Sich in Geduld üben

Ostallgäuer Musikkapellen bangen um Bezirksmusikfeste

Das Bezirksmusikfest 2021 der Musikkapelle Honsolgen ist abgesagt.
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Das Bezirksmusikfest 2021 der Musikkapelle Honsolgen ist abgesagt.

Honsolgen/Landkreis – Es bleibt eine gewisse Unsicherheit: Wer eine Großveranstaltung plant, muss sich genau überlegen, ob sie in Corona-Zeiten überhaupt durchführbar ist. Der Musikverein Eggenthal und die Musikkapelle Bertoldshofen haben noch keine Entscheidung getroffen, ob sie 2021 ihr Bezirksmusikfest ausrichten wollen. Die Musikkapelle Honsolgen dagegen hat bereits die Reißleine gezogen. Das für Anfang Mai geplante 63. Bezirksmusikfest des ASM im Bezirk 5 wurde bereits abgesagt.

150 Jahre Musikkapelle Honsolgen – eigentlich ein besonderer Grund für große Feierlichkeiten. Doch die Corona-Pandemie grätscht auch den Musikern aus dem Buchloer Stadtteil ordentlich dazwischen. Terminiert war das Großereignis auf 12. bis 16. Mai dieses Jahres. In Summe wurden fast 3.000 Stunden in die Vorbereitungen gesteckt. Insgesamt waren in den zehn Arbeitsgruppen rund 30 Mitwirkende eingebunden, 80 Sitzungen der einzelnen Arbeitsgruppen fanden statt. „Vor allem tut es mir für unsere Musiker und den gesamten Festausschuss leid, die in den vergangenen drei Jahren schon so viel Zeit in die Vorbereitung des Bezirksmusikfestes gesteckt haben“, so der Erste Vorstand Herbert Klotz.

In welcher Form die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen stattfinden können, hängt von der Entwicklung der Pandemie ab. „Wir haben keine Planungssicherheit. Keiner weiß, wann wir wieder im bisher gewohnten Rahmen eine gebührende Veranstaltung durchführen dürfen“, ergänzt Klotz.

Unsichere Zeiten

Noch nicht abgesagt ist das Bezirksmusikfest des Musikvereins Eggenthal. Wie dessen Vorstand Michael Schmid gegenüber dem Kreisbote betonte, werde es Mitte Februar eine Entscheidung geben, ob die Verantwortlichen an ihrem Großereignis in Corona-Zeiten Ende Juli festhalten. Auch die Musikkapelle Bertoldshofen bangt im Bezirk 4 des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes um ihre Feierlichkeiten, die für Anfang Juli terminiert sind.

Die Verantwortlichen in Seeg (Bezirk 3 Füssen) haben bereits das Fest abgesagt. Es ist weiterhin eine schwere und nicht einfache Situation für sämtliche Musik-, Trachten- und Schützenvereine, die allesamt im gleichen Boot sitzen. „Wenn ich ehrlich bin, kann ich es mir nur schwer vorstellen, dass Großveranstaltungen stattfinden werden“, so der Vorsitzende für den Bezirk 4 Marktoberdorf, Bruno Gantner. „Wir Musiker warten darauf, dass es wieder losgeht.“ Er hoffe zumindest auf kleine Veranstaltungen auf Dorf­ebene, sodass Standkonzerte oder Serenaden durchgeführt werden können.

Doch bevor es öffentliche Auftritte geben kann, müssen die Musiker wieder gemeinsam üben. Bruno Gantner vergleicht diese Situation mit einem Sportler, der nicht leistungsmäßig trainieren könne und auf einem niedrigen Level sei. Viele Musiker müssen in Zeiten wie diesen daheim für sich üben. Auch Gantner, der aktiv im Musikverein Günzach Saxophon spielt, greift hin und wieder zu seinem Instrument. „Viele sind zwar genervt, doch ich habe ganz wenige Rückmeldungen bekommen, dass Musikerinnen oder Musik aufhören möchten.“ Von daher bleibt ihnen nur eines: Sich in Geduld üben, wie beim Erlernen eines neuen Instruments.

Stefan Günter

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