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Naturschützer prüfen Klage

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B12
Die Pläne sehen vor, die B12 zwischen Buchloe und Kempten vierspurig auszubauen. Jetzt prüft der Bund Naturschutz Klage gegen das Vorhaben zu erheben. © Kreisbote/Archiv

Allgäu – Der Planfeststellungsbeschluss zum vierspurigen Ausbau der B12 zwischen Buchloe und Kempten liegt mittlerweile öffentlich aus. Der Bund Naturschutz (BN) hat nun in Buchloe Einsicht in die Dokumente genommen und prüft eine Klage gegen das Bauvorhaben. Wie der BN mitteilt, wurde hierfür eine renommierte Umweltkanzlei beauftragt, die auch am Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Klimaschutz vom April 2021 maßgeblich beteiligt war. Die Klageeinrichtungsfrist endet am 4. August.

„Wenn der erste Abschnitt in dieser völlig überdimensionierten Bauweise erst einmal in Bau ist, wird es immer schwieriger, die massiven Eingriffe auch in den anderen Abschnitten zu verhindern“, betonte Thomas Reichart, B12-Beauftragter der BN-Kreisgruppe Ostallgäu-Kaufbeuren, diesen Schritt.

„Die Allgäuer Abgeordneten müssen dafür sorgen, dass dieses Projekt aus dem Bundesverkehrswegeplan herausgestrichen wird. Wer sich für einen derartigen B12-Ausbau einsetzt, kann nicht mehr glaubwürdig für Klimaschutz stehen“, appelliert in diesem Zusammenhang auch Christina Mader, Geschäftsstellenleiterin der BN-Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu, an die Allgäuer Politik.

Laut BN geht das Bundesverkehrsministerium von einem zusätzlichen Klimagasausstoß von circa 25.000 Tonnen CO2 pro Jahr durch den Ausbau aus. Gründe dafür seien unter anderem der Mehrverkehr, die höheren Geschwindigkeiten und der enorme Aufwand in Bau und Betrieb der Autobahn. Der BN geht von noch deutlich höheren Emissionen aus, da viele klimaschädliche Aspekte wie Waldrodungen oder Bodenzerstörungen noch gar nicht eingerechnet sind.

„Laut Bundesklimaschutzgesetz müssen die CO2-Emissionen aus dem Verkehr zwischen 2020 und 2030 um fast 50 Prozent reduziert werden. Die neue Allgäu-Autobahn verursacht aber deutlich mehr Klimagasausstoß im Vergleich zu heute“, heißt es von Seiten des BN.

„Im Planfeststellungsbeschluss wird auf das Thema Klimaschutz überhaupt nicht eingegangen, obwohl Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz und Bundesklimaschutzgesetz das verlangen. Wir halten den Planfeststellungsbeschluss daher für mangelhaft“, ergänzt Thomas Frey, BN-Regionalreferent für Schwaben.

Geplant ist ein vierspuriger Ausbau der B12 mit einem Regelquerschnitt von 28 Metern nach der Richtlinie zur Anlage von Autobahnen. Auf der über 50 Kilometer langen Ausbaustrecke müssten laut BN rund 70 Brücken neu gebaut werden. Der Flächenverbrauch liegt schätzungsweise bei weit über 100 Hektar, so der Bund Naturschutz. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung sei nicht vorgesehen.

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