Nahezu 400 Millionen Euro umgesetzt

Ostallgäu: ein guter Boden für Immobilien

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Die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern ist groß. Unser Bild ist aus Marktoberdorf mit Blick von der Kurfürstenallee zur Füssener Straße und zur Saliterstraße.

Marktoberdorf – Der Landkreis Ostallgäu – ein guter Boden, wenn es um die Immobilienwirtschaft geht. Im Jahr 2017 sind mit Häusern und Eigentumswohnungen zwischen Pfronten und Buchloe nahezu 400 Millionen Euro umgesetzt worden. „Wenn es so weitergeht, sind wir bald bei einer halben Milliarde“, erklärte Michael Tsigaridas, als er bei der Dienstbesprechung vor den Bürgermeistern den ersten Grundstücksmarktbericht für den Landkreis Ostallgäu vorstellte.

„Das ist eine Hausnummer“, kommentierte der Sachbearbeiter vom Gutachterausschuss bei der Zusammenkunft der Rathauschefs im Landratsamt die Zahlen. Tsigaridas ist für zwei Landkreise am staatlichen Landratsamt tätig. Er arbeitet sowohl im Ostallgäu als auch im Unterallgäu an den staatlichen Landratsämtern in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses – dies im wöchentlichen Wechsel.

Erstmals ist der Bericht zum Grundstücksmarkt im Landkreis Ostallgäu veröffentlicht worden. Er umfasst 180 Seiten und liefert eine Fülle an Informationen zum regionalen Immobilienmarkt. Die Daten sind Grundlagen für Sachverständige, für Banken, fürs Finanzamt, für Planer, Politiker und Investoren. Lediglich acht von 96 Gutachterausschüssen in Bayern haben die Daten so detailliert aufbereitet wie im Ostallgäu. Immerhin sind dafür 2031 Verträge ausgewertet worden. Basis für die Datenerhebung bildeten Fragebögen und Begehungen.

Ein Ziel ist mehr „Transparenz“ auf dem Grundstücksmarkt. Das betrifft Fragen wie „Was wurde wo für welches Projekt bezahlt?“ oder auch „Warum wurde dieser Preis bezahlt?“. Tsigaridas sagte vor den Ostallgäuern Bürgermeistern: „Das sind Daten, die nicht in der Schublade landen“. So eine Veröffentlichung sei künftig alle zwei Jahre geplant.

Bürgermeister: Zahlen „rausrücken“

Doch nachdem Stichwörter wie „Transparenz“ oder „Schublade“ gefallen waren, kamen auch Anmerkungen aus dem Kreis der Rathauschefs. So wünschten die Bürgermeister Wolfgang Eurisch (Biessenhofen) und Bernhard Huber (Friesenried), dass die Zahlen in dem umfangreichen Bericht auch „rausgerückt“ werden. Sie meinten, wenn ein Interessent ins Rathaus käme und lokale Daten zum Immobilienmarkt haben wolle, sei es wenig hilfreich, wenn der Bürgermeister vor Ort keinen Einblick in das Zahlenwerk habe. Dazu hieß es, dass die Analyse zwar regional ausführlich dargestellt sei, aber noch nicht aus jeder einzelnen Gemeinde alle relevanten Daten erfasst seien.

Der Grundstücksmarktbericht für den Landkreis Ostallgäu kann in gedruckter Form in der Geschäftsstelle im Landratsamt in Markt­oberdorf eingesehen werden – die E-Mail lautet: gutachterausschuss@lra-oal.bayern.de. Die zweite Möglichkeit ist, den Bericht als Dokument unter www.boris.bayern.de herunterzuladen. Da gelangt man zur Seite des Bodenrichtwert-Informationssystems. Der Download ist aber kostenpflichtig; dafür wird eine Gebühr von 50 Euro fällig.

Einige Zahlen aus dem Bericht für den Landkreis Ostallgäu: Der Bodenpreis beträgt 136 Euro je Quadratmeter. Da gibt es aber starke lokale Unterschiede im Ostallgäu. Die Grundstücksgröße liegt im Schnitt bei 653 Quadratmetern. Die meisten Grundstücks- und Immobilienverkäufe werden in den drei Städten Buchloe, Marktoberdorf und Füssen registriert. Auffällig ist, dass die Gemeinde Stötten 2017 vergleichsweise hoch in die Kategorie „21 bis 30 Verträge“ fiel.

Der Preis für gebrauchte Eigentumswohnungen ist laut Gutachterausschuss zwischen 2011 und 2017 von 1220 auf 2050 Euro je Quadratmeter angestiegen. Bei neuen Eigentumswohnungen kletterte er im gleichen Zeitraum von 2700 auf 3460 Euro – ein Plus von gut 25 Prozent. Die teuersten Eigenheime gibt es in der Marktgemeinde Nesselwang.

Landrätin Maria Rita Zinnecker rundete das Thema noch mit einer weiteren Zahl ab. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern im Kreis Ostallgäu beträgt die durchschnittliche Wohnfläche 140 Quadratmeter. Sie kennt den regionalen Immobilienmarkt aus eigener Erfahrung: Nach der Wahl zur Landrätin hat sie zusammen mit ihrem Mann ja in Marktoberdorf eine Immobilie erworben.

jj

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