Inzidenzzahlen steigen weiter im Ostallgäu – Zweiten Lockdown verhindern

Stufe rot: Vor allem Schulen betroffen

Schüler mit Masken - „Halte ich für fachlich falsch“
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In den Schulen im Ostallgäu gilt Maskenpflicht. Die aktuellen Infektion-Zahlen lassen eine Abweichung davon in Grundschulen zur Zeit nicht zu.

Landkreis – Der Landkreis Ostallgäu hat am Mittwoch die Inzidenz von 80 Infektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen erreicht. Es gilt weiterhin die Stufe rot der Bayerischen Corona-Ampel (Stand Donnerstag)

Wie es im bundesdeutschen Trend der Fall ist, so steigen die Zahlen der Infizierten auch im Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren. Leider ist derzeit keine Entspannung der Situation in Sicht. „Wir müssen davon ausgehen, dass der Wert auch in den nächsten Tagen noch ansteigt“, macht Landrätin Maria Rita Zinnecker wenig Hoffnung. Dadurch gilt weiterhin die Stufe rot der Corona-Ampel mit der darin verankerten Maskenpflicht für Schüler aller Jahrgangsstufen.

„Gerade im Bereich aller Schularten haben wir sowohl bei Lehrern als auch bei Schülern ein Infektionsgeschehen über den Landkreis verteilt und viele Klassen mit Lehrern in Quarantäne“, erklärt Medizinaldirektorin Dr. Michaela Hoffmann vom Ostallgäuer Gesundheitsamt. „Diese Situation im Schulbereich hatten wir selbst zu Hochzeiten der Pandemie im Frühjahr nicht“, ergänzt Hoffmann.

„Die derzeit geltenden Maßnahmen werden sowohl unter den Bürgern als auch in der Politik diskutiert“, zeigt Zinnecker Verständnis für die Wünsche der Eltern nach Erleichterungen gerade in den Grundschulen. „Wir sind in täglicher Abstimmung mit den Experten vom Gesundheitsamt und dem Schulamt und machen uns die Entscheidungen nicht leicht und müssen das Wohl der Kinder mit möglichen Infektionsgefahren in geschlossenen Räumen abwägen“, stellt Zinnecker klar. „Wir versuchen beim derzeitigen Infektionsgeschehen im Ostallgäu Schulschließungen zu verhindern und versuchen sie mit Einschränkungen offen zu halten“, ergänzt Hoffmann.

Für den Ostallgäuer Schulamtsdirektor Andreas Roth steht fest, dass die Schulen vor Ort für die momentan schwierige Situation gewappnet sind und den Schulbetrieb bestmöglich aufrechterhalten. Die Maßnahmen und Regeln des Freistaates im Ostallgäu werden daher wegen des großflächigen und sprunghaften Infektionsgeschehens noch weiterbestehen. „Zumindest so lange, bis das Infektionsgeschehen Lockerungen zulässt“, ergänzt die Landrätin.

In einigen Schulen im Landkreis und in der Stadt Kaufbeu­ren (betroffene Schulen siehe Infokasten) findet derzeit kein 100-prozentiger Präsenzunterricht statt. Der Grund dafür ist, dass ab Erreichen der Stufe rot in den Unterrichtsräumen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Schülerinnen und Schülern in Unterrichtsräumen einzuhalten ist. „Soweit aufgrund der baulichen Gegebenheiten in den Schulen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, kann dies in einzelnen Schulen auch eine zeitlich befristete Teilung der Klassen und eine damit verbundene Unterrichtung der Gruppen im wöchentlichen oder täglichen Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht bedeuten“, erklärte Thomas Brandl, Pressesprecher des Landratsamtes, auf Nachfrage des Kreisbote. „Ob also weiterhin ein normaler Schulbetrieb oder eine Gruppenteilung beziehungsweise Distanzunterricht stattfindet, hängt von den räumlichen Gegebenheiten der jeweiligen Schulen ab“, so Brandl.

Betroffene Schulen

Schulen, in denen momentan kein 100-prozentiger Präsenzunterricht stattfindet:

Konradin Grundschule Kaufbeu­ren, Grundschule Stöttwang, Grundschule Stötten am Auerberg, Grundschule Thalhofen, Grundschule Pforzen, Realschule Marktoberdorf, Gymnasium Marktoberdorf, Sophie-La-Roche-Realschule Kaufbeuren, Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung, Berufsschule Kaufbeuren Technik und Metallbereich, Berufsfachschule für Kinderpflege und Berufsschule Ostallgäu.

„Aufgrund des sprunghaften Anstiegs der Zahlen innerhalb kürzester Zeit, der Verteilung der Fallzahlen über den gesamten Landkreis und der deutlich über dem Schwellenwert von 50 liegende Inzidenzzahl, sind, wie die Rahmenhygienepläne des Freistaats für Schulen es vorsehen, für alle Schularten im Landkreis Ostallgäu die entsprechenden Maßnahmen angeordnet worden“, so Brandl weiter. An mehreren Schulen im Landkreis und in Kaufbeuren sind oder waren Corona-Fälle zu verzeichnen. Ziel dieser Maßnahmen, die auch in anderen Landkreisen in Bayern getroffen wurden, sei es, weiterhin Infektionsketten rückverfolgen beziehungsweise eindämmen zu können, damit es nicht wieder zu vollständigen Schulschließungen kommen muss. „Einen zweiten Lockdown gilt es unbedingt zu verhindern, damit gerade auch Unternehmer keine weiteren wirtschaftlichen Einbußen erleiden und Arbeitsplätze erhalten bleiben“, betont Brandl. Je nach der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens seien allerdings eine Rückkehr zu einer geringeren Stufe und damit die Aufhebung der gegenwärtigen Einschränkungen im Schulbetrieb möglich.

Kreisbote

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