Der Impfstoff fehlt

Ostallgäus Landrätin informiert über Entwicklungen rund ums Impfen

Coronavirus - Impfstoff
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Wie geht es im Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren mit den Impfungen weiter? Noch immer fehle laut Landrätin Maria Rita Zinnecker genügend Impfstoff.
  • vonSelma Höfer
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Landkreis – Auf jede Vorgabe der Regierung habe der Landkreis unverzüglich reagiert, sagte Ostallgäus Landrätin Maria Rita Zinnecker in der Bürgermeisterbesprechung am Dienstag. Dazu gehörte die Einrichtung der Impfzentren in Marktoberdorf und in der kreisfreien Stadt Kaufbeu­ren. Doch verimpft werden könne nur Impfstoff, der da ist. Und an der Verfügbarkeit des Vakzins hapere es noch immer.

„Wir sind hier immer noch abhängig von den Impflieferungen“, betonte die Landrätin. „Es ist jede Woche spannend, welchen Umfang die Lieferungen haben.“ Sie gab den digital anwesenden Bürgermeistern des Landkreises kompakte Informationen zur Corona-Lage in der Region. Als der Auftrag Anfang November kam, Impfzentren einzurichten, habe der Landkreis unmittelbar gehandelt und diese mit dem Bayerischen Roten Kreuz als Partner auf den Weg gebracht. Die mobilen Impf-Teams seien durchgehend aktiv gewesen, um Menschen, die nicht mobil sind, für die Impfungen zu Hause aufzusuchen. „Alle Senioren- und Pflegeheime wurden mit den mobilen Teams bis Februar bereits durchgeimpft“, sagte Zinnecker.

Am Freitag vor der Sitzung (die Zahlen werden dem Gesundheits­amt immer freitags mitgeteilt, Anm. d. Red.), hatten im Landkreis und in Kaufbeu­ren insgesamt 44.128 Personen ihre Erst- und 14.925 die Zweitimpfungen erhalten. Von den über 80-Jährigen bekamen 83,8 Prozent die erste, 76 Prozent die zweite Schutzimpfung. Von den über 70-Jährigen sind 51,1 Prozent zum ersten Mal geimpft, bei den über 60-Jährigen sind es bislang 27,5 Prozent, berichtete die Landrätin. An den Impfzentren seien am Tag der Sitzung noch 36 Personen der Prioritätsstufe (Prio) I registriert gewesen, 893 der Prio II. „Wir impfen seit einigen Wochen in der Prio III“, fuhr Zinnecker fort. Hier gebe es noch 11.792 Registrierte. Darüber hinaus seien noch 13.441 Menschen im System vermerkt. Die Arztpraxen, welche seit einigen Wochen ebenfalls die Vakzine verabreichen dürfen, seien ebenso von der Größe der Impfstofflieferungen abhängig wie der Landkreis. Bislang seien in den Praxen rund 16.440 Impfungen erfolgt.

„34,2 Prozent der Bevölkerung haben eine Erst- und 8,49 Prozent eine Zweitimpfung“, so Zinnecker. Rund drei Viertel davon seien in den Impfzentren erfolgt. „Wir hätten mehr Kapazität, aber der Impfstoff fehlt“, sagte die Landrätin. Insbesondere wenn nun die Prio fallen soll, wie es Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit, jüngst ankündigte.

Die Diskussionen rund um die Impfstoffe erschwerten die Situation zusätzlich. Die Information, dass das Vakzin von Johnson & Johnson nur noch für Personen Ü-60 verwendet werden sollte, sei überraschend an einem Wochenende gekommen. „So etwas macht es vor Ort schwieriger, auch wenn Impfdosen da sind“, erklärte Zinnecker. AstraZeneca würde nur noch in den Arztpraxen verimpft. Die Impfzentren erhielten davon keine Lieferungen mehr.

In Anbetracht der aktuellen Fallzahlen und Inzidenzen im Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren sagte die Landrätin: „Wir sind auf einem guten Weg“. Zwar seien die Infektionsquellen nach wie vor diffus und schwer zurückzuverfolgen und auffallen würde, dass die Covid-19-Patienten in den Kliniken jetzt jünger seien und länger stationär behandelt werden müssten. „Durch die Britische Mutation hat sich das ziemlich verändert.“ Doch die 7-Tage-Inzidenzen sinken. Sie habe Hoffnung auf weitere Lockerungen am Pfingstwochenende, sagte Zinnecker. Dazu allerdings müsse die Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tage die 100er-Marke unterschritten haben (was am Tag nach der Sitzung eingetreten ist, Anm. d. Red.).

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