Ostallgäuer Waldtag lockt viele hundert Besucher zum Bergmischwald am Ettwieser Weiher

Lust auf Wald

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Marktoberdorf/Ostallgäu – „Die Natur in Gold getaucht“, so sagte es Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell fast poetisch, und meinte damit den sonnigen Herbstwald am Ettwieser Weiher, der sich passend zur forstlichen Leistungsschau der vier Ostallgäuer Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) in seiner ganzen Pracht präsentierte.

Kein Wunder also, dass der Ostallgäuer Waldtag am vergangenen Samstag viele hunderte Besucher anlockte, die auf dem drei Kilometer langen Rundweg bei rund 40 Ausstellern Informatives und Wissenswertes rund um Holz und Forst erfahren konnten.

Die Themen Waldbewirtschaftung und Naturschutz, Arbeitssicherheit und Erholungswert standen im Mittelpunkt der Veranstaltung, für die sich die vier Forstbetriebsgemeinschaften Füssen, Halblechtal, Kaufbeu­ren und Marktoberdorf zum ersten Mal zusammengetan hatten. Zum ersten Mal auch war der Bergmischwald am Ettwieser Weiher bei Marktoberdorf Veranstaltungsort der alle drei Jahre stattfindenden Leistungsschau. Er erwies sich als idealer Rahmen für Aussteller, interessierte Besucher und zahlreiche Ausflügler.

Die Schau rund um Holz und Forst mache deutlich, wie gut es um den Ostallgäuer Wald bestellt sei, sagte Landtagsabgeordnete Angelika Schorer in ihrem Grußwort. Sie wies auf das geballte Wissen aller an der Waldbewirtschaftung beteiligten Betriebe hin, von dem gerade der private Waldbesitzer profitieren könne. Mit rund 170.000 an der Waldwirtschaft beteiligten Menschen und allein 37 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr sei der bayerische Wald auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell betonte außerdem den Freizeitwert des Naherholungsgebiets Wald und wies auf die Möglichkeiten einer nachhaltigen Bewirtschaftung hin. So präsentierten sich am Waldtag auch der Hochseilgarten „Klette am Ette“ und der städtische Waldkindergarten „Purzelbaum“ mit Aktivitäten für die Kinder und Junggebliebenen.

Hauptattraktion der Leistungsschau waren jedoch die großen Maschinen, die Vollernter, Häcksler, Traktoren, Spalter und Rückezüge, deren Dienste von verschiedenen Betrieben im Ostallgäu angeboten werden. Eine Reihe von Spezialfahrzeugen auf breiten Bändern und Neuheiten im Arbeitsschutz komplettierten das Angebot. Wer professionelle Hilfe bei der Pflanzung, Waldpflege, dem Wegeunterhalt, der Holzernte und der Vermarktung suchte, konnte sie an einer der 40 Stationen finden. Als Beispiel für die schonende Waldbearbeitung zogen die Rückepferde Isolde und Aurelie für ihren „Chef“ Josef Mariner aus Bidingen stattliche Stämme aus dem Holz. Auch sie waren – ganz ohne Motorenlärm – Publikumsmagnet im Ettwieser Wald. Dass Sicherheit im Wald eine große Rolle spielt, machten die Mitarbeiter der Sozialversicherung für Landwirtschaft und Forsten anhand eines Fixlängenkatapults deutlich. Große und kleine Zuschauer staunten nicht schlecht, wie ein mit der Seilwinde gezogenes Langholz in Sekundenschnelle zum tödlichen Geschoss wurde. Um auch die Kleinsten an den Wald heranzuführen, ließ sich mit Försterin Gudrun Worm ein Blockhaus bauen oder ein Baum pflanzen – dies alles im Rahmen des Jugendprojekts „Die Waldkeimlinge“ des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF).

So machte der diesjährige Ostallgäuer Waldtag so richtig Lust auf die Arbeit im und für den Wald. Die Veranstalter hatten für ein ausgewogenes und unterhaltsames Programm für Jung und Alt gesorgt, ganz im Bewusstsein, dass Waldbesitz eine Generationenaufgabe sei, wie es Stephan Kleiner vom AELF erklärte. Jährlich kämen rund 300 private Waldbesitzer im Ostallgäu neu hinzu, die ihren Wald meist aus den Händen von Eltern oder Großeltern erhalten hätten. Das ­AELF unterstützte den Ostallgäuer Waldtag gemeinsam mit der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, den Bayerischen Staatsforsten aus Ottobeuren und der Stadt Marktoberdorf. Weitere Partner waren die Vereinigung Pro-Holz-Bayern, die Baumschulen und die Allgäuer Moorallianz.

von Angelika Hirschberg

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