Wieder planschen

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Zahlreiche Besucher bei der Segnung und Eröffnung des Naturbades in Osterzell. Pfarrer im Ruhestand Matthias Prestele segnet das Bad und seine Besucher.

Osterzell/Ostallgäu – Nach mehr als 3.500 Arbeitsstunden ehrenamtlicher Helfer wurde nun das Naturbad Osterzell offiziell eröffnet. Es wurde in diesem Jahr bereits für 17 Schwimmkurse für Kinder genutzt. Wolkenloser Himmel und sommerliche Temperaturen waren der passende Rahmen für die Einweihung des Naturbades in Osterzell.

Bernhard Bucka, Vorsitzender des Fördervereins Schwimmbad Osterzell e.V., hatte zur Segnung und offiziellen Eröffnung nach Osterzell. In seiner Eröffnungsrede bedankte er sich bei den vielen privaten Spender und Firmen, die durch finanzielle Unterstützung zur Realisierung dieses Projektes beigetragen haben. 

Bucka erinnerte daran, dass im Wort „Gemeinde“ auch das Wort „Gemeinschaft“ stecke. „Wozu eine starke Dorfgemeinschaft fähig ist, sieht man an diesem Bad“, bestätigte er. 

Bürgerliches Engagement 

Nach der drohenden Schließung des Bades in 2013 hatte es viel Verdruss in Osterzell gegeben. Obwohl die wöchentlich vom Landratsamt vorgenommenen Kontrollmessungen bezüglich Keimbelastung immer ohne Beanstandungen gewesen waren, entsprach die Vorgehensweise des händischen Chlorens nicht mehr der neuesten DIN-Norm. Eine automatische Dosierungseinrichtung wurde verlangt. Die Anschaffungskosten wären mit über 100.000 Euro für die Gemeinde nicht zu leisten gewesen. Die weitere Existenz des Bades stand in Frage.

 Bei einer Gemeinderatssitzung mit über 100 Bürgern hatte sich spontan die Idee zum Förderverein mit heute über 210 Mitgliedern gefestigt und man suchte nach anderen kostengünstigen und zielführenden Lösungen. Wichtig waren hier neben den Mitgliedsbeiträgen auch die Bereitschaft, durch freiwillige Arbeitsstunden zum Erfolg beizutragen. 

Das Ergebnis dieses bürgerlichen und ehrenamtlichen Engagements ist nun ein öffentlich zugängliches Naturbad, zusätzlich ausgestattet mit einer mehrstufigen Bio-Filter- und Kläreinrichtung ohne Chlor. Diese Einrichtung ist hinter der Liegewiese untergebracht und kommt dabei energiesparend mit einer 90 Watt Pumpe aus. 

Bei Bedarf erfolgt der Zulauf von Frischwasser aus einer ungenutzten Trinkwasserquelle am Ortsrand. Der integrierte Spielplatz mit verschiedenen Freizeitgeräten kann auch außerhalb der Badesaison genutzt werden. Auf eine Einzäunung und Zugangsbeschränkung hat man bewusst verzichtet und baut hier auf die Selbstverantwortung der Bürger und Besucher, auch aus den Nachbargemeinden. 

Natürlich lässt es sich Josef Riedle nicht nehmen, nun auch bei dem neuen Bad nach dem Rechten zu sehen. Ein weiteres Beispiel bürgerlichen Engagements sind die 17 Kinder-Schwimmkurse von Eva Eberle, die sie bereits heuer durchgeführt hat. 

Die Gesamtkosten für die Renovierung und den Umbau zum Naturbad mit Bio-Kläranlage umfassen circa 60.000 Euro, die inzwischen komplett finanziert sind, und beinhalten Zuschüsse vom Landkreis Ostallgäu, der Gemeinde Osterzell, sowie die eingesammelten Spenden, auch der umliegender Gemeinden. 

Bürgermeister Johann Strohhacker wünschte viel Badespaß für Jung und Alt und freute sich über Osterzell als die kleinste Gemeinde im Ostallgäu, aber nun weiterhin „mit einem eigenen Schwimmbad“.

von Wolfgang Krusche

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