71 Haushalte waren 2012 betroffen

"Sehr gut investiertes Geld"

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Eine gute Adresse, wenn die eigene Wohnung in Gefahr ist: Die Fachstelle für Obdachlosigkeit in Marktoberdorf, Marktplatz 4.

Marktoberdorf/Landkreis – Das Geld für die Fachstelle zur Vermeidung von Obdachlosigkeit sei gut investiert, erklärte Brigitte Schröder (FW) anlässlich der Bürgermeisterbesprechung im Landratsamt Ostallgäu.

Damit zielte sie auf die Gemeinden ab, die sich noch nicht finanziell an der von der Herzogsägmühle betriebenen Beratungsstelle beteiligen. Die Gemeinden sind aufgerufen, sich an dieser Einrichtung der Diakonie zu beteiligen, da der Freistaat Bayern mit Beginn des Jahre 2012 die Förderung eingestellt hat. 

Mit Ute Kirchbichler, die von den Bürgermeistern viel Lob für ihre Arbeit erhielt, steht Wohnungssuchenden und den Gemeinden im Kreis seit März 2010 eine kompetente Beratung zur Seite, wenn einer Person Obdachlosigkeit zum Beispiel durch eine Räumungsklage droht. Mit 24 Cent je Einwohner beteiligen sich gegenwärtig 32 der 45 Gemeinden im Landkreis an der Finanzierung der Fachstelle – allerdings läuft diese Finanzierungszusage En- de 2013 aus. 

So war es Martin Holleschovsky, dem „Leiter ambulante Dienste im Fachbereich Menschen in besonderen Lagen“ ein wichtiges Anliegen, mit den Gemeinden einen unbefristeten Vertrag auszuhandeln. Auch wenn der Beitrag ab 2014 um rund vier Prozent steigen soll, rannte Holleschovsky offene Türen bei den Bürgermeistern ein. Besonders Seegs Rathauschef Manfred Rinderle, als Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetages ein Kenner der Verhältnisse, machte sich für die Fachstelle stark und lobte deren unabhängige Beratung, besonders aus Sicht eines Bür- germeisters. 

Dass die Arbeit der Außenstelle der Herzogsägmühle auch im Ostallgäu wichtig und erfolgreich ist, zeigen die Zahlen, die durch Holleschovsky vorgetragen wurden. So waren im Jahr 2012 immerhin 71 Haushalte von drohender Obdachlosigkeit betroffen. Dabei kamen die meisten Anfragen (30) auf Unterstützung von den Gemeinden, nur zwölf Personen beziehungsweise Haushalte wurden selbst vorstellig. Die übrigen Hilfesuchenden kamen von anderen Beratungsstellen oder dem Jobcenter.

In 47 Fällen bestand vor dem Unterbringungsnotstand ein ordentliches Mietverhältnis oder eine Wohnung im Eigenheim. Den Betroffenen, die zu einem großen Anteil von Arbeitslosengeld II leben, konnte in weiten Teilen mit einer neuen Unterkunft geholfen werden, nur in 13 Fällen hatten die Bemühungen der Fachstelle einen unbekannten Verlauf genommen und in 15 Fällen dauern die Bemühungen noch an. Aber nicht nur akuter Wohnraumnotstand zählt zu den Aufgaben der Fachstelle, auch der Prävention kommt eine zentrale Bedeutung zu, denn, so lautet das Fazit von Holleschovsky: „Präventionsarbeit lohnt sich und spart Geld“. Klaus Bauer

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