefin“. Neben der Kommunalpolitik und größeren Projekten – hauptsächlich in den „Wahljahren“ – gab es auch politisch etwas ruhigere Zeiten, in denen neue Kräfte gesammelt und neue Ideen geboren wurden. So habe sich beispielsweise der seit dem Jahre 2010 durchgeführte politische Aschermittwoch mit dem traditionellen „Derbleck`n“ zu einem echten Highlight entwickelt, an dem jährlich bis zu 100 Zuhörer teilnehmen.

In das Jahr 2010 fiel auch eine gewisse Annäherung der beiden Kaufbeurer SPD-Ortsvereine. „Alte Streitigkeiten wurden aus dem Wege geräumt und so steht auch einer geschlossenen und harmonischen Zusammenarbeit der beiden Nachbarvereine Kaufbeuren-Stadt und Kaufbeuren-Neugablonz auf kommunalpolitischer Ebene im Stadtrat nichts mehr im Wege“, so Riedl.

Eine gewisse Wehmut kam unter den Gästen auf, als die Verabschiedung von Dieter und Renate Matthes anstand, die es vom Allgäu an die Elbe nach Sachsen zieht. Landtagsabgeordneter Güller bezeichnete dabei in seiner Laudatio „Urgestein“ Dieter Matthes als einen „Typen mit Ecken und Kanten“ sowie „rustikalem Charme“. Dies bedeute im schwäbischen Sprachgebrauch, einen Menschen vor sich zu haben, der ein Ziel verfolge und dies „eisern“ im Blick behalte und davon nicht abrücke. Andererseits aber die sozialen Belange stets in den Vordergrund stelle. Dieter Matthes habe seinerzeit rustikal das Zepter übernommen und die gesteckten Ziele dadurch auch erreicht. Unterstützt von seiner Ehefrau Renate, die in all den Jahren für das Organisatorische verantwortlich war, habe das Ehepaar für die SPD und den Ortsverein Kaufbeuren-Stadt gemeinsam hervorragendes geleistet. Umso bedauerlicher sei, dass sich die beiden Gründungsmitglieder verabschieden und nach Dresden ziehen.

In seiner Abschiedsrede ging Dieter Matthes, der im Jahre 1998 für die SPD als Oberbürgermeister-Kandidat ins Rennen ging, noch einmal kurz auf die Neugründung vor 25 Jahren ein und betonte, „nicht locker lassen“, habe es damals geheißen und diese Forderung sei auch heute noch gültig. Die Ortsvereine müssten weiterhin die Basis sein, die von aktiven Mitstreitern getragen werden. „25 bewegte Jahre stehen hinter uns“, so Matthes, „dabei wurde viel erreicht, aber auch das Eine oder Andere in Frage gestellt. Für die Zukunft muss eine Hauptaufgabe darin bestehen, vor allem junge Menschen für die Politik zu begeistern, damit die sozialdemokratischen Grundwerte, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität‘ auch in Zukunft erhalten bleiben“.

von Klaus-Dieter Körber

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