Spitzenkandidat für den Bundestag zu Gast beim neuen Kreisverband

AfD meldet sich zurück

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Der neue AfD-Kreisvorsitzende Karl Keller bei der ersten Wahlveranstaltung des wieder gegründeten Verbandes in MOD.

Landkreis – Wenige Wochen nach seiner Wiedergründung hat sich der AfD-Kreisverband Ostallgäu mit einer Wahlveranstaltung im Gasthof „Burger“ in Marktoberdorf zurück gemeldet.

Der Beginn war begleitet von einigen Protestierenden vor dem Gasthof und einer Auseinandersetzung über den genehmigten Platz für die Protestveranstaltung.

War die Stimmung draußen etwas gespannt, war sie im Saal umso ruhiger. Kreisvorsitzender und Biobauer Karl Keller ging zunächst auf den Protest vor dem Gasthof ein und wünschte sich, die protestierenden jungen Leute in den Saal einladen zu können. Das sei aber wegen des zu befürchtenden Aufruhrs nicht möglich. Er bedankte sich bei der Polizei, die durch ihre Präsenz jegliche Eskalation zwischen Demonstranten und Besuchern von vorneherein vermied.

Keller referierte außerdem über die Neugründung des Kreisverbandes und ging anschließend gezielt auf ein paar Punkte wie die seiner Meinung nach verfehlte Flüchtlingspolitik und die Massentierhaltung ein.

Martin Hebner, Spitzenkandidat der bayerischen AfD für die Bundestagswahl, ist Vorsitzender im AfD-Kreisverband Starnberg und dort auch Bundestagsdirektkandidat. Er kritisierte in seiner Rede die Euro-Rettung und die Flüchtlingspolitik. Dabei griff er ein Zitat von Peter Scholl-Latour auf: „Wer halb Kalkutta aufnimmt, wird selbst Kalkutta“. Auch die Digitalisierung sei eines seiner Themen. „Deutschland ist eines der Länder in Europa mit der geringsten Ausbaustufe in der Glasfaser-Versorgung. Das halte ich für eine Katastrophe.“ Die Regierung sei in dieser Hinsicht unfähig.

Christoph Maier, 1. Vorsitzender des Kreisverbands Unterallgäu/Memmingen und Bundestagsdirektkandidat der AfD für den Wahlkreis Ostallgäu, hat bei der letzten Kommunalwahl in Memmingen immerhin 10,4 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Er sagte: „Die rücksichtslose und kurzsichtige Politik der überkommenen Altparteien in Fragen der Zuwanderung verstößt gegen unsere nationalen Interessen und verneint damit unseren Anspruch als Deutsche, im eigenen Land sicher und unbeschwert leben zu können.“

Interessant wurde es auch bei den Fragestellungen der Gäste. Eine ältere Dame beklagte, dass die von Ihrer Generation hart erkämpften Freiheiten der Frauen, beispielsweise im Sommer an einem Weiher im Allgäu oben ohne zu baden ohne angeglotzt oder angemacht zu werden, verloren gingen. Sie habe Freundinnen, die sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht einmal mehr aus dem Haus wagen würden. Dies zeige einen eklatanten Verlust an Freiheit und Lebensqualität, der von der Politik scheinbar unwidersprochen hingenommen werde.

Eine weitere Wortmeldung wies auf die großen Schwierigkeiten der Studenten in den Städten hin, ein Zimmer anmieten zu können. Für diese würden keine Wohnhäuser gebaut, wie sie plötzlich an vielen Orten für Asylbewerber entstanden seien.

Die Veranstaltung endete mit der Überreichung kleiner Kostproben von Allgäuer Literatur an die Redner. Viele Zuhörer blieben noch sitzen und diskutierten mit Interesse weiter.

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